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Das Naturschutzgebiet um die Rochsburg soll erheblich erweitert werden. Dagegen und gegen eine umfangreiche Verbotsliste in dem künftigen Gebiet sprachen sich die Lunzenauer Stadträte aus.

Foto: Mario Hoesel

Pilzsammler droht künftig Strafe

Ein Entwurf sieht vor, das Naturschutzgebiet um die Rochsburg zu erweitern. Festgehalten sind 19 Verbote. Das geht den Lunzenauer Stadträten zu weit.

Von Babette Philipp
erschienen am 09.11.2017

Lunzenau. Flächen außerhalb von Wegen zu betreten, Pflanzen oder Pflanzenbestandteile zu entnehmen oder Lichtquellen zu betreiben, die Tiere beunruhigen könnten - all das wäre in dem neuen Naturschutzgebiet "Um die Rochsburg" nicht erlaubt. 19 Verbotspunkte werden in dem Entwurf zu dem Schutzgebiet, zu dem der Lunzenauer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend eine Stellungnahme abgab, aufgelistet. Und nicht nur das: Das Gebiet soll von 140,90 Hektar auf 259,6 Hektar erweitert werden und würde damit eine fast doppelt so große Fläche einnehmen.

"Eine Erweiterung in dieser Größenordnung ist aus der Sicht der Stadt Lunzenau, vor allem vor dem Hintergrund der 19 aufgeführten Verbotsmerkmale, bedenklich", heißt es in der Stellungnahme der Stadt, die vom Stadtrat einstimmig gebilligt wurde. "Ich habe nichts gegen Naturschutz, aber so wie er hier ausgelegt wird, geht die Sache zu weit", sagte Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU). Natürlich solle der Wald nicht befahren werden und das Betreten außerhalb der Wege auf ein Mindestmaß beschränkt sein. "Aber mit einem generellen Verbot erfüllt ein Pilzsammler den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit. Dafür kann es Strafen bis zu 50.000 Euro geben", kritisierte Hofmann. "Das Vorhaben ist der Sache an sich nicht dienlich, weil es der Bürger als übertrieben empfinden wird und es damit seinem Verständnis für den Naturschutz eher schadet", erklärte Hofmann, der vom Landratsamt Lösungen fordert, die allgemein verträglicher sind und so von der Mehrheit auch akzeptiert werden.

"Ich habe keine Probleme mit einer Vergrößerung des Naturschutzgebietes", sagte Jens Mohr, parteiloses Mitglied der Grünen-Fraktion im Stadtrat. Dennoch habe er den Vorschlägen zur Änderung des Entwurfes zugestimmt. Bewogen dazu hätten ihn "die Regulierungswut und die Verbotsliste". "Und wie will man der nachfolgenden Generation die Natur nahebringen, wenn man das in der wahren Natur nicht darf und alles nur noch auf medialer Ebene stattfindet?", fragte er.

Stadtrat Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) erachtet das bestehende Naturschutzgebiet als richtig, "die jetzt angedachte größenmäßige Ausdehnung findet aber nicht meine Zustimmung. Das läuft der Thematik Tourismus und Wandern komplett entgegen."

 
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