Asyl: 81 Wohnungen außerhalb Freibergs

Städte und Gemeinden sollen die Bergstadt entlasten. Dennoch sieht der Landkreis noch Verbesserungsbedarf.

Mittweida/Freiberg.

Der Asyl-Aufnahmestopp in der Kreisstadt zeigt Erfolg: Das Landratsamt hat die Zuweisungen weiter zurückgefahren. Außerdem wollen jetzt auch weitere Städte und Gemeinden anerkannte Flüchtlinge aufnehmen. Wie das Landratsamt auf "Freie Presse"-Anfrage bestätigte, haben neun Orte über ihre Wohnungsunternehmen freie Unterkünfte gemeldet.

"Bislang sind 81 Wohnungen im Kreisgebiet außerhalb von Freiberg zur Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen angeboten worden", sagte Behördensprecher André Kaiser. Dabei handele es sich um Burgstädt, Döbeln, Flöha, Mittweida, Hainichen, Hartha, Waldheim, Penig und Rochlitz. Weitere Städte hätten Meldungen in Aussicht gestellt.

Ende März hatte das Amt angekündigt, dass Flüchtlinge in Mittelsachsen künftig nicht mehr nur in wenigen Orten unterkommen sollen. Das war eine Reaktion auf Kritik Freibergs über die hohe Belastung durch überproportional viele zugewiesene anerkannte Asylbewerber.

Danach wurden laut Asylkoordinator Dieter Steinert zunächst 15 Kommunen mit mindestens 5000 Einwohnern auf ihre Eignung geprüft. Kriterien sind Verkehrsanbindung, Schulen mit speziellen Sprachförderklassen, Kitas und Gesundheitsangebote. Im Landratsamt ist man mit dem Echo zufrieden: "Wir sehen die große Zahl an Rückmeldungen aus den Kommunen positiv", sagte Dieter Steinert. Und betonte: "Gern freuen wir uns über weitere Meldungen. Aber mit 81Wohnungen gibt es einen sehr guten Grundstock, um eine Wohnungsbörse für anerkannte Flüchtlinge aufzubauen."

Verbesserungsbedarf sehe der Landkreis bei der Infrastruktur. Als Beispiel nannte Steinert die Erreichbarkeit von Integrations- oder Sprachkursen. "Wir wirken darauf ein, dass es neue Angebote verstärkt in der Fläche gibt. Auch darüber wollen wir fördern, dass sich anerkannte Flüchtlinge für einen Wohnsitz außerhalb Freibergs entscheiden." Große Hoffnungen setze das Landratsamt zudem auf die Integrationsmesse am 20. Juni in Freiberg. Steinert: "Denn dort präsentieren sich Arbeitgeber aus dem gesamten Kreisgebiet, für wohnortnahes Arbeiten eine große Chance."

Freibergs Stadtoberhaupt kann sich angesichts dessen einen Seitenhieb nicht verkneifen. "Die aktuelle Situation zeigt eigentlich, dass eine breitere Verteilung im Landkreis - also auf breitere Schultern, wie wir es in unserem Antrag gefordert haben - durchaus möglich ist", sagte OB Sven Krüger (SPD) auf Anfrage der "Freien Presse". Die Stadt Freiberg werde momentan nicht mehr überstrapaziert: "Endlich kann bei uns Normalität im Tagesgeschäft einziehen. Denn wir haben noch alle Hände voll zu tun: Allein der Ausbau der Kita- und Schulplätze wird uns noch mehrere Jahre umfangreich beschäftigen", so der Oberbürgermeister.

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