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Die Leiterin der Freiberger Tafel, Monika Zeuner, übergibt Veronika Tost aus Freiberg die 250.000. Spende. Der Korbinhalt ist für die Tochter und dasEnkelkind der Freibergerin bestimmt.

Foto: ECKARDT_MILDNER

Die 250.000. Spende für das täglich Brot

Seit zwölf Jahren finden bedürftige Menschen an der Freiberger Tafel Hilfe. Jetzt gab es einen Rekord zu vermelden.

Von Joseph Wenzel
erschienen am 03.01.2018

Freiberg. Üppig gefüllte Tische sind in den meisten Haushalten besonders während der Weihnachtszeit eine Selbstverständlichkeit. Für einige Menschen reicht ihr Auskommen jedoch selbst zum Fest kaum für das Nötigste. So wie bei Jana S*. "Ich habe eine Firmeninsolvenz, die Pfändung meines eigenen Hauses und die Kürzung meiner Sozialleistungen erlebt", sagt die Frau Mitte 50. "Seit zwei Jahren komme ich deshalb regelmäßig zur Tafel. 9Uhr werden die Nummern ausgegeben und nacheinander aufgerufen", erklärt Jana S. Bei großem Andrang könne es sich bis in den späten Nachmittag ziehen, bis man selber dran sei: "Keine bequeme Angelegenheit bei Minustemperaturen."

Den Raum in der ehemaligen Gaststätte an der Friedeburger Straße 19, den Jana S. dann betritt, kennen nicht viele Menschen von innen. An Tischen sind zahlreiche Helfer beschäftigt, Tüten mit den Spenden zu füllen. Grüne Kisten mit fertig gepacktem Inhalt und mit Namensschild versehen stehen für die Menschen bereit, die nicht in der Lage sind, ihre Spende selbst abzuholen. Für sie erledigt das ein Pfleger oder Bekannter.

Etwa drei Viertel der rund 40 Helfer sind ehrenamtliche Freiwillige. So auch Amin Forozan. Die junge fünffache Mutter kam von sich aus, um Deutsch zu lernen und übersetzen zu helfen, denn sie spricht bereits vier Sprachen. Auch wenn mittlerweile weniger Asylsuchende und wieder mehr Rentner kommen, will sie sich weiter engagieren. Die übrigen Helfer wurden über die Arbeitsagentur vermittelt.

Die organisierende Kraft hinter allen Abläufen ist Monika Zeuner. Die 51-Jährige ist als Gründungsmitglied seit Mai 2005 mit Leidenschaft und Genauigkeit dabei. Es sei nicht immer einfach, denn wo die Mittel knapp sind, werde oft genauer hingeschaut. Nach zwölf Jahren hat sie nun zusammen mit ihrer Kollegin Kathrin Helbig einen Rekord zu vermelden. Zum Weihnachtsfest konnte die 250.000 Spende überreicht werden. Sauber auf Listen hatte Zeuner alle Spenden für Erwachsene zu je 1,50 Euro und für Kinder zu je 80Cent an den drei Ausgabestellen in Freiberg, Flöha und Eppendorf vermerkt.

"Die Einnahmen müssen zusammen mit den Spenden reichen, um den Betrieb zu sichern. Weder Freistaat noch Landkreis unterstützen uns, die Stadt Freiberg erlässt lediglich die Kaltmiete für die Räumlichkeiten", berichtet die Tafel-Leiterin. Zuletzt verursachten mehrere Einbrüche auch noch zusätzlichen Schaden.

Doch für Monika Zeuner stehen nicht die Zahlen im Vordergrund, sondern die Menschen, wie sie sagt: "Es gab viele Hochs und Tiefs in den zwölf Jahren. Doch wenn ich erfahre, dass ein Langzeitarbeitsloser, der über Jahre zu uns kam, doch noch einen Job als Hausmeister gefunden hat, ist das für mich ein absoluter Höhepunkt." Auch die breite Unterstützung aus der Gesellschaft sorgt immer wieder für Begeisterung. "Von den Frauen der Mitglieder des Rotaract-Clubs haben wir 137 Tüten mit selbst gebackenen Plätzchen bekommen", schwärmt Zeuner und Kathrin Helbig ergänzt: "Neulich erreichte uns eine ganze Autoladung mit Spielzeug, das die Schüler der Grundschule in Brand-Erbisdorf gesammelt hatten. So konnten wir auch den Kindern eine Kleinigkeit zu Weihnachten mitgeben."

*Jana S. möchte anonym bleiben. Ihr Name ist der Redaktion bekannt.

 
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