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Revierassistent Wolfgang Flade begutachtet im Arboretum Augustusburg eine Drehkiefer, die gebrochen und umgestürzt war.

Foto: Claudia DohleBild 1 / 2

"Es ist einfach momentan viel zu gefährlich"

Die Revierleiter beklagen: Trotz Verbots gehen Unbelehrbare in den Wald. Entwarnung gibt es jedoch für die Naturrodelbahn.

Von Claudia Dohle
erschienen am 09.02.2018

Augustusburg. Der Blick von Wolfgang Flade, Revierassistent im Forstrevier Kleinolbersdorf, geht ständig nach oben, als er durch den Augustusburger Wald geht. "Nach dem Sturmtief Friederike vor drei Wochen hängen noch viele abgebrochene Spitzen in den Baumkronen. Es braucht nur eine Böe, und die Spitzen können herunterfallen", sagt Flade. Der Revierassistent notiert die Schäden auf einem Blatt, kennzeichnet zu fällende Bäume mit Farbe.

Seit Tagen läuft Wolfgang Flade durch die Wälder. Allein im Bereich der Augustusburger Naturrodelbahn hat er diese Woche 30 Bäume markieren müssen. In einer anderen Abteilung, wie die Flächen im Wald genannt werden, unterhalb von Schloss Augustusburg sind es sogar 56. Etwa fünf bis sechs Abteilungen schaffe er pro Tag, sagt Flade. "Ich hatte gerade die Erfassung der Schäden zum Sturm Herwart abgeschlossen, da kam Friederike. Im Moment kann ich keinen Sturm mehr gebrauchen", erzählt Flade.

Dabei ist Augustusburg noch glimpflich davongekommen, ebenso die Struth in Flöha, sagt Marion Uhlig, im Forstbezirk Chemnitz zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wegen der Sturmschäden sind immer noch viele Wälder gesperrt. "Dort, wo der Sturm am meisten gewütet hat, gilt ein generelles Verbot, damit sind dann auch die Waldwege gemeint. Es ist einfach momentan zu gefährlich", sagt Marion Uhlig.

Der Forstbezirk Chemnitz umfasst Flächen von Siebenlehn bis Glauchau. Im Revier Kleinolbersdorf, zu dem Augustusburg gehört, seien bisher 4000 Festmeter Schadholz von den Revierleitern gemeldet worden, im Revier Hammerleubsdorf bis jetzt 7000 Festmeter. Schlimmer hat es den Rossauer Wald und den Zellwald bei Siebenlehn erwischt. Allein im Rossauer Revier wurden bisher 40.000 Festmeter beschädigte Bäume gemeldet.

"Leider sind einige unbelehrbar und gehen trotz Verbots in den Wald", sagt Marion Uhlig. Die Menschen seien respektloser gegenüber den Revierleitern geworden, ignorierten Warnbänder und Verbotsschilder. Aber man könne nicht überall Schilder aufstellen, denn die Revierleiter und Mitarbeiter der acht Landeswaldreviere und fünf Privat- und Körperschaftswaldreviere hätten momentan dringendere Aufgaben zu erledigen, nämlich die Aufnahme der Schäden und deren Beseitigung.

Marion Uhlig mahnt: Wer sich nicht mit Waldwirtschaft auskenne, unterschätze die derzeitige Gefahr in den Wäldern. Flachwurzler, die sich beim Sturmtief Friederike nur leicht geneigt haben, könnten jetzt bei leichtem Wind plötzlich umstürzen. "Da reicht manchmal schon eine Windböe."

Die Begutachtung der Wälder wird dauern. Das Fällen und die Beseitigung des Holzes auf den Hauptwegen soll laut Uhlig bis Mai geschafft sein. "Es muss so schnell wie möglich geschehen, am besten bis zum Frühjahr, denn sonst müssen wir befürchten, dass der Borkenkäfer zuschlägt", sagt Uhlig. Die Aufräumarbeiten der Sturmschäden im gesamten Forstgebiet Chemnitz würden sich vermutlich bis Ende des Jahres hinziehen. Ein Lichtblick: Wolfgang Flade hat für den Wanderweg der Naturrodelbahn von Augustusburg nach Erdmannsdorf Entwarnung gegeben. "Diesen Weg darf man nutzen. Dort droht keine Gefahr mehr von oben."

 
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