Die Vision: Ein Mix aus Stadt und Land

Seit 2002 hat Flöha ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept. Zweimal schon wurde das Papier aktualisiert. Bis 2030 wird es fortgeschrieben. Und immer noch ist die Entwicklung von Brachflächen ein Kernthema.

Flöha.

Freie Presse: Das Fortschreiben des Stadtentwicklungskonzeptes ist aufwendig und kostet Geld. Welchen Nutzen bringt der Plan den Bürgern der Stadt?

Volker Holuscha: Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept beinhaltet auf Basis einer umfangreiche Bewertung der Ist-Situation konkrete Ziele und Maßnahmen für eine zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt, die räumlich und auch zeitlich eingeordnet sind. Damit ist die Stadt sehr gut aufgestellt, wenn es darum geht, ein lebenswertes Wohnumfeld zu bieten beziehungsweise zu schaffen. Dazu gehören attraktive, bezahlbare Wohnraumangebote, Einkaufsmöglichkeiten, eine gut ausgebaute Infrastruktur mit Bildungsangeboten, Straßen, Nahverkehr, ein hoher Freizeitwert sowie eine gute Anbindung an das Umland - vor allem an das Oberzentrum Chemnitz - und natürlich Arbeitsplätze. Das ist alles nicht von heute auf morgen realisierbar, deshalb der Zeithorizont bis 2030.

Sind Sie mit der Bürgerbeteiligung zufrieden?

Es haben sich im Rahmen der Fortschreibung bislang mehr Bürger beteiligt, als in den Jahren zuvor. Dies zeigt meiner Ansicht nach ein steigendes Interesse der Bürger an der Entwicklung ihrer Stadt. Deutlich wurde dies bereits bei der Umfrage. Weiterhin haben Flöhaer Bürger mit entsprechenden Fachkenntnissen bei Arbeitskreissitzungen mitgewirkt. Und es gab immer wieder sogenannte Zielgruppengespräche - zum Beispiel mit Verantwortlichen für Kinder- und Jugendarbeit, die ihre Ideen und Meinungen eingebracht haben. Jetzt freuen wir uns auf Anregungen und konstruktive Diskussionsbeiträge bei der bevorstehenden Bürgerversammlung. Auf Info-Tafeln und im Rahmen eines Vortrages werden die wichtigsten Fakten aus dem Entwurf präsentiert. Es besteht die Möglichkeit, mit Vertretern des von uns beauftragten Planungsbüros und der Stadtverwaltung Themen zu vertiefen und zu diskutieren. Die Jugendstimme Flöha nutzt diese Bürgerversammlung als Auftakt für ihre Fotoausstellung, welche die Sicht der Jugendlichen auf ihre Stadt wiedergibt und zum Nachdenken anregen soll. Darüber freue ich mich sehr.

Nehmen wir an, Sie sind 2030 Gast in einer TV-Sendung und dürfen den Zuschauern die Stadt Flöha kurz beschreiben. Was werden Sie sagen?

Flöha ist eine lebendige Kleinstadt in einer einzigartigen Umgebung. Mit einer imposanten und revitalisierten Industriearchitektur aus dem 19. Jahrhundert und einer kompakten Siedlungsstruktur mit kurzen Wegen zu allen erforderlichen Infrastruktureinrichtungen einerseits sowie einer schönen Naturlandschaft mit erlebbaren Flusslandschaften von Zschopau und Flöha und unmittelbar an die Stadt grenzenden ausgedehnten Waldgebieten. So kombiniert Flöha städtische und ländliche Vorzüge. Flöha hat den Wandel von einer Industriestadt, die von zwei, drei Fabriken geprägt war, hin zum lebendigen Wohnstandort für alle Generationen mit ausgezeichneter Bildungs- und Betreuungslandschaft sowie wachsenden klein- und mittelständischen Gewerbebetrieben geschafft. Hier lohnt es sich zu leben.


Bürger können mitreden

Der Entwurf des bis 2030

fortgeschriebenen Integrierten

Stadtentwicklungskonzeptes wird

am 27. Juni ab 18.30 Uhr bei einer Bürgerversammlung im Stadtsaal

des Wasserbaus vorgestellt und

diskutiert. Ab 17.30 Uhr werden Info-Tafeln ausgestellt, Vertreter des

beauftragten Planungsbüros Kewog Städtebau sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung stehen als Gesprächspartner zur Verfügung. Auch während der Bürgerversammlung gibt es eine Frage-Antwort-Runde. Im September soll das Konzept vom Stadtrat als Fahrplan in die Zukunft beschlossen werden. Fragen können vorab per E-Mail gestellt werden: stadtentwicklung@floeha.de.

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