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Michael Tanne, Geschäftsführer von Regiobus, an seinem Bürofenster in Mittweida. An Ideen für die Zukunft mangelt es dem 58-Jährigen nicht. Nur neue Fahrer zu finden, sei nicht leicht, sagt er.

Foto: Falk Bernhardt

Was Regiobus-Kunden künftig erwartet

Veränderte Strecken- angebote, Anruftaxis und selbstfahrende Busse - das mittelsächsische Nahverkehrsunternehmen hat sich für die kommenden Jahre große Ziele gesetzt.

Von Ricarda Terjung
erschienen am 07.02.2018

Flöha/Mittweida. Mehr als 13 Millionen Fahrgäste hat Regiobus im vergangenen Jahr gezählt. Jetzt plant das Verkehrsunternehmen Änderungen und Neues. Die "Freie Presse" gibt einen Überblick, was Geschäftsführer Michael Tanne momentan beschäftigt.

Pläne: Einige Verbesserungen im Regiobus-Angebot könnte es schon 2018 geben, große erst später. Der Kreis bezuschusst den Nahverkehr laut Landrat Matthias Damm (CDU) in diesem Jahr mit rund 9,6 Millionen Euro. Es seien aber auch neue Ansätze nötig, um Bedarf und Wirtschaftlichkeit abzuwägen. Einer dieser Ansätze ist das Konzept "Plusbus" des Verkehrsverbundes Mittelsachsen (VMS), in den Regiobus eingebunden ist. "Auf Strecken mit hohem Fahrgastaufkommen wollen wir das Omnibusangebot verbessern und einige neue Linien einrichten, besonders dort, wo kein Zugangebot besteht", sagt VMS-Sprecherin Jeanette Kiesinger.

Auf bestehenden Linien sollen laut Regiobus-Chef Tanne Busse künftig auch später am Tag als bisher fahren, an den Wochenenden eventuell auch häufiger. Denkbar sei das etwa auf der Strecke Freiberg-Döbeln. Auch die Linien zwischen Rochlitz und Mittweida sowie zwischen Frankenberg und Mittweida sollen Kiesinger zufolge ins "Plusbus"-Netz integriert werden.

Die ersten Plusbus-Linien soll es spätestens 2019 geben. Zudem plant Regiobus, das Angebot an Anruf- beziehungsweise Linientaxis auszubauen. Fahrgäste können sie zu bestimmten Zeiten nutzen, wenn sie vorher anrufen - zum üblichen Busfahrpreis plus einen Euro Komfortpauschale, denn die Fahrer bringen die Gäste mitunter bis in ihr Wohnquartier. Zudem will Michael Tanne autonom fahrende Busse einsetzen. Frühestens ab 2020 sei das vorstellbar.

Fahrpläne und Preise: 2018 steht die übliche Preisanpassung, die im Verkehrsverbund alle zwei Jahre erfolgt, wieder an. Die Ticketpreise für die Fahrgäste würden voraussichtlich zum August steigen, und zwar um "zwei bis drei Prozent", so Tanne. Die Fahrpläne wolle Regiobus 2018 "nicht wesentlich" ändern. Es sollen nur einige Fahrzeiten an veränderte Zugfahrzeiten angepasst werden. Außerdem gebe es die Überlegung, den Fahrplan anzupassen für den Fall, dass die Taktung der Züge von Chemnitz nach Mittweida bis 24Uhr ausgedehnt wird.

Busfahrer: Etwa 465 Personen arbeiten derzeit bei Regiobus, darunter rund 30 Azubis. Etwa jeder zehnte Beschäftigte ist eine Frau. Fahrer gibt es rund 350, davon etwa 20Azubis. Problematisch: Der Altersdurchschnitt im Unternehmen steigt. Aktuell liegt er bei knapp 50Jahren. Wie andere Branchen kämpfe das Unternehmen mit Fachkräftemangel, sagt Geschäftsführer Tanne. "Es war überraschend, wie viele Fahrer sich für die Rente mit 63 entschieden haben", so der 58-Jährige. Auf das Problem reagiert Regiobus auf zweierlei Art: Es stellt Quereinsteiger ein und setzt vermehrt auf Werbung um Auszubildende. Doch guten Nachwuchs zu finden, sei schwer. Deshalb werde darüber diskutiert, mehr ausländische Fahrer einzustellen, wie es etwa Dienstleister der Chemnitzer Verkehrs-AG getan haben. Konkrete Pläne verfolge er aber nicht, so Tanne.

Fahrzeuge und Fahrgäste: Im Einsatz sindbei Regiobus laut Michael Tanne derzeit 236 eigene Linienbusse, darunter 53 Klein- und Midibusse, sowie rund 60Fahrzeuge von Dienstleistern.2017 zählte Regiobus mehr als 13Millionen Fahrgäste - rund 1,5 Prozent mehr als 2016.Dabei ist die Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Regiobus steigerte die Anzahl der Fahrgäste, indem seit 2010 etwa anderthalb Millionen Fahrplankilometer mehr als zuvor angeboten werden. Zudem steigen viele Fahrgäste des Chemnitzer Modells in Regiobus-Fahrzeuge um.

 
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