Oberschule platzt aus allen Nähten

Die Halsbrücker Bildungsstätte hat für das neue Schuljahr 75 Anmeldungen für die 5. Klasse vorliegen. Dabei ist die Schule nur zweizügig angelegt, die Kapazitäten sind ausgeschöpft. Die Übergangslösung lautet: Unterricht im Container.

Halsbrücke.

Die Oberschule Halsbrücke platzt quasi aus allen Nähten. Derzeit werden 338 Schüler in 14Klassen von insgesamt 29 Lehrern unterrichtet. "Für das nächste Schuljahr haben wir jetzt 75Anmeldungen für die 5. Klasse vorliegen", erzählt Schulleiter Henning Oder. "Allerdings dürften wir, um zweizügig bleiben zu können, rein rechnerisch nur 49,5 aufnehmen."

Schon jetzt ist die grundsätzlich zweizügig verankerte Schule in zwei Klassenstufen dreizügig. Kompliziert wird es zudem dadurch, so der Schulleiter, dass sich die Aufgaben der Bildung verändert haben. So wurden früher die Klassen immer gemeinsam unterrichtet. Heute teilt sich das häufig in viele kleine Gruppen auf.

Auf die steigenden Schülerzahlen reagiert nun die Gemeinde Halsbrücke. Allerdings notgedrungen zunächst mit einer Lösung, die keiner so richtig mag. "Wir werden übergangsweise Container für zwei Klassen installieren müssen", informiert Bürgermeister Andreas Beger (CDU). Die räumlichen Kapazitäten der Schule seien erschöpft. Seit einem Jahr werde ernsthaft an Lösungen gearbeitet. Ein Erweiterungsbau ist dringend nötig, sind sich die Gemeinderäte einig. "Wir wollen kein Prestigeprojekt, sondern einen Funktionsbau", betont Beger. Derzeitiger Planungsstand: Eigenmittel sind eingestellt, im Juni soll ein Baubeschluss erfolgen.

Mit insgesamt 3 Millionen Euro Kosten wird gerechnet, die auch über Fördergelder finanziert werden sollen. Doch wie lange es noch dauern kann, bis endlich sichtbare Ergebnisse zu verzeichnen sind, darüber sagt man noch nichts Konkretes. Man rechnet zunächst einmal mit etwa zwei Jahren.

Eine Schwierigkeit stellt dabei ausgerechnet die Natur rundherum dar. "Dabei handelt es sich um einen denkmalgeschützten Naturpark", sagt Rathauschef Beger. "Nun muss erst einmal durch einen Fachmann geprüft werden, inwieweit sich das mit einem Neubau verträgt."

Umgeben von einer parkähnlichen Landschaft, hinein gebaut in eine kleine Senke, ist die Halsbrücker Schule rein optisch etwas Besonderes. Errichtet in den 1950er-Jahren kann sie als Paradebeispiel für die damalige Funktionsarchitektur gelten. Im Verein mit der schönen Umgebung ist sie ein Hingucker, was allerdings auch für innen gilt, wo große Säulen, hohe Fenster, großzügige Foyers und Gänge neben breiten Treppenaufgängen existieren.

All dies ist aber nur ein Teil dessen, was die Beliebtheit der Oberschule ausmacht. Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Förderverein haben es in den vergangenen Jahrzehnten geschafft, über ein breit gefächertes Angebot kultureller oder sportlicher Art die Attraktivität zu steigern.

Regelmäßig finden beispielsweise Schulaufführungen statt, die mittlerweile überregional einen guten Ruf genießen. Sportturniere gehören ebenso dazu, besonders seit 2014 die neue und moderne Turnhalle fertiggestellt wurde.

Bei der Berufsorientierung pflegt die Schule Partnerschaften mit verschiedenen Unternehmen aus der Region, richtet so gezielt den Blick der Jugendlichen auf die Zeit nach der Schule.

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