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Der Bundesfreiwillige Daniel Fischer bei seiner Arbeit im Domladen.

Foto: Wieland Josch

Der Bufdi vom Domladen

Daniel Fischer verkauft Eintrittskarten, betreut das Lager, telefoniert mit Organisten. Eines fasziniert den 19-Jährigen besonders am Bundes- freiwilligendienst in der Domverwaltung.

Von Wieland Josch
erschienen am 17.05.2018

Freiberg. Mit einem Augenzwinkern nennt man sie "Bufdis", jene Leute, die sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren. Was früher die "Zivis", also Zivildienstleistende machten, die damit die waffenlose Alternative zum Dienst bei der Bundeswehr wählten, das erledigen heute meist Bufdis. Der Begriff hat sich schnell in den deutschen Sprachschatz gemogelt. Dabei wurde das Gesetz, das diese Möglichkeit regelt, erst mit dem Ende der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland im Jahr 2011 geschaffen.

Daniel Fischer ist so ein Bufdi. Seit 1. September 2017 arbeitet er freiwillig in der Verwaltung des Freiberger Doms St. Marien. Dort ist man schon jetzt traurig, dass er mit dem 31. August aufhören muss. "Er ist der begeistertste Bufdi, den wir je hatten", sagt Jana Tschapek von der Domgemeinde.

Der 19-Jährige aus Dorfchemnitz hat ein anspruchsvolles Aufgabengebiet. Im Domladen ist er in alle Abläufe eingebunden. "Von Lagerhaltung bis Verkauf muss alles getan werden", erzählt er. Damit nicht genug. In der Domverwaltung am Untermarkt 1 steht sein Schreibtisch. Von dem aus organisiert er die musikalische Umrahmung solch populärer Veranstaltungen wie "Dom & Klang". "Ich rufe die Organisten an und plane mit ihnen alles, was nötig ist", sagt Daniel Fischer. Gerade das mache ihm sehr viel Spaß. Es sei ihm erst schwer gefallen, im Geschäft den direkten Kontakt zu den Gästen zu finden. Ganz anders am Telefon, was ihm sehr leicht gelinge.

Wie vielen jungen Menschen erging es auch Daniel Fischer nach der Schulzeit. Er wusste nicht genau, in welche Richtung sein Weg führen könnte. "Da brauchte ich noch etwas Zeit, um mich zu orientieren", sagt er heute. Ihn begeisterten frühzeitig sakrale Bauten und die Orgelmusik, womit er im Vergleich zu seinen beiden Brüdern ein wenig aus dem familiären Rahmen fällt. Zu seinem 18. Geburtstag bekam er eine Jahreskarte für die Abendmusiken im Dom geschenkt. Bei einem der Besuche las er auf einem Aushang, dass die Gemeinde Bufdis sucht. Kurz entschlossen bewarb er sich und wurde genommen. Nach der 10.Klasse begann seine Zeit im Dom, die nicht allein mit der erwähnten Arbeit angefüllt ist. Denn zum Programm gehören noch einige Seminare, etwa mit den Schwerpunkten Berufsorientierung oder politische Bildung.

Einer der Vorteile dieser Bufdi-Stelle, das bekennt Daniel Fischer, ist die Möglichkeit, den Dom St. Marien auch einmal ganz alleine betreten zu können. "Das fasziniert mich ungemein", schwärmt der junge Mann. "Die Schönheit des Gebäudes und dazu noch die große Silbermann-Orgel, das ist beeindruckend." Hat ihm die Zeit seit September etwas gebracht? "Auf jeden Fall weiß ich jetzt, was ich wohl lernen werde", bejaht er die Frage. "Bürokaufmann ist ganz klar etwas, das mich interessiert, und später wäre eine Tätigkeit im kulturellen Umfeld meine erste Wahl." Derzeit arbeitet er noch an einem Projekt, das er während des Bundesfreiwilligendienstes machen muss. Sein Thema: Warenwirtschaft. Derweil sucht die Domverwaltung neue Bufdis. "Leider haben wir bislang zu wenige Bewerbungen", sagt Jana Tschapek.

 
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