Breitenau: Zeugin meldet sich auf Aushang

Prozess wegen Totschlags soll bis Ende August weitergehen

Breitenau/Chemnitz.

Das Urteil im Totschlagsprozess von Breitenau wird nicht Ende Juni gefällt. Gestern hat die Vorsitzende Richterin am Landgericht Chemnitz vier weitere Termine bekanntgegeben: den 11.Juli sowie den 10., 20. und 29. August. Unter anderem soll eine Zeugin gehört werden, die erst kürzlich in Erscheinung getreten ist.

Sie hatte sich auf einen Aushang hin gemeldet, auf dem die Mutter des Angeklagten in der Region Flöha nach Zeugen sucht, die zwischen 3. und 4. April 2017 ihren blauen Peugeot gesehen haben. Spät am Abend des 3. April war ein Chemnitzer auf einem Feld bei Breitenau überfahren worden. Das Tatfahrzeug hatte die Polizei zwei Tage später in einer Garage gefunden. Der Sohn der Halterin hatte sich nach einer Öffentlichkeitsfahndung gestellt und muss sich seit Januar vor Gericht verantworten. Er war mit dem Opfer am Tatabend verabredet.

Dem Beweisantrag seines Pflichtverteidigers zufolge hat die neue Zeugin den Peugeot am 3. April gesehen, als der Fahrer ihr die Vorfahrt nahm. Daraufhin hätten zwei Insassen zu beiden Seitenfenstern heraus obszöne Gesten gemacht. Die gesplitterte Frontscheibe spräche für eine Zeit nach der Tat. Zudem soll eine weitere Frau geladen werden, die die Leiche zuerst entdeckt haben will und das einer Freundin der Schwester des Angeklagten mitgeteilt hatte. Der Rechtsanwalt hatte zunächst eine falsche Adresse vorgelegt, konnte aber gestern eine andere ermitteln. Die Schwester des Angeklagten machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Zudem wurden gestern zwei Zeugen zur Öffnung der Garage am 5.April 2017 vernommen: Der Vermieter, der bereits im März gehört worden war, und einer der Beamten, der ab vormittags vor Ort war. Strittig war, wann die Tür geöffnet wurde. Der Vermieter berichtete, zunächst nur durch einen Spalt in die Garage des Angeklagten geschaut und ein Auto gesehen zu haben. "Wir waren überraschend, dass ein Auto drin war", so der Kriminalhauptmeister. Die Polizei sei davon ausgegangen, dass der Peugeot verkauft worden war. Erst am Nachmittag, als der Durchsuchungsbeschluss vorlag, sei die Garage geöffnet worden, so der Beamte. Der Prozess wird am 27. Juni, 9 Uhr mit einer Aktenverlesung fortgesetzt.

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