Bunter Teil der Welt trifft sich im Tivoli

Das Fest der Kulturen in Freiberg führt zusammen und überrascht - auch mit spontanen Einlagen, die das Programm bereichern.

Freiberg.

Schöner konnte der Gedanke, der dem Freiberger Fest der Kulturen innewohnt, am gestrigen Sonntag im Konzert- und Ballhaus "Tivoli" nicht auf die Bühne gebracht werden: Die ukrainische Sängerin Kateryna Grytsaichuk und Maruf Rashid Khan aus Bangladesh lernten sich kurz vor Beginn der Veranstaltung erst kennen. Schnell kamen die beiden ins Gespräch und beschlossen sogleich spontan, gemeinsam aufzutreten. Ihrer beider Interpretation von Paul McCartneys "Let it be" wurde zu einem der umjubelten Höhepunkte des Programms.

Von den mehr als 41.000 Einwohnern Freibergs, sagte Oberbürgermeister Sven Krüger in seiner Eröffnungsrede, besitzen 3766 eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche. "Den größten Teil von ihnen machen 529 Syrer aus", zählte Krüger auf. Über hundert weitere Völker ließen sich nennen. Insofern kann die Interkulturelle Woche und ihr Höhepunkt, das 14. Fest der Kulturen, organisiert vom Arbeitskreis "Eine Welt und Integration", einen wichtigen Beitrag leisten. "Sich begegnen mit Toleranz, gegenseitigem Respekt, aber auch mit Neugier", formulierte es Sven Krüger. Im "Tivoli" kam ein besonders bunter Teil der Welt zusammen. Die Küchenchefin. In der "Tivoli"-Küche hatte Solongo Baldandorshijn alle Hände voll zu tun, das Buffet zu organisieren, an dem 20 verschiedene Nationen mitarbeiteten. Die Mongolin lebt seit 35 Jahren in Freiberg, und seit zehn Jahren hilft sie beim Fest der Kulturen mit. "Diesmal kommen Spezialitäten etwa aus Ghana, Nigeria, Tschetschenien, Indien und natürlich der Mongolei", sagte sie. Das Duo. Oscar Gabada und Zakharia Oumarou stammen aus Ghana. Der eine schreibt Texte und trägt sie nach Poetry-Slam-Art vor, der andere begleitet ihn auf seiner Trommel. "Das Fest ist eine wunderbare Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und Gedanken zu verbreiten", sagt Oscar Gabada, der an der TU Bergakademie Geotechnik im Bergbau studiert. Die Sängerin. Magdolna Kilian kommt aus Ungarn, lebt seit vier Jahren in Freiberg. Sie trat mit dem "Internationalen Chor" auf, der das Programm eröffnete. Die Lehrerin unterrichtet Deutsch als Zweitsprache. "Es ist eine schöne Sache, wenn Kulturen sich in diesem Rahmen treffen", sagt sie. "Wichtig ist es vor allem für die Kinder, die gemeinsam friedlich aufwachsen sollen." Der Organisator. René Otparlik, Vorsitzender der Freiberger Agenda 21, zeigte sich zufrieden. "Ein Kernteam aus 20 Leuten verschiedener Nationen hat alles organisiert", erzählt er. Wie im Vorjahr kamen wohl wieder etwa 1500 Gäste zum Fest ins "Tivoli".

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