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Der junge Schwarzstorch Houdini in seinem Winterquartier im erzgebirgischen Geyersdorf. Hier soll er wieder zu Kräften kommen.

Foto: Wieland JoschBild 1 / 2

Schwarzstorch schafft den Abflug nicht

Ein Erzgebirger hat den Vogel völlig entkräftet in Großhartmannsdorf aufgefunden. Und ihn Houdini getauft. Aus gutem Grund.

Von Wieland Josch
erschienen am 12.10.2017

Geyersdorf/Großhartmannsdorf Unruhig stolziert Houdini herum. Die Aufregung um seine Person ist ihm sichtlich zu viel. Er faucht, er gurrt, er klappert immer wieder, und wenn man ihm zu nahe kommt, geht er in Kampfstellung, breitet seine Flügel aus und schlägt um sich.

Bei Houdini handelt es sich um einen Storch, noch dazu um einen der selteneren Schwarzstörche. Dass sich dieser dunkle Meister Adebar nicht schon längst in südlicheren Gefilden aufhält, hat mit seiner Kondition zu tun. Die war offensichtlich nicht die beste, sonst hätte ihn Michael Hunger nicht vor einer Woche völlig entkräftet am Straßenrand in Großhartmannsdorf aufgefunden. "Erst dachte ich, das sei so ein witziger Plastestorch", erzählt er. "Doch dann bewegte er sich." Schnell war erkennbar, dass sich das Tier in Schwierigkeiten befand.

Michael Hunger betreibt einen Hausmeisterservice, hilft gern und packt mit zu. Noch dazu hat er mit großen und kleinen Vögeln schon Erfahrungen gemacht. Früher hielt er auf seinem Hof im erzgebirgischen Geyersdorf Gänse und auch sonst hängt sein Herz sehr an den gefiederten Freunden. "Anfang des Jahres hatte ich schon einen Graureiher bei mir in Pflege", sagt er. "Auch einen verletzten Sperber, eine Blaumeise oder einen Zaunkönig habe ich schon wieder aufgepäppelt." Der Storch machte es ihm nicht leicht. Er floh in eine Seitenstraße, verfügte aber nicht über die nötigen Kenntnisse in der Straßenverkehrsordnung, sonst hätte er die Sackgasse wohl eher nicht gewählt. Michael Hunger fuhr ihm nach bis zu einem Gehöft, auf dem auch der Storch nicht mehr weiter wusste. Gemeinsam mit den Bewohnern des Areals gelang der Fang. In eine Decke gewickelt, brachte Hunger das Tier nach Geyersdorf. "Doch schon im nächsten Ort hatte er sich aus der Decke befreit", erzählt er. Deshalb der Name Houdini, nach dem berühmten Entfesselungskünstler.

Jetzt geht es erst einmal darum, dass Houdini ordentlich frisst. So richtig will er nämlich nicht. Vielleicht die ungewohnte Umgebung? Er hat seinen Platz in einem Verschlag gleich unter dem Dach gefunden. Michael Hunger steht wegen des Storches in direktem Kontakt zur Vogelauffangstation in Dresden und zum Storchenhof Loburg in Sachsen-Anhalt. "Houdini ist ein sehr junger Storch, was man an Schnabel und Gefieder erkennt", so Hunger. "Er hatte ein totales Erschöpfungssyndrom und muss jetzt wieder zu Kräften kommen." Sind im April nächsten Jahres die Verwandten des Storches zurück, wird Hunger ihn wieder freilassen, dann hoffentlich richtig gesund.

 

 
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