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Unwetter über Sachsen: Am Sonntag zog eine sogenannte Superzelle mit einer tief hängenden Wolkenwand von Leipzig nach Mittweida und Freiberg. Zum Abend wurde aus dieser "Superzelle" immer mehr eine Unwetterfront. Sie brachte einen heftigen Starkregen und kleinkörnigen Hagel. DenAnblick hielt der Fotograf bei Großschirma fest.

Foto: Bernd MärzBild 1 / 2

Juni-Wetter: Tropentage, Gewitter, letzte Minusgrade

Kaum zu glauben, aber im Juni kann es nicht nur hochsommerliche Tage geben, sondern auch noch Frost. Ein Rundgang durch die Geschichte des Wetters in diesem Monat.

Von Manfred Tietz
erschienen am 13.06.2018

Frankenstein. Kalt, verregnet, Frost: Der Juni konnte auch schon anders als in diesem Jahr. Besonders in den 1970er-Jahren mussten mehrfach in ungünstigen Lagen Frostschäden hingenommen werden; zum Beispiel am 1. Juni 1977. In jüngster Vergangenheit sind derartige Schadensereignisse im Juni glücklicherweise ausgeblieben. Nicht jedoch die sogenannten Schafskälte-Wetterlagen. Aber auch diese 10- bis 14-tägige feucht-kühle Fröstelperiode wird in ihrer Häufigkeit allmählich zum Auslaufmodell; auch eine Folge der allgemeinen Klimaerwärmung?

Vom 29. Mai bis 19. Juni 1986 kam es zu einer sehr ausgeprägten Schafskälte mit fast täglichem Regen, auch mit Graupelschauern und mit Temperaturen von nur drei bis 17 Grad Celsius. Auf dem Fichtelberg kam es mehrfach zu Schneefall, am 1. Juni lag dort eine Schneedecke von 18 Zentimetern Höhe.

Ganz anders war es 1998, als am 6. Juni einer der im Monat Juni einer der nur sehr seltenen Tropentage notiert werden konnte; die Tagesmitteltemperatur betrug an diesem Tag 26,4 Grad, die Höchsttemperatur 34 Grad. In der Nacht vom 5. zum 6. Juni 2000 hinterließ eine durchziehende Gewitterfront große Schäden, so auch in Mittelsachsen. Ebenfalls zu Unwettern mit großer Schadensfolge kam es am 27. Juni 2006; dabei geriet durch Blitzschlag in Gahlenz ein Dreiseitenhof in Brand.

Der Juni 2007 war der zehnte zu warme Monat in Folge; das ist bisher in Mitteleuropa seit Beginn amtlicher meteorologischen Aufzeichnungen (1725 in Berlin, 1829 in Leipzig) noch nicht vorgekommen. An den ersten fünf Junitagen 2013 fielen im Raum Flöha-Freiberg-Eppendorf enorme Regenmengen von 100 bis 150 Litern pro Quadratmeter; die Folge waren beträchtliche Ausuferungen der Bäche und Flüsse; sowie verbreitet Schwemmschäden, Wassereinbrüche in Garagen und Keller, überflutete Gärten, Wiesen und Felder. Am letzten Juniwochenende 2016 verursachten teils heftige Unwetter große Schäden in einigen Ortslagen; besonders betroffen waren Kleinhartmannsdorf, Eppendorf, Langenau und Gränitz.

Die mittlere Temperatur in den Jahren 1971 bis 2017 in Frankenstein betrug im Juni 15,4 Grad. Doch die Temperatur-Unterschiede sind bemerkenswert hoch. So wurde im Juni 2009 ein Monatsmittel von 19,7Grad errechnet; 1974 hingegen kamen gerade mal 12,4Grad zusammen. Als absolute höchste Junitemperatur wurden 1998 sowie 2013 jeweils 34 Grad und als tiefste am 2. Juni 1975 minus 0,2 Grad gemessen.

Auch in den Jahren 1977, 1983, 1984 und 1991 kam es Anfang Juni nochmals zu letzten Bodenfrösten mit Frostschäden an Tomaten, Buschbohnen und Gurken, Mais und Kartoffeln. Der Juni ist im Übrigen neben dem Mai einer der beiden Monate des Jahres, an dem noch an den vergangenen Winter erinnernde Frosttage und auch schon hochsommerliche heiße Tropentage vorkommen können.

Die Sonne hat im Juni ihren Höchststand; 16,5 Stunden ist sie, einen wolkenlosen Himmel vorausgesetzt, zu sehen und zu spüren. Für den gesamten Monat beträgt die mittlere Anzahl an Sonnenscheinstunden 209. Extrem hohe 312 waren es 2003, nur 132 im Juni 1999. Der am meisten trübe Juni mit einem Wolkenmittel von 78 war jener von 2009, der am wenigsten wolkige mit 37Prozent jener von 1976.

Der Juni ist auch jener Monat des Jahres, in dem es weniger häufig regnet, die Regenmengen jedoch oftmals ganz beträchtlich sind. Das Klimamittel 1971 bis 2010 weist für Frankenstein aus: 77 Liter an 15 Tagen. 2013 waren es ungewöhnlich hohe 194Liter an 16 Tagen, 1976 dagegen nur 34Liter an sechs Tagen.

Unser Autor Manfred Tietz, seit vielen Jahren Wetterexperte der "Freien Presse" Flöha, beobachtete von 1971 bis 2017 das Wetter am Kalten Feld in Frankenstein. Außerdem kann er sich auf Notizen aus den Jahren 1959 bis 1970 stützen, die in Chemnitz-Hilbersdorf entstanden.

 
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