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Mehr als 100 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Foto: Haertelpress

Frankenberg: Feuer im Pflegeheim - Retter bringen Senioren in Kaserne

Im Keller des Blocks im Neubaugebiet ist am Sonntagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Mehr als 100 Bewohner mussten aus dem Haus. Dabei halfen viele Anwohner, während andere nur zuschauten.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 03.12.2017

Frankenberg. Keine Verletzten. Das ist die wichtigste Nachricht, nachdem ein Kellerbrand am Sonntagvormittag im Pflegeheim "Im Sonnenlicht" an der Einsteinstraße im Neubaugebiet Frankenberg ausgebrochen war. Das Feuer konnte gelöscht werden, die starke Rauchentwicklung machte jedoch die Evakuierung des kompletten Gebäudes erforderlich. 107 Senioren - viele davon auf den Rollstuhl angewiesen oder bettlägerig - mussten wie auch 20 Mitarbeiter den Komplex verlassen, weil der Qualm bis in den oberen Gebäudeteil gezogen war.

Ausgenommen waren lediglich neun Patienten, die in der Einrichtung dauerhaft in der Wachkomastation medizinisch versorgt werden. Aus Sicht der Rettungskräfte bestand für sie durch die örtlichen Gegebenheiten keine unmittelbare Gefahr, wie auch Heimleiterin Katharina Neumann bestätigte. Die Versorgung auf der Wachkomastation laufe über ein Notstromaggregat. Die von der Evakuierung betroffenen Bewohner kamen vorübergehend in der Turnhalle der nur wenige Hundert Meter entfernten Wettiner-Kaserne der Bundeswehr unter.

Durch den Brand hat die Stromversorgung Schaden im Pflegeheim genommen. Deshalb war laut Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) lange offen, ob die Senioren in das Heim zurück können. Gegen 14 Uhr wurde abgesprochen, dass eine Rückkehr der Bewohner möglich ist. Gut eine halbe Stunde später begann der Rücktransport, der gegen 17 Uhr abgeschlossen sein sollte.

Im Heim wurden die Senioren freundlich begrüßt, etliche konnten mit den Rettungskräften auch schon wieder etwas lächeln. Die Freude überwog auch bei der Heimleiterin. "Wir können jedoch noch nicht alle Bereiche nutzen. Deshalb mussten wir umräumen, um wieder alle Bewohner aufnehmen zu können", so Katharina Neumann. Zwei Senioren seien zur Beobachtung vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden.

"Die Evakuierung in die Kaserne war vor Ort von den Rettungskräften eingeleitet worden", erklärte Polizeisprecher Andrzej Rydzik. "Das war einfach die naheliegende Lösung. Zur Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse, da sind die Ermittler gefragt." Auch Michael Knoth, stellvertretender Leiter der Frankenberger Feuerwehr, kannte am Nachmittag noch keine Ursachen: "Die Brandmeldeanlage hatte 9.20 Uhr ausgelöst. Als wir eintrafen, war der Keller schon völlig verqualmt." 60 Feuerwehrleute der Stadt und aller Ortwehren waren auch bei der Evakuierung gefragt, etwa 40 noch bis zum Einsatzende gegen 18 Uhr. Das DRK und auch die Malteser waren mit insgesamt über 50 haupt- und ehrenamtlichen Sanitätern vor Ort.

"Das Zusammenspiel aller Rettungskräfte und der Mitarbeiter des Heims hat super funktioniert", sagte Firmenich, der sich vor Ort mit um die Koordinierung kümmerte. Der Bürgermeister versuchte, die Versorgung des Objekts mit Strom einzuleiten. Für die Evakuierung wurden neben den Fahrzeugen des Rettungsdienstes auch die Vereinsmobile der Stadt, zwei Kleintransporter genutzt. Zudem war von Regiobus ein großer Bus angefordert worden. "Wir können uns nur bei allen Helfern bedanken", so Katharina Neumann, die unmittelbar nach dem Alarm zum Objekt, das von der Diakonie Flöha betrieben wird, gerufen wurde. "Es gab viele Anwohner, die uns unterstützt haben, zum Beispiel mit Decken und Tee."

Einer der Helfer ist Torsten Kettner. "Ich hatte die Sirenen gehört und vom Balkon aus den Qualm gesehen", erzählte der Anwohner, dessen Frau als Pflegekraft im Heim arbeitet. "Für mich gab es nur eine Entscheidung: Schnell raus und mit anpacken. Wir waren 20 bis 30 Leute aus dem Wohngebiet, ich bin mit in das Haus rein, habe Leute im Rollstuhl rausgefahren." Kettner stand auch nach einer Stunde nur im Kapuzenshirt vor dem Haus. Da waren diejenigen, über die er sich ärgerte, schon verschwunden: "Es darf nicht sein, dass so viele Leute mit Handys filmen, wenn gerade jede helfende Hand gebraucht wird. Ich kann die Leute, denen es um ein paar Klicks im Internet geht, nicht verstehen."

Für Ronny Illig vom DRK, der als einer der ersten Helfer im Notarztwagen eintraf, sind Gaffer mittlerweile Normalität: "Das gibt es leider fast überall, behindert wurden wir in unserer Arbeit aber nicht. Sehr positiv fand ich die vielen Hilfsangebote, auch andere Pflegeheime hatten spontan Plätze angeboten."

 

 
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Kommentare
1
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
  • 04.12.2017
    14:06 Uhr

    Interessierte: Es ist schon interessant , wie viele Helfer hier tätig waren , die Sachsen sind auch ´immer` sehr hilfsbereit und aufopfernd bis dahin , wen man merkt , das man ausgenutzt wird ...

    Aber wie bzw. wodurch der Brand im Keller ausgebrochen ist , wäre noch viel interessanter , manchmal hat schon Wäsche gebrannt oder auch Matratzen - sind in Brand geraten ...

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