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Der Verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Stephan Kühn (2. v. l.) diskutiert in Falkenstein mit Bürgern über die Umgehungspläne.

Foto: Sven Wagner

Ortsumgehung: Verkehrspolitiker macht den Gegnern Hoffnung

Eine Bürgerinitiative will eine weitere Strecke südlich um Wolkenstein verhindern. Nun bekommt sie Unterstützung von den Grünen.

Von Sven Wagner
erschienen am 17.04.2018

Falkenbach. Wito Reuter steht mit rund 20 Bürgern aus den Wolkensteiner Ortsteilen Falkenbach, Schönbrunn und Hilmersdorf auf dem Sportplatz Falkenbach und blickt auf den gegenüberliegenden Hang in Richtung Umgehungsstraße. "Von dort schallt der Fahrzeuglärm zu uns", sagt er. "Mehr als 70 Dezibel sind schon gemessen worden." Reuter befürchtet, dass sich das mittelfristig erhöht. Nicht nur hier, sondern auch in anderen Ortsteilen. Der Grund: Pläne für eine neue Umgehungsstraße um Wolkenstein, die mehr Verkehr in die Region bringen könnte.

Auch Janet Händler ist mit von der Partie. Die Ingenieurin hat im Oktober vergangenen Jahres eine Bürgerinitiative mitinitiiert, in der vor allem Bürger aus Schönbrunn und dem Zschopautal organisiert sind. Mit rund zehn Mitstreitern hat Händler angefangen und bekommt immer mehr Zulauf. "Wir lehnen die Pläne ab, wollen hier keinen Transitverkehr", sagt sie. Die Pläne, von denen sie spricht, finden sich im Bundesverkehrswegeplan 2030. Demnach ist eine Ortsumgehung geplant, die von der B 174 bei Hilmersdorf beginnend, südlich um Gehringswalde und Wolkenstein herumführen und über das Zschopautal hinweg im Westen bei Falkenbach an die B 101 anschließen könnte. Der Bau soll die Verbindung zwischen Annaberg-Buchholz und Marienberg sowie der B 174 stärken und Fahrzeit einsparen. Schon Anfang März gab es eine Einwohnerversammlung, bei der Vertreter des Sächsischen Landesamts für Straßenbau und Verkehr das Projekt vorstellten.

Händlers Bürgerinitiative stellt jedoch wie viele andere Wolkensteiner Sinn und Zweck einer solchen Ortsumgehung in Frage. Sie befürchtet, diese bringe mehr Verkehr und entsprechend Lärm vor die Haustüren - zudem könne eine Streckenführung über das Zschopautal das Landschaftsbild zerstören.

Ob und wann das Projekt umgesetzt wird, ist noch nicht gesagt. Doch die Gegner gehen schon jetzt dagegen vor, weil sie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden wollen. Ein erster Erfolg zeichnet sich jetzt ab - die Initiative bekommt Unterstützung aus der Politik. Der Bundestagsabgeordnete und Verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Stephan Kühn, hat sich die Pläne zur Umgehung vor Ort angesehen. "Für ein paar Minuten Fahrzeitersparnis soll die Landschaft versaut werden", sagt Kühn. Er spricht von einem Dilemma: Bei der Planung würden Kosten und Nutzen gegengerechnet, Folgen wie Lärm und Flächenversiegelung blieben jedoch außen vor.

Kühn macht den Anwohnern nun vorsichtig Hoffnung. Es sei keineswegs sicher, dass die Strecke kommt: Das Vorhaben ist als "erweiterter Bedarf" im Verkehrswegeplan eingestuft. Vorrang haben aber Projekte von "vordringlichem Bedarf". "In der Vergangenheit konnten nur rund zwei Drittel des vordringlichen Bedarfs realisiert werden", so Kühn. Daher sei fraglich, ob die Wolkensteiner Ortsumgehung gebaut werde. Kühn hat versprochen, eine Kleine Anfrage im Bundestag zu stellen. Er will Ziele und Nutzen der Umgehung abfragen. Janet Händler begrüßt das und geht mit ihrer Bürgerinitiative ebenfalls weiter: "Wir lassen ein fachliches Konzept erarbeiten." So soll geprüft werden, inwiefern die bestehende Verkehrsstruktur ertüchtigt werden kann - ohne dass eine neue Umgehung gebaut werden muss.

 
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