Heimatklänge für Kinderherzen

Volksmusikstars aus der Region geben im "Tivoli" ein ganz besonderes Konzert. Mit dem Erlös wollen sie ihre Patenkinder in Afrika und Zentral- amerika unterstützen.

Freiberg.

Dort, wo sonst Karat, die Puhdys und die Toten Hosen rocken, wird es für einen Abend volkstümlich. Im Freiberger "Tivoli" wollen am 20. Januar die bayerische Sängerin Brigitte Träger, der ehemalige Frontmann der Randfichten, Thomas Rups Unger, sowie das Volksmusikduo De Hutzenbossen das Publikum begeistern. Das Besondere: Die Einnahmen des Konzertes kommen Kindern in der Dritten Welt zugute, für die die Künstler eine Patenschaft übernommen haben. "Ich freue mich, dass ich prominente Gäste bei uns begrüßen kann, die für einen guten Zweck auf ihre Gage verzichten", sagt "Tivoli"-Hausherr Roland Säurich.

"Es ist für uns jedes Mal eine Freude, wenn wir eine Karte oder Fotos aus Teupasenti, einer 43.000 Einwohner zählenden Stadt im Süden Honduras, erhalten. Wir sehen dann, dass unsere Patenkinder die Spenden auch wirklich erhalten", sagen Peter Kreißl, Sänger und Gitarrist der Hutzenbossen, und seine Frau Christiane. Ihre Patenkinder Genesis Milagro (7) und Anderson Enoc (5) leben mit ihren Eltern in armen Verhältnissen in Honduras. "Wir sind froh, dass wir dazu beigetragen haben, dass Genesis seit einem Jahr in die Schule gehen kann."

Die Kinder, mit denen Familie Kreißl seit drei Jahren in Verbindung steht, seien ihnen ans Herz gewachsen. "Wir verfolgen aufmerksam und mit großer Freude ihre Entwicklung, als wären es unsere eigenen", sagt Christiane Kreißl. Sie schreibt die Briefe und packt die Päckchen mit Kleidung, Schulheften, Farbkasten, Federmappe, die dann von der weltweit agierenden Hilfsorganisation World Vision weitergeleitet werden. Rund acht Wochen später kommt meist Post aus Honduras, in der sich die Kinder und ihre Eltern bedanken. "Da eilt Christiane jeden Tag zum Briefkasten und kann es gar nicht erwarten", erzählt Peter Kreißl, Vater von fünf Kindern und sechs Enkeln.

"Angesteckt" wurde Familie Kreißl von Andreas Tiede. Der Sänger und Akkordeonspieler ist ein langjähriger Freund von Peter Kreißl. Seit mehr als zehn Jahren treten sie zusammen als De Hutzenbossen auf. Andreas Tiede und seine Frau Susanne überweisen schon seit 25 Jahren einen zweistelligen Betrag auf das Konto von World Vision. Darüber habe er oft mit seinem Musikerkollegen gesprochen. "Diesen Betrag geben wir sehr gern, weil wir wissen, das Geld kommt unseren Patenkindern zugute", sagt Andreas Tiede. Die Patenkinder sind der heute 17-jährige Godisa Dereje in Äthiopien und die neunjährige Alison Grisel in Bolivien. Beide leben in Armut. "Das hat uns 1992 veranlasst, der Organisation World Vision beizutreten" sagt Andreas Tiede. Selbstgemalte Bilder und Briefe, die sie von ihren Patenkindern erreichen, seien der schönste Lohn für das Engagement, betont Susanne Tiede.

Es ist kein Zufall, dass Thomas "Rups" Unger dieses Benefizkonzert unterstützt. Er schreibt nicht nur Texte und komponiert für De Hutzenbossen, der Breitenbrunner hat auch mit seiner Frau Tabea zwei Patenkinder in Uganda. "Als mich Peter Kreißl fragte, ob ich hier mitmache, habe ich nicht gezögert und sofort zugesagt. Für solche eine Hilfe bin ich stets und gern bereit", sagt Thomas Unger.

Benefizkonzert "Heimatklänge für Kinderherzen" am 20. Januar im "Tivoli" Freiberg. Beginn 15 Uhr, Einlass ab 14 Uhr. Karten für 18,85 Euro (für Kinder bis 12 Jahre 10,35 Euro) im "Freie Presse"-Shop am Obermarkt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...