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Alexander Meyer (2.v.r.) und sein Unterstützerteam machen sich schon mal warm. Dazu zählen Norbert Nötzold (l.), der ihn mit dem Mountainbike begleitet, die Physiotherapeutin Anke Brand und Gabor Bikkes, der das Wohnmobil fährt.

Foto: Knut BergerBild 1 / 2

Ziel: Durch Bayern in acht Tagen

Ein Oederaner nimmt am Goldsteig-Ultrarace im Nachbar-Freistaat teil. In 192 Stunden muss er 661 Kilometer zurücklegen - mit Hindernissen.

Von Knut Berger
erschienen am 14.09.2017

Oederan/Flöha. Bayern ist immer eine Reise wert. Das haben sich auch Alexander Meyer, Gabor Bikkes, Norbert Nötzold und Anke Brand gesagt, die heute mit dem Wohnmobil in das Bundesland aufbrechen. Auch wenn sie in den kommenden Tagen einige Urlaubsregionen Bayerns passieren, dürfte ihr Aufenthalt zwischen Saale und Inn alles andere als gemütlich werden: Alexander Meyer, der in Oederan wohnt und in Flöha Mitinhaber einer Rechtsanwaltskanzlei ist, geht morgen beim Goldsteig-Ultrarace an den Start.

Die sportlichen Leistungen des Juristen - so läuft er den Marathon unter drei Stunden und kam beim Rennsteiglauf über 75 Kilometer unter die besten 50 Starter - werden in den Schatten gestellt. Denn vor ihm steht die Aufgabe, innerhalb von 192 Stunden insgesamt 661 Kilometer und 19.000 Höhenmeter zurückzulegen. Dabei führt die Strecke nicht über befestigte Straßen oder gar Laufbahnen, sondern auf Wanderwegen über Stock und Stein, über Berge, Bäche und unter Umständen über diverse natürliche Hindernisse.

Meyer weiß, was er sich zumutet. Bei der vorjährigen Auflage erreichten von 50 Startern gerade einmal acht das Ziel. Damit der 41-Jährige diese Herausforderung überhaupt meistern kann, hält Gabor Bikkes aus Flöha die organisatorischen Fäden zusammen und steuert das von einem Autohaus kostenlos zur Verfügung gestellte Wohnmobil. Norbert Nötzold aus Chemnitz ist Experte für moderne Medien und damit für die Kommunikation zuständig. Außerdem begleitet er den Ausdauerspezialisten mit dem Mountainbike auf seinem langen Weg. Schließlich steht Physiotherapeutin Anke Brand bereit, um dem Läufer die müden Knochen wieder locker zu machen.

Für das Team Meyer klingt die Aufgabenstellung einfach: Morgen ertönt 12 Uhr in Marktredwitz der Startschuss, anschließend müssen die Laufverrückten bestimmte Kontrollpunkte anlaufen und dann spätestens nach acht Tagen in Neunburg ankommen.

"Jeder kann sich sein Rennen und die Lauf- und Ruhephasen völlig frei einteilen. Im vergangen Jahr soll ein Teilnehmer während des gesamten Wettkampfes nur vier Stunden geschlafen haben", sagt Meyer. Trainiert hat er mit wöchentlichen Läufen zum Fichtelberg, mit einem schweren Rucksack auf dem Buckel. Die Herausforderung ist sehr groß, das sei ihm bewusst.

"Alle, die sich dort angemeldet haben, sind keine sportlichen Pfeifen, die mal am Biertisch eine Idee bekommen haben", sagt der laufende Anwalt, der in der Vorbereitung auf das Goldsteig-Spektakel wöchentlich 120 bis 130 Kilometer gelaufen ist. Doch der Verlauf des Goldsteig-Ultraraces sei nicht planbar. "Es gibt so viele Parameter und Einflüsse, die den Ausgang beeinflussen werden. Natürlich will ich das Ziel erreichen, aber bis dahin ist es nicht nur wegen der Streckenlänge ein sehr langer Weg", blickt der Extremsportler voraus.

Als er sich zu diesem außergewöhnlichen Wettkampf angemeldet hat, sei es noch sein privates Vergnügen gewesen. Mittlerweile ist Dynamik in die Sache gekommen. Mehrere Sponsoren haben zugesagt, pro gelaufenem Kilometer einen Euro zu spenden, der Betrag werde dem Chemnitzer Elternverein krebskranker Kinder in Chemnitz übergeben. "Das ist zusätzlicher Ansporn, so weit wie möglich zu kommen", sagt der Sportler.

Eine interessante Parallelaktion findet bei Injoymed Flöha statt. In dem Fitnessstudio an der Turnerstraße läuft so lange ein Laufband, wie auch Meyer unterwegs ist. "Die Leute können praktisch gegen mich antreten und versuchen, mehr Kilometer als ich zurückzulegen", berichtet Meyer. Und am Samstag, wenn sich ab 15 Uhr im Auenstadion Flöha die ehemalige Nachwuchs-Landesligamannschaft des TSV Flöha sowie das Fußball-Oldieteam des FC Karl-Marx-Stadt/Chemnitzer FC gegenüberstehen, wird der Stadionsprecher regelmäßig über den Standort des mittelsächsischen Läufers in Bayern informieren. Dann wird auch eine Spendenbox für die gute Sache aufgebaut sein. "Ich hoffe, dass ich dann noch im Rennen bin", sagt Meyer und lacht, während er sein Tasche packt. Denn der Veranstalter hat unter anderem vorgegeben, neben diversen Kleidungsstücken auch einen Notfallschlafsack, zwei Stirnlampen und eine Notfallapotheke mitzuführen. Der Goldsteig-Ultrarace ist eben ein ganz spezieller Wettkampf, den Meyer mit Hilfe seiner Crew erstmals meistern möchte.

 
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