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Möbelbau-Sayda-Geschäftsführer André Uhlig gab den anderen Regionalvertretern der IHK Mittelsachsen einen Einblick in sein Unternehmen. Trotz der abgelegenen Lage investiert er weiter am Stammsitz - und nicht anderswo. Grund: Er will die angestammte Belegschaft nicht verlieren.

Foto: Detlev MüllerBild 1 / 2

Verkehr im Landkreis: Vier Jahre später dieselben Forderungen

Bei einem Treffen in Sayda haben IHK-Vertreter eine neue Wunschliste zum Straßenbau in Mittelsachsen abgesegnet. Viele Punkte standen bereits auf der alten.

Von Frank Hommel
erschienen am 14.06.2018

Sayda. Auch wenn er sich den Forderungen anschließt, ist Michael Wiegner von dem Paper nicht wirklich angetan. "Das ist ein Märchen des Grauens, wenn ich auf die Zeitpläne sehen", sagt er. Wiegner ist Geschäftsführer der Frankenberger Firma Sächsische Walzengravur. Und er engagiert sich in der Industrie- und Handelskammer (IHK). Als Mitglied der Regionalversammlung Mittelsachsen bestimmt Wiegner die Geschicke der Kammer und deren Außenwirkung mit. Deshalb ist er auch zur jüngsten Sitzung des Gremiums bei der Möbelbau Sayda GmbH gekommen, um den neuen Elf-Punkte-Plan der IHK zum Thema Straßenverkehr in Mittelsachsen abzusegnen.

Was Wiegner missfällt, ist nicht, dass die IHK ein solches Papier verfasst. Auch die Punkte selbst haben seine Zustimmung: die schnellstmögliche Verwirklichung der Autobahnzubringer für Lunzenau und Burgstädt etwa, die Verwirklichung der Ortsumgehungen Freiberg und Oederan, die Vollendung der Ortsumgehung Flöha. Doch was Wiegner umtreibt: die meisten Projekte werden erst in ferner Zukunft realisiert -wenn überhaupt.

So lässt sich nicht absehen, wie lange die juristische Auseinandersetzung um die Planfeststellung des Ostteils der Freiberger Ortsumgehung dauert. Das erklärt der für Verkehr zuständige IHK-Referent Dietmar Richter den Unternehmern. Der Bund für Umwelt und Naturschutz klagt gegen die 2017 ergangene Planfeststellung, und darf dabei auch bereits entschiedene Klagepunkte erneut vorbringen.

Der Baustart des zweiten Abschnitts der Ortsumgehung Flöha hänge dagegen zunächst von den Einwendungen auf die kürzlich ausgelegten Pläne ab, so Richter. Er denke, vor 2020 könne kaum begonnen werden. Wie es mit den Autobahnzubringern Lunzenau und Burgstädt weitergehe, müsse die Ausbau- und Erhaltungsstrategie des Freistaats zeigen. Die werde erst für Ende 2018 erwartet. Und beim geplanten Ausbau der B101 Siebenlehn-Freiberg, wo aktuell Vermessungsarbeiten liefen, seien Probleme durch Altbergbau möglich.

Bereits 2014 hatte die IHK einen Forderungskatalog mit zehn Punkten beschlossen. Die Unterschiede zur jetzt verabschiedeten Fortschreibung sind minimal. Mit der Forderung eines Radwegekonzepts für Mittelsachsen ist die Liste sogar noch länger geworden, so als habe sich in den vergangenen vier Jahren beim Thema nicht allzu viel bewegt.

Unerfüllt blieb die Hoffnung, der Bau der A 72 Richtung Leipzig entlaste langfristig die Staatsstraße von Chemnitz nach Mittweida - weshalb die IHK an deren Ausbau sowie einer Ortsumgehung für die Stadt festhalte. Dazu sei dem Freistaat "ins Stammbuch zu schreiben", die Straßennetzkonzeption besser mit dem Landkreis abzustimmen. Richter: "An jeder Ecke wird gebuddelt." Das führe jetzt schon mancherorts zum "Verkehrskollaps".

Angesichts all dessen regt Michael Wiegner an, sich künftig lauter als bislang zu Wort zu melden, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. IHK-Mann Richter findet dennoch, dass der Einsatz der Kammern für Verkehr manches bewegt habe, so im Bundesverkehrswegeplan 2030, der vielen Straßenbauvorhaben im Kreis Dringlichkeit bescheinigt. "Der Erfolg hat natürlich viele Väter", sagte Richter der "Freien Presse". Jedenfalls wolle die IHK, legitimiert durch das Votum der Mitgliedsvertreter, weiter Einfluss nehmen und das Programm im Verkehrsausschuss mit dem Sächsischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft vorbringen.

Die Landkreisverwaltung weist den Vorwurf aber von sich, Straßenbau-Vorhaben würden ungenügend mit dem Freistaat abgestimmt. "So wurden Arbeiten in der Gemeinde Rossau abgestimmt, um eben nicht alle Maßnahmen gleichzeitig zu realisieren", erklärt ein Sprecher. Der Beigeordnete Lothar Beyer (CDU) sprach von einer Gratwanderung. Einerseits würden Bauarbeiten Einschränkungen bedeuten. "Auf der anderen Seite bedarf es diese Arbeiten und die damit verbundenen Investitionen in das Straßennetz, um die so wichtige Mobilität im ländlichen Raum auch perspektivisch sicherzustellen und weiter zu verbessern", sagt Beyer.

 
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