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Radweg Fehlanzeige: Zwar gibt es am Ortsausgang Hilbersdorf in Richtung Freiberg zunächst einen Fußweg. Doch nach der Brücke über die Freiberger Mulde endet dieser. Einen Radweg gibt es nicht - und das wird auch auf absehbare Zeit so bleiben.

Foto: Wieland JoschBild 1 / 2

Ein Weg, der noch ins Nirgendwo führt

Radfahrer zwischen Freiberg und Hilbersdorf brauchen starke Nerven. 500 Unterzeichner einer Internet-Petition fordern nun einen Radweg. Sie brauchen weiter Geduld - wegen eines ungleich größeren Projekts.

Von LIsa Krahnefeld
erschienen am 09.01.2018

Hilbersdorf/Freiberg. Von Hilbersdorf nach Freiberg ist es eigentlich nur ein Katzensprung. Die Staatsstraße 190 führt bergab ins Tal, dann über die Mulde, auf der anderen Seite wieder hinauf, wo bald die Hüttenstraße und dann die Dresdner Straße erreicht werden. Wer aber mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht für diesen Katzensprung starke Nerven. Denn einen Radweg gibt es nicht. Zwar führt ein Fußweg nach dem Ortsausgang Hilbersdorf noch über die Muldebrücke, danach ist aber bald Schluss.

"Für Fußgänger und Radfahrer aus Hilbersdorf ist es unmöglich, nach Freiberg zu kommen", urteilt folglich Heiko Dreyer. Unter anderem er steht hinter einer Online-Petition, die im Internet gestartet wurde, damit ein solcher Radweg endlich kommt. "Ein Radweg muss meiner Meinung nach definitiv her", betont Dreyer. "Es geht vor allem um den Sicherheitsaspekt, denn die Straße ist sehr stark befahren."

Dreyer spricht damit vielen Menschen aus dem Herzen - aktuell sind es mehr als 500 - die sich der Petition im Netz angeschlossen haben. "Ich selbst würde gern in Sicherheit mit dem Rad nach Freiberg fahren wollen", schreibt eine Frau. "Mit Kindern ist das im Moment viel zu gefährlich." Auch andere Pkw-Fahrer bekunden, gern umsteigen und künftig von Hilbersdorf aus mit dem Rad auf Arbeit in die Kreisstadt fahren zu wollen. Aber der Verkehr und die Geschwindigkeiten auf der Staatsstraße schrecken sie ab. Auch das für Staatsstraßen zuständige Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz Lasuv, sieht Bedarf, für den Fahrradverkehr zwischen Freiberg und Hilbersdorf für Verbesserungen zu sorgen. Bei der Erstellung der Radverkehrskonzeption Sachsen im Jahr 2014 sei die Trasse geprüft worden, teilt das Amt mit. Doch die Route Freiberg-Hilbersdorf soll ein anderes, ungleich größeres Verkehrsprojekt schneiden: den Ostteil der geplanten Ortsumgehung Freiberg. Und diese Trasse hat Auswirkungen auf einen möglichen Radweg, teilt es ihn doch in zwei Abschnitte.

Den Abschnitt des Radwegs zwischen Hilbersdorf und der Ortsumgehung hat das Landesamt der Priorität A zugeordnet. Das heißt: Bis 2025 soll dieser Teil eigentlich fertig sein. "Eine Planung steht noch aus", räumt das Amt allerdings ein. Für den Teil zwischen der möglichen Ortsumgehung und der Stadtgrenze Freiberg sei gar kein Radwegbau nötig: Ist die Ortsumgehung erst fertig, werde die heutige Staatsstraße abgestuft - abschnittsweise zum beschränkt-öffentlichen Weg, zum Feld- und Waldweg und zur Ortsstraße. Dort sind Radfahrer dann weitgehend ungestört unterwegs.

Das Problem: Wann die Ortsumgehung kommt, steht in den Sternen. Die Trasse war im Mai 2017 vom Lasuv genehmigt worden, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat dagegen aber Klage eingereicht. Dabei kann er nach einem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts auch Argumente nutzen, die bisher als zu spät vorgetragen galten.

Heiko Dreyer fällt es schwer, sich damit abzufinden. "Das Anliegen brennt mir schon lange unter den Nägeln, und die Anzahl der Unterschriften zeigt, dass viele Menschen betroffen sind", sagt er. "Momentan ist es auf der Straße einfach nicht sicher." Handlungsbedarf sehen auch die betroffenen Kommunen. Die Gemeinde Bobritzsch-Hilbersdorf und die Stadt Freiberg seien in Gesprächen, ob und wie eine Verbesserung der Situation erreicht werden kann", bestätigten Freibergs OB Sven Krüger (SPD) und Bobritzsch-Hilbersdorfs Rathaus-Chef Volker Haupt (CDU) auf Anfrage. (mit fhob)

Internet Zur Petition gelangen Sie über den Link www.freiepresse.de/radweg.

 
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