Gahlenzer Wehrleiter mimt den Monteur

Die Augustusburger Ortswehren haben gemeinsam den Ernstfall geprobt. Ein Schieber im Schwarzbach machte ihnen aber bei der Abschlussübung in Kunnersdorf zu schaffen.

Kunnersdorf.

Bis auf einen Schieber an der Löschwasserentnahmestelle, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes klemmte, lief der Ausbildungstag perfekt. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Augustusburg mit den Ortswehren Augustusburg, Erdmannsdorf und Hennersdorf hatten am Samstag gemeinsam trainiert. Der Schieber im Schwarzbach machte den Feuerwehrleuten bei der Abschlussübung in Kunnersdorf jedoch zu schaffen. Ein Feuerwehrmann musste ins Wasser steigen, um ihn zu lösen. Drei andere drückten mit viel Kraft das Holzbrett hinunter, damit sich genügend Löschwasser anstauen konnte.

"Es ging sehr schwer und dauerte eine Weile. Wir als Feuerwehr und auch die Firma Flexitex haben das Problem mit diesem Schieber schon seit vielen Jahren immer wieder bei der Stadt angebracht", sagte René Gläser, der seit 2012 Stadtwehrleiter ist. "Es wäre wichtig, wenn wir an dieser Staustelle auch einen Schieber mit Kurbel hätten, wie es ihn an dem anderen Bach in Kunnersdorf bereits gibt", sagte Gläser. Bürgermeister Dirk Neubauer erklärte dazu gestern auf Anfrage: "Wir werden das in diesem Jahr noch in Angriff nehmen. Das ist bereits in Planung."

Der Stadtwehrleiter war mit dem Übungstag dennoch sehr zufrieden. "Die 34 Kameraden haben alles ordnungsgemäß angewendet, was am Vormittag bei der Stationsarbeit geschult wurde", berichtet Gläser. Neben Übungen mit Schiebe- und Steckleitern wurde vormittags auch ein Innenangriff in einem leerstehenden Haus an der Eppendorfer Straße geprobt. Als dann 13.30 Uhr der Alarm ausgelöst wurde und die Einsätzkräfte nach Kunnersdorf gerufen wurden, konnten sie ihr vorab geschultes Wissen unter Beweis stellen. Unterstützung bekamen sie von fünf Kameraden der hessischen Partnerfeuerwehr Dreieich-Buchschlag, mit der sie seit 26Jahren bei den Ganztagsausbildungen eng zusammenarbeiten.

"Bei einem ,Tag der offenen Tür' in der Firma Flexitex ist eine Schulklasse im Gebäude unterwegs, als im zweiten Obergeschoss Feuer ausbricht. Zudem gibt es noch eine spätere Explosion im Heizraum. Ein Heizungsmonteur muss aus dem Fenster gerettet werden", beschrieb Gläser die simulierte Lage.

Acht junge Leute aus der Jugendfeuerwehr, die sich an verschiedenen Stellen im Gebäude aufhielten, wurden so nach und nach gerettet. Sie bewiesen zwischendurch auch schauspielerisches Talent, etwa als ein in der Toilette eingesperrter Junge laut jammernd auf seine vorgetäuschte Knieverletzung hinwies und hinausgetragen werden musste.

Während andere Kameraden mittlerweile Löschschläuche ins Gebäude verlegten, musste der Heizungsmonteur noch gerettet werden. Dieser entpuppte sich als der Gahlenzer Wehrleiter Thomas Ladewig. "Er spielt jedes Jahr bei unseren Abschlussübungen mit", sagte René Gläser. Nachdem Ladewig gesichert wurde, halfen ihm zwei Feuerwehrmänner der Augustusburger Wehr durchs Fenster im zweiten Geschoss über eine Leiter nach draußen.

"Es hat alles geklappt. 17 Uhr waren wir fertig. Wir freuen uns, dass wir die Übung bei der Firma Flexitex machen durften", berichtete Gläser. Laut Wehrleiter gab es noch nie Schwierigkeiten bei der Suche nach Firmen, bei denen die jährlichen Abschlussübungen abgehalten werden können. Nach einem anstrengendem Tag fanden sich die Wehrleute zu einem Kameradschaftsabend im Depot in Augustusburg ein.

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