Landesdirektion: Ausschreitungen in Freiberg ohne Beispiel

Freiberg. Die gewalttätigen Ausschreitungen gestern Abend am Freiberger Bahnhof sind laut Landesdirektion beispiellos in Sachsen. 200 Polizisten mussten in der Bergstadt die rund 700 mit einem Sonderzug aus passau ankommenden Flüchtlinge vor 400 Demonstranten schützen sowie deren Weiterreise per Bus nach Leipzig und Dresden absichern. "Dass ein Zug attackiert wird, haben wir noch nicht erlebt", sagte ein Sprecher der Landesdirektion der "Freien Presse". Auch das Auto eines Mitarbeiters wurde demnach beschädigt, die Scheibe zertrümmert.

Als Ankunftsstation für Flüchtlingszüge hält die Landesdirektion Freiberg aber weiterhin für geeignet. Überlegungen, den Bahnhof nicht mehr in Betracht zu ziehen, seien ihm nicht bekannt, sagte er: "Weswegen sollte man Freiberg rausnehmen?" Auch an anderen Orten könnte es zu ähnlichen Vorfällen kommen. Zudem sei der Freiberger Bahnhof aufgrund seiner Infrastruktur gut für die Ankunft von Flüchtlingszügen geeignet.

Nach Sitzblockaden wieder normaler Verkehr am Freiberger Bahnhof

Einen Tag nach den Protesten hat sich indes die Situation am Freiberger Bahnhof wieder normalisiert. "Die Lage ist ruhig", sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Am Sonntagabend hatten die Demonstranten unter anderem mit Sitzblockaden versucht, die Abfahrt der insgesamt 13 Busse zu verhindern. Die Polizei hat die Blockaden nach eigenen Angaben aufgelöst, in einem Fall seien Pfefferspray und Schlagstock zum Einsatz gekommen. Drei Polizisten wurden verletzt. (kok/dpa)

 

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