Kompromiss fürs Silbermannmuseum

Die Ausstellung soll nun doch bis ins nächste Jahr im Frauensteiner Schloss zu sehen sein. Allerdings mit Einschränkungen.

Frauenstein.

Das Gottfried-Silbermann-Museum in Frauenstein schließt offenbar doch nicht zum Jahresende. Entgegen der Ankündigung durch die Stadt scheint es nun einen Kompromiss zwischen der Kommune und dem Schlossbesitzer Professor Les Turski zu geben, wie die Ausstellung zu Sachsens berühmtestem Orgelbauer vorerst weiter öffnen kann - trotz der angekündigten Baumaßnahmen.

"In Gesprächen mit Professor Turski haben wir vereinbart, dass zwar die Öffnungszeiten des Museums während der von ihm angekündigten Sanierungsarbeiten am Dach eingeschränkt werden. Wir wollen nun jedoch versuchen, die Silbermannausstellung auch während des danach folgenden Innenausbaus von Teilen des Schlosses offenzuhalten", erklärte Frauensteins Bürgermeister Reiner Hentschel (parteilos) gestern.

Damit schränkt die Stadt das vom Stadtrat jüngst beschlossene Aus für das Museum zum Jahresende im Schloss ein. Frauenstein hatte vor wenigen Wochen wegen der angekündigten Sanierungsarbeiten den Mietvertrag für die Museumsräume gekündigt. Der Mietvertrag hatte ursprünglich Gültigkeit bis 2021. Laut Hentschel soll das Museum nun jedoch so lange in den von der Stadt angemieteten Räumen weiter bestehen, wie es möglich ist. Damit werde voraussichtlich auch die Konzertreihe der Frauensteiner Orgeltage im nächsten Jahr weiterlaufen können. Das Museum besitzt auch die Kopie einer Silbermannorgel, auf der regelmäßig bekannte Organisten musizieren.

Gegen die Pläne, das Silbermann-Museums wegen der Umbauarbeiten zu schließen, hatten sich in den vergangenen Wochen viele Frauensteiner ausgesprochen. Auch in einer großen, nicht-repräsentativen Umfrage der "Freien Presse" forderten Leser eine andere Lösung.

Trotz des Kompromisses arbeitet die Kommune inzwischen daran, die von Orgelliebhabern aus der ganzen Welt besuchte Ausstellung in einem anderen Gebäude neu zu entwickeln und dort voraussichtlich ab 2018 zu präsentieren. Grund ist laut Bürgermeister auch, dass der Schlossbesitzer nach der Sanierung für die Räumlichkeiten höhere Miete angekündigt hat.

Die Stadt möchte das kommunale Museum, das neben der Ausstellung zum Leben und Wirken der aus Kleinbobritzsch stammenden Familie Silbermann auch die Stadtgeschichte zeigt, voraussichtlich im Eckgebäude neben der Grundschule am Frauensteiner Markt etablieren. Sie hatte dafür sechs Planungsbüros angeschrieben. "Es liegen nun sechs Angebote mit ersten Entwürfen für die bauliche Gestaltung des Museums und der Stadtinformation vor. Sie soll ebenfalls in das Gebäude integriert werden", erklärt Hentschel. Zudem enthielten die Vorschläge Honorarangebote für die Planungsleistungen. Der technische Ausschuss werde in nicht-öffentlicher Sitzung nun darüber beraten und dem Stadtrat für den 19. August eine Empfehlung geben.

Die Dachsanierungsarbeiten am Schloss sollen im September auf der Stadtseite beginnen und voraussichtlich sechs Wochen dauern. In diesem Zeitraum wird das Museum laut seiner stellvertretenden Leiterin Cornelia Ferguson den Besucherverkehr auf Freitag bis Sonntag beschränken. Montag bis Donnerstag bleibt es geschlossen. Die Burgruine behält die normalen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 16 Uhr. Wenn ab 2017 der Innenausbau im Schloss beginnt, soll demnach die Stadtgeschichtsausstellung schließen, die Silbermannschau aber weiterhin zu sehen sein.

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