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Pflegebranche ein Pflegefall

Bei einer Diskussions- runde in Warmbad wurde ordentlich auf den Tisch gehauen. So schlimm ist die Lage wirklich.

Von Patrick Herrl
erschienen am 08.02.2018

Warmbad. Die Botschaft über die Einigung von CDU und SPD auf einen Koalitionsvertrag hat gestern Vormittag in Warmbad für den Moment absolut nicht interessiert. Bundestagsabgeordneter Alexander Krauß (CDU) verkündete die neueste Nachricht aus Berlin direkt zum Ende des Pflegefrühstücks, zu dem er Vertreter der Pflegebranche eingeladen hatte. Doch unter ihnen war die Stimmung zu sehr aufgeheizt, nachdem zuvor Tacheles gesprochen wurde.

Zu Beginn der Diskussionsrunde verdeutlichte Krauß die wichtige Rolle des Pflegebereichs. Bundesweit 8000 neue Fachstellen, Rückkehr von Teil- in Vollzeit, Mindestlohn für Pflegehilfskräfte und bessere Honorierung der Wegezeiten im ambulanten Pflegedienst sollen der Branche bei den aktuellen Problemen helfen. Auf die Lage wiederum ging anschließend Staatssekretärin Regina Kraushaar vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz ein, verwies auf die stetig steigenden Pflegebedürftigen, die großen Lohnunterschiede innerhalb der Branche in Sachsen und sprach Unterstützung des Freistaates mit einem regionalen Pflegebudget von 50.000 Euro pro Landkreis zur freien Verfügung zu. Zu künftigen Regionaldialogen sollen zudem Probleme gelöst werden.

Die Einrichtungsleiter aus dem ambulanten und stationären Bereich machten anschließend ihrem Unmut Luft. Und äußerten dabei ordentlich Kritik. Sachsen sei kein guter Partner, Sachsen sei beim Thema Pflege Entwicklungsland. Noch werden viele Pflegebedürftige von Angehörigen zuhause betreut. "Doch das wird sich ändern. Wir benötigen mehr Angestellte für den ambulanten Bereich. Aber wir haben ein Personal- und Finanzierungsproblem. Schon jetzt nehmen wir uns innerhalb der Branche gegenseitig die Fachkräfte weg", sagte Andreas Haustein, Geschäftsführer Sozialbetriebe Mittleres Erzgebirge. Es sei prägnant, was an der Basis abläuft.

Wolfgang Kempf von der Geschäftsführung der Lauckner Kempf Pflege ergänzte: "Die Lage ist ernster. Die Altenpflegerbranche wird gegenüber der Lobby Krankenhäuser Nachteile erleiden. Und woher sollen die 8000 zusätzlichen Beschäftigten kommen?" Eine Antwort darauf hatte Staatssekretärin Kraushaar nicht. Sie versprach, beim nächsten Dialog Vertreter der Kassen mit an den Tisch zu holen, um gemeinsam über Kosten zu sprechen. Zum Thema Lohn hatte Sozialamtsleiter Frank Reißmann vom Erzgebirgskreis eine klare Position: Alle Pflegedienstleister sollen gleiche Bezüge festlegen. "Wir müssen ehrlicher werden. Auch bei den Lohnkonditionen."

 
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