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Steffen Gröbner nutzt die Chance für ein vorerst letztes Aquarell mit Bagger an der Oederaner Hauboldmühle. Denn der verschwindet in dieser Woche erst einmal von der Baustelle.

Foto: Hendrik Jattke

Ein Umbau in Bildern

Die Sanierung der Alten Mühle in Oederan zeichnet der Maler Steffen Gröbner Stück für Stück mit. Der Ort weckt bei ihm persönliche Erinnerungen.

Von Nina Monecke
erschienen am 08.02.2018

Oederan. Die Bauarbeiter an der Hauboldmühle in Oederan kennen Steffen Gröbner mittlerweile gut. "Du auch wieder hier", sagt einer und winkt. Seit 2016 bekannt wurde, dass das historische Gebäude in der Altstadt im Auftrag der Stadbau- und Wohnungsverwaltungsgesellschaft (SWG) umgebaut und saniert werden soll, ist der Maler und Grafiker Gröbner regelmäßig hier - und begleitet künstlerisch den Bauprozess. "Ich gehöre schon mit zum Inventar der Baustelle", sagt Gröbner. Bevor die Bagger anrollten und mit dem Abriss des Nebengebäudes begannen, habe er die Mühle bereits in mehreren Ölgemälden festgehalten. Die einzelnen Bauschritte zeichnet er in Din-A4-Größe und im Postkartenformat mit Acrylfarbe. "Ein Skizzenbuch habe ich schon komplett gefüllt", sagt Gröbner. Immer in der unteren rechten Ecke mit dem jeweiligen Datum versehen, damit der Bauprozess später nachvollziehbar ist.

Das Haus, in dem vor über 150Jahren eine Mühle und eine Bäckerei eingerichtet wurden, betrachtet Gröbner aus allen möglichen Blickwinkeln. Dafür darf er auch den Garten der anliegenden Bewohner als Arbeitsplatz nutzen. Morgens beginnt er früh gegen 9Uhr und bleibt, bis die Sonne untergeht. Auch bei eisigen Temperaturen. Die Hände stecken in kurzen Handschuhen, damit die Finger in der Kälte weitestgehend beweglich bleiben. "Zwischendurch mache ich Pause und gehe in die Innenstadt in ein Café oder besuche Bekannte", sagt Gröbner. Zum Sitzen hat er einen Hocker zum Aufklappen dabei. Die kleineren Malarbeiten fertigt er ohne Staffelei auf seinem Schoß an. Die Gelegenheit, einen solchen Umbau in Bildern zu begleiten, ergebe sich nicht oft, so Gröbner. "Das ist den Aufwand wirklich wert." Einmal die Woche reist der 43-Jährige deshalb aus Weinböhla im Landkreis Meißen an, manchmal auch öfter. Dort ist Gröbner aufgewachsen. Einen Großteil seiner Kindheit habe er aber auch in Oederan verbracht. "Meine Mutter ist hier geboren", sagt der Künstler und deutet auf ein weißes Gebäude, nur wenige Meter von der Mühlenbaustelle entfernt. "Meine Tante wohnte noch lange im Haus nebenan. Dort waren wir oft zu Besuch und haben als Kinder an der Mühle gespielt." Bis heute hat Gröbner den Kontakt zur Stadt gehalten. Viele Gebäude in Oederan habe er bereits gezeichnet. Einige Aquarelle von ihm sind im aktuellen Kalender der Stadt zu sehen.

Immer wieder halten Passanten an für einen kurzen Plausch oder um einen Blick auf das gerade entstehende Bild zu erhaschen. "Das stört mich beim Arbeiten nicht, genauso wenig wie der Baulärm. Das gehört einfach dazu und fließt mit in die Bilder ein", sagt Gröbner. Der Künstler mag die Freilichtmalerei und dabei ein Stück Natur und Umgebung unter freiem Himmel bei natürlichen Lichtverhältnissen und Farbgebungen abzubilden. Daran habe ihn sein Lehrer Manfred Wünsche in der Meißner Porzellanmanufaktur schon im Alter von 17 Jahren herangeführt. Gröbner ist gelernter Porzellanmaler.

Seine Chronik in Bildern vom denkmalgerechten Umbau der Hauboldmühle soll zum Ende des Jahres in einer Ausstellung im Webmuseum gezeigt werden. Außerdem sei ein Buchprojekt geplant. "Zu meinen Bildern wird Sonja Voigt die Geschichte der Alten Mühle aufschreiben", sagt Gröbner. Die Oederanerin Sonja Voigt arbeitet ehrenamtlich für das Museum. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

 
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