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Das Electric Light Orchestra (ELO) mit Phil Bates spielte zum Klanglichtzauber im Spiegelzelt auf dem Schützenplatz in Mittweida.

Foto: Falk BernhardtBild 1 / 5

Positives Fazit nach der längsten Saison

An 17 Wochenenden hat der Kultursommer in Mittelsachsen 90.000 Gäste gezählt - deutlich weniger, als im Vorjahr. Es gibt dafür aber auch Gründe.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 07.09.2017

Hainichen. Der Verein "Mittelsächsischer Kultursommer" (Miskus) hat gestern in Hainichen ein positives Fazit nach der 24. Festivalsaison gezogen. Knapp 90.000 Besucher - etwa 10.000 weniger als 2016 - kamen zu 47 Veranstaltungen in 37 Orten. Weil der Klanglichtzauber vorgezogen wurde, war es mit 17 Veranstaltungswochenenden die längste Festivalsaison aller Zeiten. "Es wäre zu einfach, den Erfolg nur an Besucherzahlen festzumachen", erklärte Vereinsvorsitzender Heribert Kosfeld. "Im Vorjahr hatten wir zum Beispiel mit dem Heimatfest in Döbeln viele zusätzliche Gäste."

Die Finanzen: Noch liegt kein Jahresabschluss vor, weil zum Beispiel Abrechnungen der Gema fehlen. "Es wird aber kein weiterer Zuschuss gebraucht", versicherte Kosfeld. "Es war finanziell eine ordentliche Saison." Immerhin 56 Prozent des Gesamtetats von rund 600.000 Euro werden durch eigene Einnahmen bestritten, davon kommen 70.000 Euro von Sponsoren, allen voran die Ostdeutsche Sparkassenstiftung. 37 Prozent des Budgets kommen vom Kulturraum, der Landkreis ist mit 5, das Jobcenter mit 2 Prozent dabei.

Die großen Erfolge: Ausverkaufte Veranstaltungen waren trotz des regnerischen Wetters die Irische Nacht auf Schloss Rochsburg (Foto unten links), die Musiknacht in Lichtenwalde, die Orgelfahrt sowie die Veranstaltungen in Frauenstein und Bieberstein. "Pipes & Drums" im Klosterbuch habe die Erwartungen übertroffen. Mit 5000 Gästen kamen fast doppelt so viele Besucher wie zunächst kalkuliert und sahen dort auch die starken Männer der Highland-Games (2. Foto v. li.). Auch das erstmals zum Thema Barock gestaltete Parkfest in Lichtenwalde (3. Foto v. li.) sah Kosfeld als Erfolg, der ausbaufähig sei. Ausverkauft war sogar Wochen im voraus der Klanglichtzauber, das traditionelle Auftaktkonzert. Das fand innerhalb der Festwoche "150 Jahre Hochschule Mittweida statt" ausnahmsweise in einem Spiegelzelt statt. Dort spielte das Electric Light Orchestra (ELO). Als Erfolg sieht Kosfeld das Sängertreffen Lichtenwalde mit 27 Chören und die Talentshow. Damit habe man einen Draht zur Jugend gefunden.

Die Enttäuschungen: Der Märchenzirkus auf Burg Scharfenstein lockte laut Vereinschef nur 32 Prozent der avisierten Besucher an. Dabei sei die Gästezahl bei der Premiere ohnehin schon niedrig angesetzt gewesen. Auch die Performance zum Stein auf dem Rochlitzer Berg habe bei ihrer 20. Auflage die Erwartungen nicht erfüllt. Die Rockoper hatte sogar mehr Gäste als die eigentliche Jubiläumsgala. Zudem habe man auf der Seebühne der Talsperre Kriebstein in den Vorjahren deutlich mehr Besucher gehabt.

Das Fazit: "Bei 315.000 Einwohnen in Mittelsachsen hat rein statistisch fast jeder Dritte eine Miskus-Veranstaltung besucht", sagt Landrat Matthias Damm (CDU), der Schirmherr des Festivals. "Der Miskus repräsentiert die Region und bleibt ein Aushängeschild." Kosfeld sieht das als Ansporn und ist bereit, auch Neues auszuprobieren. "Wir werben jedes Jahr um die Akzeptanz des Publikums und hoffen, dass das Wetter mitspielt." Letzteres habe 2017 halbwegs gepasst, das Marktfest Wechselburg sei jedoch "verwässert" worden. Zudem habe man in Sachsen mit Konzerten von Depeche Mode und Coldplay harte Konkurrenz gehabt. Wünsche der Besucher will Kosfeld aufgreifen: "Das Essen muss dem Gast schmecken, nicht dem Koch." Auch Geschäftsführer Olaf Hanemann hat reagiert: "An Abenden wie der Burlesque-Show auf der Seebühne wird noch vor Ort gesprochen, was man besser machen kann. Solche Formate sollen deutlicher unseren Stempel tragen. Das heißt weniger eingekaufte Künstler, dafür aber mehr Akteure aus der Region."

Der Ausblick: Der Klanglichtzauber kehrt am 9. Juni 2018 auf den Technikumplatz in Mittweida zurück, dann trifft Klassik auf Musik von Abba. Am Wochenende darauf gib es in Seelitz und Rochlitz die Fürstentage. Geplant sind auch mehrere Auftritte mit australischen Musiktalenten. Abschlusskonzerte der 25. Saison sind in Mittweida, Döbeln und Freiberg geplant. 2019 kommt der Miskus auch nach Frankenberg zur Landesgartenschau. Geplant sind Sängertreffen, Erntedankfest und das Abschlusskonzert.

 
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