OB warnt: Parallelgesellschaften in Kita und Schule möglich

In manchen Einrichtungen der Stadt sprechen bis zu 30 Prozent der Kinder nicht deutsch als Muttersprache, so Sven Krüger in seiner Neujahrsansprache gestern Abend. Er fordert vom Landkreis, Flüchtlinge besser zu verteilen.

Freiberg.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) erhöht in der Flüchtlingsfrage den Druck auf Landrat Matthias Damm (CDU). "Ein Paradigmenwechsel bei der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden durch den Landkreis Mittelsachsen ist aus meiner Sicht unabdingbar", sagte er in seiner Ansprache zum Neujahrsempfang gestern Abend.

Er begründete dies vor allem mit der Tatsache, dass rund 70 Prozent der Asylsuchenden im Kreis allein in Freiberg untergekommen sind. In einigen Schulen und Kitas der Kreisstadt läge der Anteil von Nicht-Deutsch-Muttersprachlern bei etwa 30 Prozent, in einzelnen Gruppen gar bei 50 Prozent. Die Folge: "Es bilden sich sprachkulturelle Einheiten", warnte der OB. "Das Erlernen der Sprache und Kultur im Kindesalter wird somit fast unmöglich." Beifall erhielt der Stadtchef für seine Erklärung, es sei seine Pflicht für die Bürger der Stadt, weiter darum zu ringen, dass künftig "eine zahlenmäßig faire und an der Bevölkerungszahl orientierte Zuweisung der Flüchtlinge nach Freiberg erfolgt."

Vor rund 600 Gästen in der Nikolaikirche, unter ihnen Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), gab Krüger zudem einen Ausblick auf das Jubiläumsjahr des "Silberrausches", skizzierte aber auch Bau-Vorhaben.

So werden 2018 die Ringanlagen zwischen Donatsturm und Bebelplatz saniert, im Albertpark eine Wasserspielanlage installiert und im Tierpark eine neue Vogelvoliere gebaut. Auch der Neubau der Agricola-Grundschule soll, quasi als etwas größeres Weihnachtsgeschenk, wie Krüger es formulierte, im Dezember fertiggestellt sein.

"Wesentlich für mich wird in diesem Jahr sein, weitere Möglichkeiten zu finden, wie sich Familien in unserer Stadt Wohneigentum schaffen können", setzte Krüger einen weiteren Schwerpunkt. Auch die Solarworld-Insolvenz war ein Thema. 2017 sei dennoch ein wirtschaftlich erfolgreiches Jahr gewesen, die Anzahl der Arbeitsplätze insgesamt angestiegen, um 300 auf 20.629.

Passiere nicht Unvorhergesehenes, würden auch die Steuersätze auf aktuellem Niveau gehalten, versicherte Krüger. Mit dem ersten Doppelhaushalt in Freibergs Geschichte sei man 2017/18 erfolgreich neue Wege gegangen. "Wir starten nun in die zweite Etappe bis 2020", sagte Krüger und versicherte zugleich, dass man an der ausführlichen Beteiligung der Bürger am Haushalt festhalten werde. 2016 hatten Freiberger unter dem Motto "Bürgerhaushalt" erstmals geplante Investitionen bewerten und eigene Vorschläge einreichen können. Die Entscheidung über das Budget obliegt letztendlich aber dem Stadtrat.

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