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Johannes-Elias Schönherr aus Eppendorf mit seinem Barschrank. Als Material hat der angehende Meister Eiche verwendet, "derzeit das Trendholz Nummer 1". Für die Korpusse kam mit Linoleum beplanktes Sperrholz zum Einsatz. Verbaut sind außerdem Messingteile und ein Spiegel als Rückwand. Ähnlich wie bei einem Kühlschrank finden Flaschen und Gläser in dem Schrank und in seinen Kastentüren Platz.

Foto: Toni Söll

Die Wunderbar aus Eppendorf

Johannes-Elias Schönherr aus Eppendorf gehört zu den 24 Teilnehmern des diesjährigen Meisterlehrgangs im Tischlerhandwerk aus dem Kammerbezirk Chemnitz und aus Thüringen. Die Handwerkskammer Chemnitz zeigt ihre Meisterstücke.

Von INGOLF ROSENDAHL
erschienen am 11.06.2018

Eppendorf. Ein großer Tag für Johannes-Elias Schönherr. Der gebürtige Eppendorfer ist angehender Tischlermeister. Am Samstag begutachtete die Prüfungskommission sein Meisterstück, die Wunderbar.

Dass es am Ende kein Tisch, Bett oder Stuhl, sondern ein Barschrank geworden ist, hat sich einfach so ergeben. "Am Anfang habe ich mich mit einer bestimmten Holzverbindung beschäftigt, einem Schlitz-Zapfen über Kreuz", erzählt der gebürtige Eppendorfer. "Um diese herum wuchs die Idee der Wunderbar erst gedanklich und dann auch in der Realität."

Tischler wollte der 22-Jährige werden, weil er "etwas mit Holz" machen möchte. "In meiner Klasse hatten die meisten eher etwas mit Metall am Hut. Ich wollte etwas anderes." Sein Handwerk gelernt hat er in einem Familienbetrieb in Lengefeld, wo auch die Wunderbar entstand. Die Spezialisierung auf den Möbelbau kam allerdings erst im Laufe der Zeit. Das Faszinierende an Holz ist für den jungen Mann die Kombinationsfähigkeit des Materials und die gute Ökobilanz des Werkstoffs, vorausgesetzt, er landet nicht einfach im Kamin. Wenn er in ein Möbelhaus geht, bricht Johann-Elias Schönherr auch nicht den Stab über die industriellen Hersteller und deren Produkte. Es sei halt alles eine Frage des Preises. "Das sind dort auch keine schlechten Möbel", schätzt er ein. "Aber beim Tischler hat der Kunde viel mehr Möglichkeiten, sei es bei Form, Farbe oder der Funktion. Wir stellen auch individuelle Maße her."

Die Wunderbar ist 1,72 Meter hoch, 80 Zentimeter breit und 50Zentimenter tief. Als Material hat der angehende Meister Eiche verwendet, "derzeit das Trendholz Nummer 1". Für die Korpusse kam mit Linoleum beplanktes Sperrholz zum Einsatz. Verbaut sind außerdem Messingteile und ein Spiegel als Rückwand. So ähnlich wie bei einem Kühlschrank finden Flaschen und Gläser in dem Schrank und in seinen Kastentüren Platz. Die Farbe des Eichenholzes bildet dabei einen Kontrast zum Dunkelgrün der Korpusse.

Vorgaben für die Verbindung der einzelnen Teile habe es keine gegeben. Das Stück musste nur eben "meisterlich konstruiert" sein. Beim Tag des offenen Meisterstücks am Samstag im Verwaltungsgebäude der Handwerkskammer in der Limbacher Straße in Chemnitz begutachtete die Prüfungskommission die Meisterstücke und vergab ihre Punkte, maximal 100.

Am Mittwoch folgt dann noch eine mündliche Prüfung, in der die jungen Leute ihre Arbeiten vor derselben Kommission verteidigen müssen und danach ihre Zensuren erhalten. "Ich hoffe auf möglichst viele Punkte", sagt Johannes-Elias Schönherr. Nur mit einer Empfehlung des Meisterprüfungsausschusses kann er mit seiner Wunderbar an der Fachmesse "Room & Style 2019" in Dresden teilnehmen. "Eine Nominierung dafür wäre toll", so der Tischler.

Schon sind die ersten Flaschen und Gläser für die Wunderbar ausgewählt. Viele weitere spendierten Freunde und Familie am Wochenende. Und was wird später aus dem Barschrank? "Er kommt zu mir nach Hause nach Eppendorf", freut sich Johannes-Elias Schönherr. Bis zum 14. Juni bleibt die Wunderbar aber erstmal bei der Handwerkskammer in Chemnitz.

 
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