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Die Komparsen Miriam Spranger und René Hickmann am Brunnen aus Pappmaché, der im Hof der Burg für den Film gebaut wurde.

Foto: Falk Bernhardt

"Der süße Brei" stillt den Hunger auf Märchen

Auf Burg Kriebstein war am Mittwoch der letzte Drehtag für einen Film von MDR und ZDF. Darin finden sich auch Menschen aus der Region wieder.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 18.04.2018

Kriebstein. Es sind die magischen Worte "Töpfchen, Töpfchen koche" die im Märchen "Der süße Brei" der Gebrüder Grimm die Leute satt machen. Die Drehbuchautoren Anja Kömmerling und Thomas Brinx haben aus der wenige Seiten umfassenden Vorlage eine große Abenteuergeschichte gemacht. Der Märchenfilm soll im Weihnachtsprogramm des ZDF laufen, später im MDR. Am Mittwoch war der letzte Drehtag auf Burg Kriebstein, und die Kinderfilm GmbH gewährte einen Einblick in die Arbeit vor Ort.

Hauptdarstellerin ist Svenja Jung, die als Jola von einer Waldfrau eine Scherbe bekommt, und danach die restliche Teile finden muss, um das legendäre Töpfchen wieder zusammenzusetzen. Derweil leiden die armen Leute weiter Hunger, sterben aber nicht, sondern verwandeln sich zuvor in Vögel. Jolas Helfer ist Veit (Merlin Rose), einer der Bösen wird von Stipe Erceg (bekannt aus "Die fetten Jahre sind vorbei") verkörpert.

Svenja Jung war ihr Filmpartner bekannt, die Region aber neu. "Hier kann man bestimmt toll Urlaub machen", sagte die Schauspielerin, die in der Verfilmung einen Bezug zur Gegenwart sieht. "Es gibt Leute, die hungern, und wir müssen uns bewusst werden, wie privilegiert wir doch leben können. Ich denke, das Thema erreicht viele Menschen."

Daran haben etliche Komparsen ihren Anteil. Mit René Hickmann war einer dabei, der sich in Kriebstein bestens auskennt. Der Heidenauer gehört zum Freundeskreis der Burg und wirkt regelmäßig bei den geheimnisvollen Führungen mit. Als Komparse bekam er gut 60 Euro pro Drehtag.

Über eine Agentur und die Suche nach "besonders schlanken Frauen" kam Miriam Spranger aus Ottendorf zum Set. Die freiberufliche Musikerin spielte eine der Hungernden. "Text hatte ich nicht, ich lief immer mal durch die Szenerie", erzählte die 29-Jährige. "Aber es ist ja auch mein erster Film. Es hat Spaß gemacht, der Umgang mit den Schauspielern war unkompliziert."

Dass die Burg mit dem Film viele Leute erreicht, steht für Verwalterin Susanne Tiesler fest: "Wer Kriebstein kennt, wird es wiedererkennen." Es musste nur wenig verändert und umgebaut werden. Einige Schilder wurden entfernt und die Eingangssäulen verkleidet. Im Hof wurde ein Brunnen und vor dem Museumseingang eine Tür gebaut - beides täuschend echt, aber aus Pappmaché.

Ab Donnerstag hat die Burg wieder regulär für Besucher geöffnet, wobei es noch einige Requisiten zu entdecken gibt.

 
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