Bräunsdorferin will für Lichtblick sorgen

Das Areal des ehemaligen Kinderheims in dem Ortsteil von Oberschöna macht einen größtenteils verfallenen Eindruck. Um daran etwas zu ändern, will Barbara Spohrer einen Verein gründen.

Bräunsdorf.

Es ist zwar kein Licht am Ende des Tunnels, aber zwischen den Bäumen: Barbara Spohrer hat LED-Strahler mit Bewegungsmelder für das Gelände des ehemaligen Kinderheims in Bräunsdorf versorgt. "Nach Sonnenuntergang ist es dort stockfinster. Ich möchte nicht, dass sich jemand verletzt, der beispielsweise auf dem Weg zur Turnhalle ist", erklärt die promovierte Apothekerin. Als neue Eigentümerin der Villa auf dem Areal will sie aber für noch mehr Lichtblicke in dem Gebiet sorgen: "Ich möchte gern einen Förderverein oder eine Interessengemeinschaft für den Erhalt der Turnhalle gründen."

Die Sportstätte wird vor allem nachmittags bis spätabends von Mitgliedern des Sportvereins Einheit Bräunsdorf genutzt. "Wir begrüßen die Idee", erklärt Henry Weyhmann als Chef der 256 Sportler in den Abteilungen Fußball, Leichtathletik, Volleyball, Frauensport, Tischtennis und Wandern. Das Projekt eines Fördervereins sei auch Thema auf der jüngsten Mitgliederversammlung gewesen: "Es haben sich sofort Unterstützer gefunden - die sieben Leute für eine Vereinsgründung haben wir beisammen."

Die Bräunsdorfer Halle müsse erhalten werden, so Weyhmann weiter. Wegen des großen Bedarfs weiche der Verein schon auf Hallen in Freiberg aus. Dabei gehe es nicht darum, übertriebene Ansprüche zu erfüllen: "Fußboden, Dach, Sanitäreinrichtungen und der Unfallschutz müssen in Ordnung sein - mehr brauchen wir doch nicht." Ihm sei aber klar, dass 50.000 Euro für die erforderlichen Arbeiten nicht ausreichten.

Auch die Gemeinde Oberschöna "hat ein Interesse daran, dass die Turnhalle in Bräunsdorf weiter genutzt werden kann", sagt Bürgermeister Rico Gerhardt (CDU). So sei es gelungen, ein Wegerecht zu sichern. Das Kinderheim-Areal, auf dem sich die Halle befindet, war 2003 vom Freistaat an einen Investor verkauft worden, der es zu einer Elite-Akademie umbauen wollte. Die Pläne für ein Lehr- und Prüfungszentrum mit Konferenz- und Seminarräumen wurden nicht umgesetzt, vielmehr verfielen die Gebäude weiter.

Die bauliche Erhaltung der Sporthalle könne aber nur über Reparaturen gesichert werden, so Bürgermeister Gerhardt: "Bei größeren Eingriffen beispielsweise in das Dachtragwerk müsste ein Bauantrag gestellt werden. Und dann sind wir ganz schnell bei den heutigen Vorschriften, beispielsweise für die Wärmedämmung und damit einer Komplettsanierung."

Die Firma Arcadis hatte die Kosten dafür vor zwei Jahren auf reichlich 500.000 bis eine Million Euro geschätzt. Dabei hatte Projektingenieur Mathias Gausche auch darauf verwiesen, dass für das nach seinen Recherchen nach 1700 errichtete Gebäude auch Denkmalschutz-Auflagen erteilt werden könnten: "Wenn zum Beispiel die zugemauerten Fenster wieder geöffnet werden müssen, wird das Ganze noch mal teurer." Dann sei auch schnell die Summe erreicht, die eine neue Halle kosten würde. So viel Geld kann die Gemeinde nicht aufbringen.

Der Förderverein könnte Spenden sammeln, sagt Barbara Spohrer, und "mit minimalen Mitteln" etwas für die Halle tun. Denkbar sei beispielsweise, dass Eigenleistungen erbracht werden und Firmen der Region Material dafür kostenlos oder zum Einkaufspreis bereitstellen.

Kontakt Wer mithelfen will, kann sich bei Barbara Spohrer melden.

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