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Wurde als eine der Schwachstellen erkannt: Das Aufbauen des Zeltes zum Schutz vor Sonne oder Regen habe etwas zu spät begonnen.

Foto: Eckardt MildnerBild 1 / 3

Feueralarm im Kreiskrankenhaus

Bei einer Großübung haben Mitarbeiter und Rettungskräfte versucht, eine Station des Hauses schnellstmöglich zu evakuieren. Nicht alles lief dabei nach Wunsch.

Von Wieland Josch
erschienen am 19.06.2017

Freiberg. Samstag, kurz vor 9 Uhr. Im hinteren Bereich des Kreiskrankenhauses Freiberg ertönt die Sirene. Dichter Rauch nebelt einen ganzen Gang in der zweiten Etage ein. Krankenschwestern und Pfleger eilen von Zimmer zu Zimmer, bald ist auch der verantwortliche Arzt vor Ort, gibt erste Anweisungen. Ganz offensichtlich ist in einem der Patientenzimmer ein Feuer ausgebrochen, nun muss schnell und koordiniert gehandelt werden.

Doch etwas ist seltsam: Hier und da stehen seelenruhig Menschen, die offenbar weder Patienten noch Ärzte sind. Sie beobachten das Geschehen, machen sich Notizen. Der Grund für ihre Ruhe: Es handelt sich nicht um einen tatsächlichen Brand, sondern um eine Übung. Das Personal ist echt, in den Zimmern und Betten befinden sich aber keine Patienten, sondern Darsteller, zusammengestellt aus anderen Mitarbeitern des Hauses.

"Wir haben das Glück, dass derzeit eine gesamte Station leer ist", erläutert Uwe Milker, Sachbearbeiter Katastrophenschutz beim Landkreis Mittelsachsen, der die Aufsicht über die Übung hat. "Bis vor kurzem war in diesem Bereich des Krankenhauses eine Pflegeeinrichtung untergebracht, die aber vor einiger Zeit ausgezogen ist." In diesen Räumen werde der normale Betrieb des Hauses während der Übung nicht gestört.

Sieben Minuten nach dem ersten Sirenenton trifft ein Fahrzeug der Feuerwehr Freiberg ein. Einsatzleiter Matthias Schulze und zwei Kameraden machen sich auf der Etage ein Bild von der Lage, während die ersten "Patienten" aus dem Gefahrenbereich gebracht werden. Eine Minute später bekommt Angelika Matzker einen Anruf, der sie über den Brand informiert. Die Direktorin Medizinischer Prozesse steht im Alarmplan des Kreiskrankenhauses und muss informiert werden. "Eigentlich bin ich gar nicht hier", erzählt sie. "Nach dem Anruf mache ich mich in Dresden auf den Weg und komme erst in etwa einer Stunde hier an." Solange bleibt sie neutraler Beobachter.

Während der Einsatz der Feuerwehrleute routiniert und sicher abläuft, machen sich bei der Evakuierung erste Schwierigkeiten bemerkbar. Vor allem der Transport bettlägeriger Patienten gestaltet sich kompliziert. Das Personal muss die Kameraden um Hilfe bitten, kurz nur macht sich Hektik breit. Mit vereinten Kräften werden die vorgeblich Kranken dann doch noch in den Gartenbereich gebracht.

Rund 100 Personen sind in die Einsatzübung involviert. Neben den Krankenhausmitarbeitern sind das die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Freiberg, der Rettungsdienst, die Schnelleinsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes und, eher im Hintergrund, die Führungsgruppe Einsatzzüge vom Kreisverband Döbeln/Hainichen.

Ein Jahr Vorbereitung steckt in der Übung. Zum letzten Mal fand etwas Ähnliches im Juni 2014 statt. Damals ging es um einen Massenanfall von Verletzten. Bei der Brandsimulation am Samstag liegt der Fokus vor allem darauf, wie schnell und sicher die Patienten aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.

Eine solche Patientin spielt auch Jana Lützner, Referatsleiterin Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Landratsamt. Es hat eine Weile gedauert, bis sie schadlos aus dem Haus transportiert wurde. Nun liegt sie unter freiem Himmel zusammen mit anderen im Garten. Erst jetzt wird einige Meter weiter ein Zelt zum Schutz vor dem Wetter aufgebaut. "Manches dauert etwas lange", sagt Lützner. "Doch deswegen führen wir solche Übungen durch, um aus den Fehlern zu lernen." Oft sind es nur Kleinigkeiten, die aber entscheidend sind, meint sie. "Etwa die Handschuhe der Feuerwehrleute", erklärt Lützner. "Die sind für den Transport von Patienten mit den Tragen zu rutschig."

Stefan Todtwalusch, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, ist froh darüber, dass solche Übungen durchgeführt werden. "Es gibt doch immer etwas zu verbessern", sagt er. "Etwa, dass nach einer halben Stunde immer noch Privatfahrzeuge die angrenzende Straße entlangfahren dürfen." Beeindruckend sei für ihn die Schnelligkeit der Feuerwehr und die Präzision ihrer Arbeit.

In die Auswertung, die in den kommenden Monaten erstellt wird, fließen alle Erfahrungen und Bewertungen der Krankenhausmitarbeiter als auch der hinzugezogenen Rettungskräfte und natürlich die der Patienten ein. Schwachstellen werden dann entsprechend aufgespürt und nach Möglichkeit beseitigt.

 
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