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Zur Katastrophenschutzübung im Oktober wurde zum Beispiel geprobt, wie fünf Schwerstverletzte in das Krankenhaus Mittweida gebracht und dort in der Notfallaufnahme auch entsprechend versorgt werden.

Foto: Falk Bernhardt

Krankenhaus sieht sich für Notfall gewappnet

Die Mittweidaer Einrichtung zieht nach der großen Katastrophenschutzübung ein positives Fazit, benennt aber auch Verbesserungen.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 15.11.2017

Mittweida. Wie verteilt man mehr als 100 Verletzte auf fünf Krankenhäuser? Um diese Frage ging es vor gut drei Wochen zur bislang größten Katastrophenschutzübung im Landkreis Mittelsachsen. Szenario war eine Gasexplosion in der Innenstadt von Mittweida, geprobt wurde aber nicht die Rettung vor Ort, sondern die Verteilung und der Abtransport der Verletzten. Es galt nach entsprechenden Alarmierungsplänen letztendlich sogar 110 Verletzte in die fünf Krankenhäuser in Mittelsachsen zu bringen, und zwar nach Leisnig, Döbeln, Mittweida, Hartmannsdorf und Freiberg.

Die Kreisverwaltung zog unmittelbar nach der Übung ein positives Fazit. Vor einer Gesamteinschätzung sollen alle Krankenhäuser ihre Einschätzung abgeben, für das Haus in Mittweida liegt die nun auch vor. "17 der insgesamt über 100 Verletzten wurden bei uns versorgt", erläutert Pressesprecherin Ines Schreiber. "Es waren fünf Schwerst-, vier Schwer- und acht Leichtverletzte und damit mehr schwere Verletzungsfälle, als für Mittweida ursprünglich geplant." Da dieses Szenario jederzeit auch in der Realität auftreten könne, stelle diese Übung eine wichtige Maßnahme dar, um zu überprüfen, ob der Krankenhausalarmierungsplan für externe Schadenslagen reibungslos funktioniert.

"Wir bewerten diese Übung sehr positiv, da sie uns die Möglichkeit geboten hat, unsere internen Handlungsabläufe und Steuerungsprozesse unter realitätsnahen Voraussetzungen zu durchlaufen", sagte Geschäftsführer Florian Claus, der am Übungstag die Koordinierung übernommen hatte. "Als erste Anlaufstelle für Schwerstverletzte bei Großschadensereignissen in der Umgebung tragen wir eine große Verantwortung. Mit dem Verlauf der Übung sind wir insgesamt sehr zufrieden und fühlen uns für den Ernstfall gut gerüstet."

Der Alarm- und Einsatzplan des Hauses sei erst in diesem Jahr überarbeitet und an die aktuellen Maßgaben der Feuerwehr-Dienstvorschrift angepasst worden. Nach diesem detaillierten Plan hatten die Mittweidaer umfangreich zusätzlich medizinisches und pflegerisches Personal herbeigerufen, um die bereits im Einsatz befindlichen Spezialisten gezielt zu unterstützen. "Wir konnten damit überprüfen, dass die neuen Regelungen im Ernstfall entsprechend greifen und dass die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sachgebietsgruppen einwandfrei funktioniert", betont Claus. "Die neue Struktur der Krankenhauseinsatzleitung und Teambildung hat sich bewährt."

Insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im medizinisch-pflegerischen Bereich hätten bewiesen, dass sie auch in Extremsituationen konzentriert und fachlich absolut hochqualitativ arbeiten. "Durch die Aktivierung der benötigten Ressourcen binnen kürzester Zeit wären wir durchaus auch in der Lage gewesen, noch mehr Verletzte zu versorgen und aufzunehmen", erklärt Claus weiter. Da die Übung in drei Wellen organisiert wurde, gab es in den Zwischenzeiten verfügbare Versorgungskapazitäten. Auch die Betreuung von Angehörigen wäre durch die Spezialisten der psychiatrischen Fachabteilung realisierbar gewesen. Dies sei jedoch nicht Gegenstand der Übung gewesen.

Eine gezielte Analyse des Übungsverlaufs habe außerdem diverse Verbesserungspotenziale aufgezeigt, die nun entsprechend aufgegriffen werden. So müssen beispielsweise Lücken in der Alarmierungskette geschlossen werden, damit jeder Bereich unverzüglich informiert wird. Außerdem soll die Versorgung mit benötigten Blutkonserven weiter optimiert werden. Ein Resümee des Landkreises soll laut Jana Lützner, Leiterin des Referates Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, noch folgen.

 
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