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Die erste "Simme": Stefan Moosdorf im Jahr 1972 auf dem Grundstück seiner Eltern in Niederwiesa mit seinem ersten Moped.

Foto: Privat Bild 1 / 2

Der Koch aus dem Norden lobt Essen auf Rädern in der Heimat

Stefan Moosdorf wuchs in Niederwiesa auf und lebt heute an der Nordsee. Besucht er seine Mutter in Flöha, freut er sich auf besondere Mahlzeiten.

Von Claudia Dohle
erschienen am 12.01.2018

Flöha. Zweimal jährlich nimmt Stefan Moosdorf die 550 Kilometer Fahrweg auf sich und fährt vom Norden der Republik nach Flöha. Dort besucht der 63-Jährige seine inzwischen 83-jährige Mutter und verbringt die Weihnachts- oder auch Geburtstage mit ihr und sieht auch seine Brüder in Flöha und Freiberg.

Moosdorf, aufgewachsen in Niederwiesa, wohnt seit 1992 im Nordseebad Burhave auf der Halbinsel Butjadingen, etwa 15 Kilometer westlich von Bremerhaven. Dem Witwer, dessen Frau 2014 starb, gefällt es im Norden sehr gut, aber in seine alte Heimat zieht es ihn trotzdem immer noch regelmäßig.

"Ich habe ab 1972 in der damaligen HO-Gaststätte im Schloss Augustusburg meine Kochlehre absolviert", sagt Moosdorf, der wie andere Lehrlinge auch Zwischenstationen in anderen HO-Gaststätten wie beispielsweise im Stadtcafé Flöha oder im Brauhof Niederwiesa machen musste. Die Leute hätten damals gerne Schnitzel, Broiler, Würzfleisch oder Soljanka gegessen, erinnert sich Moosdorf. Mit dem Fahrrad sei er damals von Niederwiesa nach Erdmannsdorf gefahren. "Dann mit der Drahtseilbahn hoch und das letzte Stück mit dem Rad. Ich hatte zwar einen Moped-Führerschein aber leider noch kein Moped."

Nach der Lehre sei er in der Küche des Betriebes VEB Großdrehmaschinen "8. Mai" im damaligen Karl-Marx-Stadt tätig gewesen. "Kohlrouladen haben dort 90 DDR-Pfennige gekostet, Eintöpfe sogar nur 60 Pfennig", erinnert er sich. Ein Dessert - damals hieß es noch Kompott - oder eine Suppe kosteten 20 Pfennige. "Ein Schnitzel für 1,50 Mark war da schon ein teures Gericht", sagt Moosdorf, der zu dieser Zeit etwa 900 Mark im Monat verdiente.

In der Betriebsküche lernte er seine Frau kennen. Nach einer Umschulung, die Moosdorf "Anpassung zum Westkoch" nennt, ging es 1992 gemeinsam mit ihr auf die Halbinsel Butjadingen. "Wir haben dort zusammen in einem Hotel gearbeitet", berichtet Moosdorf. Weil der Stress für beide aber zu viel wurde, kündigten sie zeitgleich. Seine Frau arbeitete fortan in der Pflege. Stefan Moosdorf bekam eine Stelle als Hausmeister in der katholischen Gemeinde, wo er auch heute noch arbeitet.

"Wenn ich über die Feiertage meine Mutter besuche, lassen wir uns das Essen immer liefern. Meine Mutter bezieht seit Jahren das ,Essen auf Rädern' aus der vereinseigenen Küche der Volkssolidarität, und es schmeckt ihr und auch mir sehr gut", sagt der gelernte Koch. Eigentlich könne er ja auch selber kochen, aber Mutter Silvia würde darauf bestehen, dass er Urlaub hätte und nichts kochen müsse.

 
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