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Dass die Gemeinde das Hotel "Am Kriebsteinsee" in Höfchen 2012 gekauft hat, wird jetzt kritisch bewertet.

Foto: Falk Bernhardt

Kriebstein soll sich zu Hotel-Kauf erklären

Das vor Jahren ohne Konzept abgewickelte Geschäft der Gemeinde sorgt jetzt für Kritik der Rechnungsprüfer. Ob es eine Fehlinvestition war, lässt sich aber noch nicht sagen.

Von Jan Leißner
erschienen am 15.05.2018

Kriebstein. Manchmal holt einen die Vergangenheit ein, und im Fall der Kriebsteiner Bürgermeisterin Maria Euchler (FWK) ist es eine Entscheidung, für die ihr Vorgänger verantwortlich war. Doch mit der Übernahme des Amtes hat sie auch die Verantwortung für einen teuren Grundstückskauf geerbt: Es geht um die Immobilie des Hotels "Am Kriebsteinsee" im Ortsteil Höfchen.

Den Kauf haben jetzt Rechnungsprüfer in ihrem Bericht zu den Jahresabschlüssen der Gemeinde von 2009 bis 2012 beanstandet. Demnach habe der im Juli 2012 vollzogene Kauf der am Ufer der Talsperre gelegenen Immobilie durch die Gemeinde zum Preis von 250.000 Euro (plus Inventar: 28.203 Euro) den "Grundsätzen einer wirtschaftlichen und sparsamen Haushaltsführung" widersprochen, heißt es. Die Prüfer verweisen auf die Gemeindeordnung, nach der eine Kommune Vermögensgegenstände nur erwerben sollte, wenn dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist. Zumindest hätte die Gemeinde in ihren Finanzplänen darlegen müssen, welche Aufgaben mit dem Hotel-Kauf künftig erfüllt werden sollten. Doch das sei nicht geschehen. Die Gemeinde kaufte, ohne dass ein Nutzungskonzept vorgelegen habe. Nun wird sich die Rechtsaufsichtsbehörde im Landratsamt mit der Kritik und der Stellungnahme von Maria Euchler dazu beschäftigen.

Die Bürgermeisterin nimmt die Kritik ernst. Die Gründe für den Kauf damals hält sie zwar auch heute noch für nachvollziehbar. Aber: "Es war keine Idee vorhanden, was wir mit der Immobilie machen wollen." Wie der damalige Bürgermeister Christoph Merker (Freie Wähler) 2012 erklärte, wollte die Gemeinde das Objekt vor Spekulanten schützen. Denn verkauft hätte die vormalige private Eigentümerin so oder so. Zum Bericht der Rechnungsprüfer wurde Merker nicht befragt, da er nicht mehr im Amt ist. "Wenn man mich nicht fragt, kann ich dazu nichts beitragen", sagte er jetzt.

Maria Euchler bestätigte, dass es damals die Befürchtung gab, es könnte in dem Ex-Ferienlager ein Asylbewerberheim eingerichtet werden. Die Gemeinde wollte nicht als Hotelbetreiber fungieren, aber über die Nutzung entscheiden.

In der Folge wurde das Hotel an verschiedene Betreiber verpachtet. Euchlers Vorgänger hatte sich 2014 um einen Verkauf der sieben Hektar großen Immobilie bemüht - doch ohne Erfolg. Für die Gemeinde blieb es ein Minusgeschäft, nach früheren Angaben hat Kriebstein bis zu 50.000 Euro pro Jahr zugeschossen. "Die Pachtzahlungen reichten nicht, um Kosten für Unterhaltung und Sicherung des Areals und der Gebäude zu decken", sagt Maria Euchler.

Vor zwei Jahren startete sie erneut den Versuch, den Komplex zu verkaufen, drei Interessenten meldeten sich. Der Gemeinderat folgte der Empfehlung der Bürgermeisterin, das Objekt an zwei Waldheimer Hoteliers vorerst zu verpachten. Erst im Jahr 2026 stehe der ursprünglich beabsichtigte Verkauf des Komplexes an, so Euchler. Die Waldheimer hätten das höchste Kaufangebot gemacht - es soll nach unbestätigten Angaben von 2016 bei über 600.000 Euro gelegen haben. Ein Gutachten wies einen Wert von 850.000 Euro aus. Erst in einigen Jahren könne man bewerten, ob die Gemeinde 2012 mit dem Kauf des Areals und zuletzt 2016 mit der erneuten Verpachtung, eine richtige Entscheidung getroffen habe, so Euchler. Seit zwei Jahren müsse die Gemeinde keine Zuschüsse mehr für den Erhalt des Grundstücks zahlen.

 
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Kriebstein soll sich zu Hotel-Kauf erklären
Hotel wechselte schon oft die Besitzer
 
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