Flöhaer Familienduell bei der Cocktailmeisterschaft in Leipzig

Die Konkurrenz bei den Erdmanns ist groß. Vater, Sohn und Tochter sind am Sonntag gegeneinander angetreten. Sie mixten um die Wette.

Leipzig/Flöha.

Als typischen familiären Wochenendausflug kann man das, was die Erdmanns aus Erdmannsdorf an diesem Wochenende unternommen haben, wohl kaum bezeichnen. Wo andere gemeinsam Rad fahren oder einen Ausflug in die Stadt unternehmen, da treffen sich Maxi, Felix und Tilo Erdmann zum gemeinsamen Cocktailzubereiten in Leipzig.

Dort fanden nämlich am Sonntag die Ostdeutschen Cocktailmeisterschaften statt, bei denen zumindest Tilo und Felix Erdmann durchaus mit einer Favoritenrolle ins Rennen gingen. Denn Vater und Sohn haben hier bereits in der Vergangenheit ihr Können bewiesen. Tilo Erdmann gewann die Meisterschaft bereits einmal und erreicht regelmäßig gute Platzierungen - zuletzt landete er 2016 auf dem zweiten Platz. Sein Sohn Felix Erdmann nahm erstmals 2014 an dem Wettbewerb teil und landete dort direkt vor seinem Vater auf Rang zwei. Tipps habe er damals aber nicht bekommen. "Es herrschte von Anfang an eine Konkurrenz zwischen uns", sagt Felix.

Erstmals mit dabei gewesen ist in diesem Jahr auch Tochter beziehungsweise Schwester Maxi Erdmann. Die jüngste der Drei hatte dabei noch keine Erwartungen, was ihre Platzierung angeht. Bei ihrer ersten Teilnahme ging es erst einmal darum, Erfahrungen zu sammeln. "Ehrgeiz ist aber schon mit dabei. Irgendwann will ich auch mal gewinnen", sagt Maxi. Mit ihrem Auftritt war sie sehr zufrieden. Fehler habe sie fast keine gemacht und trotz Aufregung habe sie auch kaum gezittert. Sehr gute Noten gaben die Punktrichter ihr entsprechend bei der Technik - insgesamt 19 von 20 möglichen.

Ins Rennen ging die 23-Jährige mit einem schokoladigen Drink. Der "Touch of Chocolate", wie Maxi ihre Kreation nennt, beruht auf einer Gin-Basis und wird mit Schokoladensirup versetzt. Als besondere Verzierung diente eine schokolierte Erdbeere. Am Ende landete sie im Mittelfeld und war damit durchaus zufrieden.

Deutlich ehrgeiziger ging es da bei Felix zu, der vor allem seinen Vater schlagen wollte. Allerdings habe er recht wenig Zeit gehabt, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. Ein großes Problem sei dies aber nicht gewesen, seine bisherigen Erfahrungen haben ihm da geholfen. Bereits mit zehn Jahren stand er zum ersten Mal an einer Bar, mixte damals natürlich noch alkoholfreie Getränke. Seit 2011 ist er offiziell Barmixer, ausgebildet in der Bar seines Vaters an der Augustusburger Straße in Flöha. Mit seinem "Buoni Amici" (italienisch für gute Freunde) getauften Drink, zu dessen Dekoration übrigens Pancetta-Schinken gehört, landete er diesmal wie seine Schwester im Mittelfeld. Damit hat er den Wettbewerb gegen den Vater in diesem Jahr verloren - im internen Duell stehe es damit jetzt sechs zu fünf für Vater Tilo.

Auf die Motivation des Vater-Sohn-Duells muss Felix in Zukunft aber verzichten. Nachdem er in diesem Jahr noch an der Deutschen Meisterschaft teilnimmt, will Barmeister Tilo Erdmann sich aus dem aktiven Wettkampfgeschehen zurückziehen und stattdessen in Zukunft in der Jury sitzen. Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft erreichte der Familienvater mit einem zweiten Platz in Leipzig. Er setzte bei seinem Drink auf sein Lieblingsgetränk Whiskey, den er mit fruchtigen Aromen vermengt. Neben Limettensaft finden auch Mangosirup und Rhabarbernektar ihren Platz im Getränk.

Für die Dekoration des "Hidden Goal" getauften Cocktails arbeitete der diesjährige Vizemeister extra mit einem Flöhaer Floristen zusammen, um den Drink in einem möglichst schottischen Look zu präsentieren. Die Entwicklung des Getränks für den Wettbewerb startete für Tilo Erdmann bereits etwa zwei Monate zuvor. Eine lange Vorbereitungszeit sei wichtig, um die Aromen möglichst perfekt aneinander anzupassen.

Jetzt zieht bei Familie Erdmann erst einmal wieder der Alltag ein. Dabei gilt es auch, sich auf Feierlichkeiten im Juli vorzubereiten. Am 7. Juli feiert die Bar Academy in Flöha nämlich ihr 20-jähriges Bestehen. Vater, Sohn und Tochter organisieren dafür eine große Feier - ganz ohne Konkurrenzdenken.

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