Dritter Wahlgang: Zettlitz hat neuen Rathauschef

Der parteilose Kandidat Steffen Dathe aus dem Ortsteil Hermsdorf hat die Zettlitzer Bürgermeisterwahl im Duell mit Ossi Köhn (Linke) gewonnen.

ZettlitzSteffen Dathe (parteilos) wird künftig die Geschicke der Gemeinde Zettlitz als ehrenamtlicher Bürgermeister leiten. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis hat der gebürtige Rochlitzer am Sonntag 314 der 374 gültigen Stimmen (84Prozent) erhalten. Der einzige Gegenkandidat, Ossi Köhn (Linke), brachte es auf 60 Stimmen (16 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag mit rund 61Prozent in etwa auf dem Niveau des vorherigen Wahlgangs im Mai. 13Stimmen waren nach Darstellung von Wahlleiter Mario Rosemann ungültig.

Wahlsieger Dathe rang am Sonntagabend noch um Fassung. "Mit einem derart eindeutigen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Das motiviert mich zusätzlich und ist mir Ansporn bei dem, was jetzt angepackt werden muss. Ich bedanke mich bei meinen Wählern für das Vertrauen und setze auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat." Besonders habe ihn gefreut, dass sich über die Hälfte der Einwohner trotz des endlosen Zettlitzer Wahldebakels am dritten Urnengang beteiligt hatten, sagte der 52-jährigen Hermsdorfer.

Für Herausforderer und Gemeinderat Ossi Köhn konnte das Ergebnis der Abstimmung nicht eindeutiger sein. "Ich danke denen, die mir ihre Stimme gegeben haben", erklärte der Ceesewitzer. Er freue sich aber dennoch auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister auf Gemeinderatsebene. Auch der Zettlitzer Vize-Bürgermeister Gerd Fuhrmann (Linke) fand sehr klare Worte: "Endlich ist es entschieden. Die Situation hat uns doch alle sehr genervt." Damit zielte Fuhrmann, wie er erklärte, nicht etwa darauf ab, dass die Zettlitzer insgesamt dreimal zur Wahlurne gehen mussten. "Verärgert ist man hier mit Sicht auf die Landesregierung, die kein Einsehen hatte. Es gebe im Freistaat Sachsen wahrlich Wichtigeres zu entscheiden als die Amtsenthebung dreier Bürgermeister Sachsens."

Dass überhaupt erneut gewählt werden musste, lag an der im Januar 2014 novellierten sächsischen Gemeindeordnung. Diese besagt, dass ein Bürgermeister nur in einer Kommune als Stadtoberhaupt fungieren darf. Amtsinhaber Thomas Arnold (parteilos), zugleich Gemeindeoberhaupt in Zettlitz, wurde im Juni dieses Jahres mit überwältigender Mehrheit erneut zum Geringswalder Stadtchef gewählt.

Indes wollten die Zettlitzer ihren gewählten Bürgermeister nicht aufgeben - Doppelbesetzung hin oder her. Deshalb zog die Gemeinde vor Gericht, unterlag im Rechtsstreit mit dem Landratsamt Mittelsachsen und scheiterte anschließend am endgültigen Urteil des Oberverwaltungsgerichtes.

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