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Riedel als neue Direktorin des Industriemuseums Chemnitz 2011.

Foto: Andreas TruxaBild 1 / 3

Eine Chemnitzerin übernimmt das Zepter im Museum

Nach 30 Dienstjahren übergibt der Leiter des Bergbaumuseums in Freiberg Anfang 2018 die Schlüssel an eine Frau. Sie hat schon in vielen Regionen für frischen Wind gesorgt.

Von Gabi Thieme
erschienen am 13.09.2017

Freiberg/Chemnitz. Eine in der sächsischen Museumswelt bekannte Chemnitzerin wird neue Leiterin des Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg. Die 54-jährige Andrea Riedel löst den seit 1988 in Freiberg tätigen Ulrich Thiel ab, der das Museum zum Februar 2018 verlässt. Für Riedel entschied sich eine große Mehrheit der Freiberger Stadträte auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche.

68 Bewerber gab es auf die Ausschreibung der Stelle. 20 wurden zum persönlichen Gespräch nach Freiberg eingeladen. Sieben von ihnen präsentierten sich schließlich im Verwaltungsausschuss und vier am Ende vor dem Stadtrat. Der ließ keine Zweifel daran, dass er Andrea Riedel für die kompetenteste Anwärterin hielt.

Denn Riedel, eine gebürtige Zwickauerin, hat etliche museale Einrichtungen geführt und dort ihre Handschrift hinterlassen. Von 1986 bis 1997 leitete die studierte Historikern das Heimatmuseum und das Stadtarchiv Crimmitschau, danach bis 2008 das Stadt- und Bergbaumuseum Oelsnitz im Erzgebirge.

Dann ging sie für drei Jahre nach Niedersachsen: als Geschäftsführerin der Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg Goslar GmbH. 2011 wurde sie in Chemnitz Geschäftsführerin des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum und Direktorin des Industriemuseums. Innerhalb von zwei Jahren gelang es ihr dort, auf einer Fläche von 3600Quadratmetern eine völlig neue Ausstellung zu konzipieren und zu gestalten. Trotzdem trennte sich Chemnitz von ihr, auch, weil es wohl nicht gelang, den Zweckverband in eine Stiftung zu überführen.

Stattdessen rettete die Sächsin schließlich die Burg Ranis im gleichnamigen Ort bei Jena in Thüringen. Die stand nach 60 Jahren vor der Schließung. Riedel erhielt einen auf drei Jahre befristeten Vertrag und sollte ein neues schlüssiges Museumskonzept entwickeln. Das war die Bedingung der Landesregierung.

Das Konzept steht und wird nun schrittweise umgesetzt. Ohne Andrea Riedel. Denn die Mutter einer erwachsenen Tochter zog es in ihre sächsische Heimat. Mit Freiberg ergriff sie die neue Chance.

"Ich freue mich, dass ich jetzt wieder zum Bergbau zurückkehren kann", sagte sie. Sie hoffe, schnellstmöglich aus der befristeten Anstellung in Thüringen ausscheiden zu können, "damit es eine lange gemeinsame Einarbeitungszeit an der Seite des bisherigen Freiberger Museumschefs gibt. Ich schätze ihn sehr und wir kennen uns seit langem."

Als größte Herausforderungen der nächsten Jahre sieht die künftige Leiterin die Umsetzung der neuen museumspädagogischen Ausrichtung der im Jahre 1861 gegründeten Einrichtung in Verbindung mit einem Erweiterungsbau sowie die Entwicklung des Museums als Tor zum erhofften Weltkulturerbe "Montanregion Erzgebirge". "Außerdem werden wir ja in Freiberg die nächste sächsische Landesausstellung zur Industriekultur 2020 in Zwickau mit begleiten", sagte Andrea Riedel.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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Kommentare
5
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 14.09.2017
    10:58 Uhr

    Blackadder: @Kalli: Interessanter Beitrag. 1. Auf welchen Brief verweise ich denn und wo? Ich kenne keinen Brief, ich bin ja auch kein Insider, sondern ein interessierter Museumsgänger. Ich beziehe mich auf einen Artikel in der FP von 2015, an den ich mich recht gut erinnere, der aber leider offensichtlich nicht mehr online verfügbar ist.

    2. "Der Nachfolger von A. Riedel ist ein Versorgungsfall aus der Stadtverwaltung. Die Kritik reißt nicht ab. Keine Konzeption, trotz Millionen-Investitionen. "

    Dieser Satz zeigt mir, dass hier kein Hintergrundwissen vorhanden ist, denn der Chef des Industriemuseums ist bereits seit Mai 2016 Herr Oliver Brehm, der mit der Stadtverwaltung nichts zu tun hat, sondern in NRW und Frankreich bereits in Museen gearbeitet hat. Wenn es Sie interessieren sollte, hier finden Sie etwas dazu: http://www.wochenendspiegel.de/industriemuseum-oliver-brehm-ist-neuer-leiter/

    Herr Berthold Brehm, den Sie vermutlich meinen, ist bereits seit über einem Jahr nicht mehr im Industriemuseum tätig und war dort auch nie Leiter, sondern Zweckverbandschef. Alles in der Presse nachzulesen. Viele liebe Grüße noch.

    PS der Anonym-Name hier ist schon etwas frech, oder?

    3 4
     
  • 14.09.2017
    08:37 Uhr

    KalliFeldkamp: Frau Thieme hat eine sachbezogene Beschreibung der bisherigen Lebensleistung von Andrea Riedel entworfen, die auch die Schwierigkeiten, die A. Riedel in Ihrer Arbeit in Chemnitz erhielt. Aufstehen und nicht liegenbleiben, ein Beispiel mehr.
    Bereits auf ihrer folgenden musealen Aufgabenstellung, dem Schloß Ranitz, neue Impulse zu verleihen und in die Zukunft zu führen, hat Sie bewiesen zu welcher fachlichen Leistung Sie fähig ist. Die Thüringer danken Ihr dies sehr. Ein Anruf beim BM würde genügen.
    Der Vorwurf von Blackadder ist lächerlich aber hinterhältig und zeigt vielleicht, dass die Darstellung über A. Riedel zum Industriemuseum Chemnitz insgesamt nicht den Tatsachen entspricht. Das Industriemuseum Chemnitz gehört heute noch zum Zweckverband, trotz Wechsel an der Spitze. Komisch? Nein! weil der Freistaat Sachsen eine Stiftung für das Industriemuseum abgelehnt hat.
    Sie sollten sich schämen Blackadder, hier nach zu treten. Vielleicht liegt es an den Verhältnissen in Chemnitz und dem Arbeitsklima dort. Der Nachfolger von A. Riedel ist ein Versorgungsfall aus der Stadtverwaltung. Die Kritik reißt nicht ab. Keine Konzeption, trotz Millionen-Investitionen.
    Mit A. Riedel hat der Stadtrat von Freiberg einen guten Griff gemacht. Museumsleiter Thiel übergibt den Staffelstab, wird für eine gute Übergabe und Zusammenarbeit sorgen und A. Riedel wird mit Ihrem Erfahrungsschatz auch mithelfen, dass der Welterbeantrag "Montanregion Erzgebirge" doch noch zum Erfolg geführt wird.
    Dass Blackadder hier weiterhin auf einen Brief verweist, der gerichtlich verboten wurde, zeigt vielleicht auch, dass der Vorwurf des Verrats von vertraulichen Unterlagen auch für Blackadder gelten sollte. FP bitte prüfen!
    Glückauf

    3 2
     
  • 13.09.2017
    08:41 Uhr

    Blackadder: DAS ist ja mal interessant: bei meiner Suche nach dem Artikel über Frau Riedel und die Querelen im Industriemuseum bin ich über diesen Kommentar eines anderen (mittlerweile gelöschten) Nutzers gestolpert, der den Artiekel schon damals nicht online gefunden hat. Warum eigentlich, Freie Presse?

    https://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Viel-Lob-fuer-neue-Dauerausstellung-artikel9222416.php#kommentare

    3 1
     
  • 13.09.2017
    08:22 Uhr

    Blackadder: DAS ist eine sehr gute Frage und auch die Hintergründe wären interessant. Zumal ja durch die ausführliche Berichterstattung der FP bekannt ist, was Frau Riedel In Chemnitz im Industriemuseum angerichtet hat. Man kann nur hoffen, dass der Freiberger Stadtrat ein Einsehen hat und nochmal in Chemnitz nachfragt, um sich so etwas zu ersparen. Ich finde jetzt den damaligen Artikel hier online nicht?

    3 1
     
  • 13.09.2017
    06:50 Uhr

    524989: Die Gegendarstellung von Ulrich Thiel stand ja gestern (!) schon in der Heimatzeitung:

    ?Ruhestand - Museumsleiter Thiel widerspricht Rathaus
    erschienen am 12.09.2017

    Freiberg. Der amtierende Direktor des Stadt- und Bergbaumuseums, Ulrich Thiel, hat der Darstellung der Stadtverwaltung widersprochen, er werde zum 1. Februar kommenden Jahres in den Ruhestand gehen. Dies hatte Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) im Stadtrat erklärt. Auch die Pressestelle des Rathauses verbreitete diese Nachricht jüngst, als über Thiels Nachfolgerin im Amt informiert wurde. Thiel hält sich nach eigener Darstellung aber offen, was er ab dem 1. Februar machen werde. Thiel leitet das Museum seit 1988. (kok)?
    https://www.freiepresse.de/LOKALES/MITTELSACHSEN/FREIBERG/Ruhestand-Museumsleiter-Thiel-widerspricht-Rathaus-artikel9997473.php

    Was stimmt denn nun?

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