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Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (Mitte) saß gestern in der Klasse 8 b der Freiberger Ohain-Oberschule im Geschichtsunterricht. Mit ihm lauschten der CDU-Landtagsabgeordnete Steve Ittershagen, Oberbürgermeister Sven Krüger und Hochbauamtsleiter Andreas Böhnstedt (h. v. r.) den Worten von Lehrer Kay Schlegel.

Foto: Eckardt Mildner

Ohain-Oberschule bekommt neues Kleid und einen Anbau

Sachsens Kultusminister übergab gestern einen Scheck über mehr als 2,6Millionen Euro. Ab April soll die Schule in Friedeburg saniert und erweitert werden. Künftig könnten bis zu 550 Schüler unterrichtet werden.

Von Astrid Ring
erschienen am 08.02.2018

Freiberg. Geschichtsunterricht in der Klasse 8 der Freiberger Pabst-von-Ohain-Schule - und Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) sitzt mitten unter den Mädchen und Jungen. Das Thema: Die Veränderung der Parteienstruktur zwischen 1932 und 1933, erklären zwei Schüler. Piwarz diskutiert die Aufgabe mit seinen Banknachbarn und fragt: "Welche Parteien haben damals die Weimarer Republik gestützt?" Im Gespräch wird die Aufgabe gelöst.

Doch Sachsens neuer Kultusminister - der nach eigenen Worten den Leistungskurs Geschichte während seiner Gymnasiumszeit besuchte - kam gestern nicht nach Freiberg, um seine Geschichtskenntnisse aufzufrischen. Piwarz, seit Dezember oberster Dienstherr der sächsischen Lehrer, überbrachte den Freibergern einen Scheck über reichlich 2,65 Millionen Euro für die geplante Sanierung der Ohain-Oberschule und einen Neubau am Schulgebäude.

In drei Bauabschnitten sollen die Arbeiten ablaufen, wie Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) erklärte. Die Gesamtsumme der Investitionen an der Bildungseinrichtung beziffert er mit knapp 9 Millionen Euro. "Davon bringt die Stadt Freiberg etwa 5,5 Millionen Euro auf, mit weiteren 3,5 Millionen Euro unterstützen Freistaat und Bund das Vorhaben", zählt Krüger auf.

Für die derzeit 340 Schüler der Klassen fünf bis zehn bedeutet das Sanierungsprojekt laut Schulleiter Dieter Heydenreich ebenso wie für die 32 Lehrer eine Herausforderung. Nicht alle Arbeiten können in den Ferien absolviert werden, denn gebaut werden soll demnach bis 2020. Die Vorbereitungen laufen seit mehr als zwei Jahren - als Baustart für die Sanierung nannte der OB gestern den April. Hintergrund der Schulerneuerung und -erweiterung sind laut Schulleiter und OB die zunehmenden Platzprobleme. Von derzeit zwei bis zweieinhalb Klassen je Jahrgang müsse die Kapazität auf bis zu viereinhalb Klassen erhöht werden. Laut OB hat das nicht nur mit dem sich entwickelnden Stadtteil Friedeburg, sondern auch mit dem großen Anteil nicht deutschsprachiger Schüler an der Oberschule zu tun. Dieser liegt nach den Worten des Schulleiters gegenwärtig bei 26 Prozent. Die unterschiedlichen Kulturkreise bereiteten Probleme bis hin zu Gewalt, ließ er anklingen. Hilfe wie Patenschaften, Schulsozialarbeit und verschiedene Versuche der Integration der Schüler stellten die Lehrer vor Herausforderungen. "Gerade in der letzten Dienstberatung war das Thema. Wir brauchen veränderte Strukturen, müssen die Sichtweise erweitern", so Dieter Heydenreich. Unterstützung leiste dabei auch die Stadt mit verschiedenen Angeboten.

Nach Rundgang und Unterrichtsstippvisite packten Lehrer, Schüler und Stadtvertreter dem Kultusminister in einer Gesprächsrunde ihre brennendsten Probleme auf den Tisch. Der hatte eingangs seines Besuches erklärt, dass Schulen nicht nur gute bauliche Hüllen benötigten, sondern auch gute und ausreichend Lehrer. "Gemeinsam mit dem Finanzminister suchen wir nach Lösungen. Doch die gibt es nicht von heute auf morgen", sagte er. Die Brisanz der Problematik erläuterte der Schulleiter anhand der Ohain-Oberschule. Dort sind aktuell 10 der insgesamt 32 Lehrer sogenannte Seiteneinsteiger. "Sie alle machen wie die anderen Lehrer einen guten Job. Wären sie nicht da, hätte ein Drittel unserer Schüler keinen Unterricht", brachte es Heydenreich auf den Punkt.

 
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