Prinz genießt Kultur und Trüffel

Eine königliche Hoheit hat Freiberg die Ehre erwiesen und war nicht nur von Kunst und Tradition angetan.

Hoher Besuch war am Sonntag in der Bergstadt: Alexander Prinz von Sachsen Herzog zu Sachsen. Vom regnerischen Freiberger Wetter war seine königliche Hoheit nicht so angetan - dafür umso mehr von der künstlerischen Szene, dem Dom und dem Traditionscafé Hartmann.

Was führte Markgraf Alexander von Meissen in die Stadt von Markgraf Otto dem Reichen? Eingeladen wurde er vom Freiberger Markus Gille. Dieser lernte den Prinzen jüngst auf einem Schloss bei Grimma kennen, wo sie gemeinsam Freiberger Grieskuchen verzehrten und enge Freunde wurden. Gille, der bereits "Werther" und die "Winterreise" auf die Bühne gebracht hatte, erzählte von seinem neusten Stück, der "Freiberger Reformationskantate". Diese hatte ihre Uraufführung zum Kirchentag in Leipzig. Zum Reformationstag feiert das rund 50-minütige musikalische Event, das von Martin Luther und Papst Leo X. handelt, 17Uhr in der Petrikirche in Freiberg Premiere (Eintritt frei). Die Texte der Kantate stammen aus der Feder von Markus Gille, die Komposition ist von Ralf-Ingo Pampel. Viele Freiberger wirken bei dem Stück mit.

"Der Prinz wollte gern zur Premiere am Reformationstag kommen, da er aber schon wieder in Mexiko ist, haben wir uns für eine kleine Einführung in das Stück entschieden", erzählt Gille. Auszüge aus der Kantate präsentierten einige Darsteller am Sonntag in der Bodega-Andaluza. Vom Ambiente der Wein- & Tapasbar und der künstlerischen Darbietung zeigte sich der Prinz angetan: "Besonders ist, dass persische Gäste in unserer schwierigen Sprache etwas aufführen, und dass sie sich für das Christentum entschieden, haben imponiert mir."

Die Freiberger Aufführung reihte sich in die kulturelle Premieren-Woche der königlichen Hoheit ein, in der Prinz Alexander unter anderem in Leipzig "Don Carlos" und in Dresden "Wonderful Town" erlebte. Nach der künstlerischen Darbietung folgte eine Führung im Dom St. Marien, deren Schwerpunkt Elisabeth Seidler auf die kurfürstliche Begräbniskapelle legte. "Die königliche Hoheit war sehr an der Geschichte seiner Vorfahren evangelischer Konfession interessiert", sagte die Domführerin. "Die Wettiner sind erst seit August dem Starken, seit 1694, katholisch - bis heute, da sie sich als Evangelen nicht um die polnische Krone bewerben konnten", weiß Seidler. Ausgestattet mit riesigen Filzpantoffeln, betrachtete der Markgraf die Grabplatten und Skulpturen, machte Fotos und ließ sich von Elisabeth Seidler alles erklären.

In Konditorei und Café Hartmann ließen Markus Gille und der Prinz sowie einige Begleiter den Nachmittag ausklingen. Von Konditormeisterin Diana Groß ließ sich der Markgraf die Spezialitäten des Hauses, das in vierter Generation geführt wird, zeigen - und entschied sich für den "Freiberger Bauerhasen". "Sehr gut", urteilte der Prinz. Auch die Chalumeau-Trüffel hatten es ihm angetan. Begeistert vom Cafébesuch trug er sich in das Gästebuch der Familie Hartmann ein, die er auch persönlich kennenlernen wollte. In Zukunft wird der Prinz öfter die Bergstadt bereisen, da er die Schirmherrschaft für ein weiteres Projekt Gilles übernommen hat - eine Theaterproduktion mit Studenten in Bethlehem - doch dazu an anderer Stelle mehr.

Freiberger Ideen sorgen in Flöha für Aufmerksamkeit: Die städtische Wohnungsverwaltungs- und -baugesellschaft Flöha (WVBG) wirbt jetzt mit frechen Sprüchen und Motiven. Möpse wie beim anderen Flöhaer Großvermieter gibt es zwar nicht zu sehen - aber grelle Highheels und pinkfarbene Boxhandschuhe. Die Ideen zur aktuellen Kampagne wurden in der Chefetage des Großvermieters entwickelt, bei der Umsetzung half die Agentur "DruckGemacht" aus Freiberg.

"Wir wollen zuerst Aufmerksamkeit wecken und auf den zweiten Blick zum Thema hinführen", sagt Sandra Krause, Prokuristin bei der WVBG. Das Thema heißt Wohnen und Wohlfühlen. Aufmerksamkeit erzielen zum Beispiel die Geschäftsfrau mit rosafarbenen Boxhandschuhen, die durchgestylte Rockabilly-Hausfrau und grelle Highheels. Dabei bleibt die WVBG bewusst bei den reizenden Motiven und verzichtet auf die aufreizenden. (mit mbe)

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