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Der Wanderweg entlang der Freiberger Mulde zwischen Obergruna und dem Zollhaus Bieberstein ist arg mitgenommen.

Foto: ECKARDT MILDNER

Zu teuer: Wanderweg an der Mulde wird erst später gebaut

Die Juniflut 2013 setzte dem Weg von Obergruna zum Zollhaus arg zu. Für die Reparatur plante die Stadt rund 260.000 Euro ein. Doch das günstigste Angebot liegt deutlich darüber. Was nun?

Von Heike Hubricht
erschienen am 13.06.2018

Obergruna. Wer einen kurzen, abwechslungsreichen Spaziergang machen möchte, ist hier genau richtig: Auf dem Wanderweg zwischen Obergruna und dem Zollhaus. Rechter Hand fließt die Freiberger Mulde, linker Hand erheben sich mit hohen Fichten bewachsene Berge. Dazwischen Felssteine und umgeworfene Wurzeln. Ein bisschen ist es wie in einem verzauberten Märchenwald.

Doch das Junihochwasser 2013 hat dem Weg ziemlich zugesetzt. An mehreren Stellen ist die Böschung abgerutscht, eine Holzbohlenbrücke ist defekt, und der Weg ist teils stark ausgespült. Mitunter muss der Spaziergänger einen Bogen schlagen, um keine nassen Füße zu bekommen.

Eigentlich sollten die Schäden noch in diesem Jahr beseitigt werden. Defekte Böschungen sollten mit Wasserbausteinen befestigt werden, zudem war die Instandsetzung des Weges geplant. Deshalb hatte die Stadt Großschirma diese Arbeiten ausschreiben lassen. Reichlich 259.000 Euro plante die Kommune für die Schadensbeseitigung an dem Wanderweg in ihrem Haushalt ein, wobei das Geld als Fördermittel über die Hochwasserschadensbeseitigung fließen sollte. "Doch das billigste Angebot lag bei 447.000 Euro, also 72 Prozent über der Kostenberechnung", sagte Bürgermeister Volkmar Schreiter (FDP) bei der jüngsten Stadtratssitzung. Deshalb empfehle die Stadtverwaltung, die Ausschreibung aufzuheben und das Vorhaben neu auszuschreiben.

Stadtrat Peter Ziegs (CDU) aus Großschirma fragte an, wie viele Fördergelder fließen würden. Laut Schreiter ist eine 100-prozentige Förderung vorgesehen - aber nur in Höhe der Kostenschätzung. Bauamtsleiter Frank Jänich ergänzte, dass Zuschusse vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) und von der Sächsischen Aufbaubank beantragt wurden. Geplant sei eine gezielte Ausschreibung vor dem Winter, "um eventuell günstiger Preise zu nutzen", so Jänich. Was ist, wenn dann wieder nichts anderes herauskommt, fragte Stadtrat Ziegs. "Dann müssen wir weitersehen und das Leistungsverzeichnis noch mal überarbeiten", so Schreiter. Auch UBV-Stadtrat Volker Scharf sagte, dass es derzeit keine Bau-Kapazitäten gibt. Die Stadträte hoben die Ausschreibung bei einer Stimmenthaltung auf.

 
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