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Übervoll und unansehnlich: So sah es gestern am Altkleidercontainer an der Chemnitzer Straße in Freiberg aus.

Foto: Steffen Jankowski

Für mehr Ordnung am Altkleiderschrank

Wohin mit den abgetragenen Hosen, Hemden und Blusen? Die Stadt Freiberg wirft darauf künftig ein wachsames Auge.

Von Astrid Ring
erschienen am 16.05.2018

Freiberg. Aufgerissene Tüten mit abgetragenen Sachen, Schuhe, die wild durcheinander liegen - das Bild an manchem überquellenden Altkleidercontainer ist abschreckend. Bei Vorübergehenden kommt die Frage auf, ob die Sammelbehälter nicht regelmäßig geleert werden. Schließlich ist das Geschäft mit abgetragenen Sachen lukrativ - längst nicht alle Blusen, Shirts und Hosen dienen karitativen Zwecken. Auch private Textilverwerter machen mit gespendeten Kleidern Profit.

Rund eine Million Tonnen Altkleider kommen pro Jahr in Deutschland zusammen - Tendenz steigend - schätzt der Dachverband Fairwertung. Zu dieser Menge tragen auch die Freiberger bei. Weil aber an den insgesamt 123 Altkleidersammlern im Stadtgebiet nicht immer Ordnung herrscht, handelt die Verwaltung jetzt. Sie verschärft die Bedingungen für das Aufstellen der Container - und das nicht nur anhand steigender Gebühren.

Künftig müssen sich Anbieter derartiger Behälter mit einem Antrag bewerben - allerdings nur für die auf kommunalen Flächen ausgewiesenen Standorte. "Nach der neuen Altkleiderrichtlinie vergeben wir diese nun für jeweils vier Jahre im Paket", erläutert Antje Liebernickel die jüngst vom Stadtrat beschlossene Satzung. Nach den Worten der Ordnungsamtsleiterin soll damit der "Wildwuchs" der Kleidersammler eingedämmt werden. Bislang wurden die Standorte jeweils für ein Jahr vergeben. "Wer zuerst beantragt hatte, bekam den Zuschlag. Deshalb gab es auch verschiedene Anbieter - teils an einem Standort", resümiert die Amtsleiterin. Das sei zudem keine Gleichbehandlung der Textilverwerter gewesen.

Die neue Satzung soll das ändern, insgesamt vier Pakete mit Altkleiderstandorten gibt es in der Stadt. Jedes einzelne umfasst 13 oder 14 Straßenzüge, an denen der jeweilige Platz feststeht. "Wenn es mehr Anbieter gibt als Pakete, lassen wir das Los entscheiden", sagt die Amtsleiterin. Um der Ordnung an den Sammelplätzen eine größere Chance zu geben, müssen die Bewerber nun zudem in einem Konzept erklären, wie und in welchem Rhythmus die Behälter geleert werden. Und sie haben sich mit Telefonnummer und Ansprechpartner gegenüber der Stadt zu erklären. Das muss künftig auch der Kreisverband des DRK, der im gesamten Kreisgebiet laut Geschäftsführer Silvio Mattern 44 derartige Container bewirtschaftet. Rund 155 Kilogramm Altkleider seien 2016 darin gesammelt worden. "Sie werden nach einem bestimmten Turnus geleert, danach sortiert und über unsere zwei Kleiderkammern im Landkreis an Bedürftige verteilt", so der Geschäftsführer. Nur was nicht mehr zu gebrauchen sei, entsorge eine Firma. Laut DRK-Chef "gegen ein geringes Entgelt, das wir dafür erhalten". Auch der Kreisverband will nun prüfen, wie er die neue Freiberger Satzung umsetzt - nicht nur wegen der gestiegenen Gebühr, wie Silvio Mattern sagt. Kostete ein Container in der Vergangenheit 8 Euro im Monat, müssen die Betreiber nun 15 Euro monatlich an die Stadt zahlen. Dennoch: "Wir brauchen die Container auch weiterhin, denn wir wollen ja Bedürftigen helfen", sagt der DRK-Geschäftsführer.

Die Stadt Freiberg verspricht sich mit der neuen Satzung vor allem mehr Überblick über die Altkleidersammler, die es künftig wegen der Paketlösung aber in geringerer Anzahl geben werde. Eines allerdings lässt sich auch künftig kaum in den Griff bekommen: Ausufernde und überquellende Altkleiderschränke beispielsweise auf privaten Park- oder ähnlichen Flächen. Antje Liebernickel: "Dort können wir nicht eingreifen."

 
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