"Ein Haus, in dem extrem intensiv gelebt wird"

Von der Arbeit im Hospiz Oederan waren Flöhaer Gymnasiasten so überrascht, dass sie kurzerhand nützliche Dinge spendeten.

Oederan.

Eine Kiste voller Briefe, kleiner Basteleien und Malereien, liebevoll verziert. Petra Kröner vom stationären Hospiz in Oederan ist gerührt von den freundlichen Worten, die die Neuntklässler vom Flöhaer Pufendorfgymnasium nach ihrem Besuch im Hospiz an sie gerichtet haben. Im Juni hatten die Schüler innerhalb des Ethik-Unterrichts die Möglichkeit, sich das Hospiz anzuschauen und der Vereinsvorsitzenden des Hospiz- und Palliativdienstes "Begleitende Hände", Petra Kröner, all ihre Fragen zum Thema Sterben und Hospizarbeit zu stellen.

Zwei Wochen später erhielt sie die Kiste. Sie liest aus den Briefen vor, ohne Namen zu nennen: "Als wir angekommen sind, haben wir einen traurigen Ort erwartet. Aber da alles sehr farbenfroh, hell und gemütlich eingerichtet ist, ging unser unwohles Gefühl schnell weg." Ein Schüler formuliert: "Die Ernsthaftigkeit der Situation wird gekonnt überspielt von Frieden, Freude und Lebenslust." Ein Klassenkamerad beschreibt das Hospiz als "ein Haus, in dem extrem intensiv gelebt wird". Oder: "Es sollten viel mehr Leute wissen, wie viel Mühe Sie sich für jeden Einzelnen geben."

Einige bedauern, dass der Verein permanent auf Unterstützung angewiesen ist. Den Großteil der Ausgaben übernimmt zwar die Krankenkasse, doch 250 Euro pro Tag muss der Verein selbst aufwenden. "In Eigeninitiative haben die Schüler zusammengelegt und uns Dinge des täglichen Bedarfs wie Waschpulver, Küchen- und Taschentücher gespendet", erzählt Kröner begeistert. Es kommen immer mal Menschen vorbei, die für die Hospizbewohner etwas zusätzlich eingekauft haben, berichtet sie.

Über die Aktion der Flöhaer Gymnasiasten habe sie sich aber besonders gefreut. Generell begrüßt sie es, wenn sich junge Menschen mit dem Thema auseinandersetzen. So war sie schon am Cottagym- nasium in Brand-Erbisdorf für einen Vortrag zum Thema Aktive und passive Sterbehilfe eingeladen. Auch in einem Kindergarten hat sie mit Kindern über das Sterben gesprochen. Sie hofft, dass in Zukunft mehr Anfragen von Schulen oder Kitas kommen, "damit Kinder und Jugendliche früh ihre Fragen stellen können", sagt sie.

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