Seine Mitschüler haben die Wahl

Elftklässler Tom Schmieder hat am Cottagymnasium die Juniorwahl vorbereitet. Für ihn soll es eine besondere Lern- leistung werden - für die Schüler eine erste Chance, selbst aktiv zu werden.

Brand-Erbisdorf.

Die Neuner bis Zwölfer des Brander Cottagymnasiums sollten morgen unbedingt ihren Schüler- oder Personalausweis "am Mann" haben. Denn den brauchen die 426 Mädchen und Jungen, wenn sie ihre Stimme zur U18-Wahl abgeben wollen. In den zurückliegenden Tagen haben die Schüler dafür - wie alle erwachsenen Wahlberechtigten - eine Benachrichtigung erhalten. Nur dass diese nicht von den Wahlverantwortlichen ihrer Heimatkommunen, sondern aus dem Gymnasium kamen. Besser: Erarbeitet hat sie der Elftklässler Tom Schmieder, der auch die Juniorwahl am Cottagymnasium auf die Beine gestellt hat.

"Das war eine Menge Arbeit", sagt der Gymnasiast. Denn nicht nur Wählerverzeichnis und Wahlbenachrichtigungen waren zu erarbeiten, auch die Stimmzettel müssen bereitstehen. Das sind insgesamt 161 - aufgebaut wie die Stimmzettel für die Bundestagswahl. Tom Schmieder hofft nun, dass morgen viele Schüler ihre Stimme abgeben und somit zeigen, dass ihnen die Politik des Landes nicht egal ist. Das ist auch die Idee hinter der bundesweit durchgeführten Abstimmung, die unter anderem vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Bundesjugendring getragen wird. Zwar haben in vielen anderen Schulen und Einrichtungen die Jugendlichen unter 18 Jahren bereits gewählt, am Cottagymnasium wurde für dieses Ereignis der Mittwoch der Bundestagswahlwoche ausgesucht. Elftklässler Tom Schmieder erarbeitet mit der Juniorwahl am Cottagymnasium eine komplexe Lernleistung im Fach Gemeinschaftskunde. Doch das ist nur die Hälfte, wie Tom sagt. "Ich interessiere mich auch für Politik", fügt der Lichtenberger an. Bei einem Besuch der Leipziger Buchmesse im Frühjahr sei er auf die Idee gekommen, die Wahl an seiner Schule zu ermöglichen.

Und das ist für Gemeinschaftskundelehrerin Beate Sturm mehr als die Fortsetzung des Unterrichtsstoffes. "Wir haben das Wahlrecht behandelt und einen Überblick über Parteien und ihre Ziele gegeben. Und wir wollten die Juniorwahl organisieren - das hat nun Tom Schmieder übernommen", sagt Beate Sturm. Ihr ist wichtig, dass sich die Schüler informieren und sich selbst ein Bild über die Arbeit und die Ziele der einzelnen Parteien machen. "Nur so können sie selbst wirklich ihre Wahl treffen", sagt sie. Gemeinsam sei es so nach ihrer Meinung möglich, gegen die allgemeine Wahlmüdigkeit anzukämpfen.

Für Tom Schmieder ist es sehr wichtig, "den jungen Leuten das Gefühl der Mitbestimmung zu geben". Sein Ziel ist es, die Juniorwahl an der Schule und die Ergebnisse zusammenzufassen und die komplexe Lernleistung in einem halben Jahr abzuschließen.

Juniorwahl Morgen 7.30 bis 13.30 Uhr können die Neunt- bis Zwölftklässler an der Juniorwahl teilnehmen. Ab 13.30 Uhr werden die Stimmzettel ausgezählt. Das Ergebnis bleibt bis Sonntag, 18 Uhr, geheim.

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