Kreisstadt startet ins Silberrausch-Jahr

Vor 850 Jahren soll hier das erste Silber gefunden worden sein. Die Feierlichkeiten dazu sind gestern eingeläutet worden.

Freiberg.

Es war ein gelungener Start in das Jahr des Silberrausches, welches Freiberg 2018 begeht. Am gestrigen Neujahrstag fand im Freibergsdorfer Hammer erstmals ein Silberschmieden statt, mit dem gleichsam das Jubiläumsjahr eingeläutet wurde. Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) nannte vier Anlässe, die des Feierns wert seien. Das seien 850 Jahre Silberfund, 800 Jahre urkundliche Ersterwähnung der Stadt, 700 Jahre Muldenhütten und letztlich zehn Jahre Schloss Freudenstein im neuen Glanz.

Das traditionelle Schauschmieden am ersten Tag des Jahres in der über 400 Jahre alten technischen Denkmal bot für den Einstieg in die zahlreichen Festlichkeiten den geeigneten Hintergrund. Erstmals wurde deshalb an diesem Ort ein Silberbarren geschmiedet. Dies sei, nach seiner Kenntnis, bislang nie im Freibergsdorfer Hammer geschehen, sagte Friedrich Schade, Vorsitzender des Freibergsdorfer Hammervereins, der seit 26 Jahren für den Erhalt und die Vorführung der Anlage zuständig ist. "Wir schmieden das Silber bei etwa 700 Grad", erläuterte er den zahlreichen Gästen. "Im Gegensatz zu einem Silberschmied, der seine feinen Umform- und Verzierungsarbeiten bei Raumtemperatur ausführt." Der Silberbarren kam unter einen der wuchtigen Hämmer, die nur von Wasserkraft über ein Rad angetrieben werden.

Knut Neumann, Vorsitzender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft, war mit einer Abordnung seiner Mannen angetreten. Wie Oberbürgermeister Krüger wies er darauf hin, dass die Geschichte des Silberschmiedens in der Region vor gar nicht so langer Zeit endete. "In der Hütte Halsbrücke fand bis 1969 im Verarbeitungsbetrieb des Bergbau- und Hüttenkombinates 'Albert Funk' das Schmieden von Silber und Silberlegierungen als technologische Zwischenstufe bei der Drahtherstellung statt", so Krüger.

Das Einläuten des Silberjahres an dieser Stelle, welches das Stadtoberhaupt mit dem Anschlagen der Vereinsglocke des Hilliger-Vereins auch praktisch vollzog, sei ein Symbol für die Verbundenheit von Schmiede und Bergbau.

Eine besondere Überraschung bereitete noch der Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg: Professor Hans-Jürgen Kretzschmar überreichte als Vorsitzender eine figürliche Darstellung des Silberfundes im Jahr 1168, geschaffen von dem Seiffener Kunsthandwerker Walter Werner. Sie soll künftig ihren Platz im Rathaus finden.


850 Jahre Silberfund

Freiberg befindet sich 2018 im "Silberrausch". Zahlreiche Veranstaltungen erinnern an den ersten Silberfund von 1168. Hier die Höhepunkte:

Am 19. und 20. Januar findet in der Nikolaikirche das Treffen der Partnerstädte statt. Die bunte Messe mit Partnern aus Deutschland, den Niederlanden, Tschechien und Polen, hatte 2017 ihre Premiere erlebt.

Vom 24. bis 27. Mai sind Dom, Nikolaikirche und Altstadt Gastgeber für ein Fest traditioneller Musik. Auf den Silbermann-Orgeln erklingen Werke von Künstlern aus der Region, ein Bergmännisches Konzert ist vorgesehen, ebenso ein Festgottesdienst.

Am 11. Juni ist ein Festakt zu 850 Jahren Silberfund und 800 Jahren urkundliche Ersterwähnung Freibergs geplant. Daran schließen sich zehn Festtage mit Konzerten, Sport und Theater an. In den Kontext fügen sich unter anderem "40 Jahre Silbermann-Tage" und "10 Jahre Schloss Freudenstein in neuem Glanz" ein.

Am 25. August gibt es "Kunst im Grünen", wenn sich der Albert-Park in eine große Bühne verwandelt. Geplant ist ein "Schneckenbergkonzert", viele Chöre treten auf, Kinder musizieren und wie im Londoner Hyde Park wird es eine "Speakers Corner" geben.

Zudem werden Veranstaltungen wie das 33. Bergstadtfest, die 8. Freiberger Nachtschicht und der 29. Christmarkt ganz im Zeichen des Silberrausches stehen. (wjo)

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