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Caroline Engel (von links), Regina Kloos, Nadine West und Nick Hüttig haben an der Freiberger Ohainschule ihre Mathearbeit geschrieben. Der Plattenbau soll von April 2018 bis Februar 2020 saniert und um einen Erweiterungsbau auf der Wiese vor dem Gebäude ergänzt werden. Foto: Eckardt Mildner

Foto: Eckardt Mildner

Ohainschule wird zum Streitfall im Freiberger Stadtrat

Die Bildungseinrichtung soll für neun Millionen Euro saniert und erweitert werden. Die Planung sei dennoch zu knausrig, hieß es in der Debatte, die von Vorwürfen geprägt war.

Von Steffen Jankowski
erschienen am 20.05.2017

Freiberg. Größere Gemeinschaftsräume und Toiletten für Mädchen und Jungen auf jeder Etage - daraus wird beim Ausbau der Oberschule "Gottfried Pabst von Ohain" nichts werden. Der Freiberger Stadtrat hat mehrheitlich einen entsprechenden Antrag der Fraktion von FDP und Haus/Grund abgeschmettert, der auch von Linken-, Grünen- und Freie-Wähler-Stadträten unterstützt worden war. Die vorgelegten Pläne entsprächen den Schulbau- und den Förderrichtlinien, hatte Baubürgermeister Holger Reuter erklärt. Werde größer als notwendig gebaut, so der CDU-Politiker weiter, könnten Zuschüsse gestrichen werden.

Volker Meutzner (Haus/Grund) hatte gefordert, den geplanten Anbau 500 Quadratmeter größer zu gestalten. Die daraus entstehenden Mehrkosten bezifferte der 70-Jährige auf etwa eine Million Euro. Die bisherige Planung sei nicht behindertengerecht, weil zu wenig Platz zwischen den Schulbänken bleibe. Zudem seien fensterlose Aufenthaltsräume in Durchgangsbereichen geplant, monierte Meutzner: "Das entspricht nicht der Dresdner Schulbauleitlinie."

Baubürgermeister Reuter wies diese Darstellung zurück. Die Klassenzimmer seien mehr als acht Quadratmeter größer konzipiert als es die Richtlinie vorsehe, die sich die Stadt Dresden für sich gegeben habe. Die 200 Quadratmeter große Mensa sei etwas knapp bemessen, räumte er zugleich ein - unmittelbar daneben liege aber der Schulklub. "Wir müssen uns an die Sächsische Schulbaurichtlinie halten - und das tun wir auch", erklärte der Vize-OB.

Oberbürgermeister Sven Krüger (SPD) hatte sogar sein Veto gegen die teurere Variante angedroht. Eingeplant seien inklusive Grunderwerb und Ausstattung rund 9 Millionen Euro, erklärte der Rathauschef, eine Million Euro Zusatzkosten sei nicht drin: "Ich müsste einem solchen Beschluss widersprechen, eventuell würde dann die Rechtsaufsicht entscheiden." Die Fördermittelfrist laufe ab. Meutzner protestierte: im April sei "locker auf 800.000 Euro Zinsen von der Städtischen Wohnungsgesellschaft verzichtet" worden; der Stadtrat hatte den Darlehensvertrag vorfristig beendet.

Ulrike Neuhaus (Grüne) sprach von einem "Trick, Anträge als rechtlich nicht zulässig darzustellen, um die Stadträte zu verwirren". Sie finde es beschämend, so die promovierte Juristin, was für Millionen von Euro gebaut werden soll: "Auch Gründach, Belüftung, Sonnenschutz fehlen." Die Debatte wäre besser bereits in den Ausschüssen geführt worden, konterte Steve Ittershagen (CDU). Es sei nicht richtig, "die Arbeit des Stadtrates wegen politischen Aussagen medienwirksam zu lähmen."

Ihm persönlich fehle bei dem Projekt die Kreativität, sagte Schulleiter Dieter Heydenreich nach dem Beschluss: "Mit dem vielen Geld wird ein Zweckbau errichtet, der für die erwarteten Schülerzahlen ausreicht." Zwar sei das von den Pädagogen erstellte Raumkonzept beachtet worden, aber es fehlten Freiflächen, Rückzugsareale für die Pausen und Möglichkeiten für den Gruppenunterricht. "Der kleine Punkt auf dem i wird damit nicht erreicht. Zur Platte kommt noch eine weitere hinzu", spielt Heydenreich auf den DDR- typischen Baustil seines Hauses an.

 
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