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Schwarze und gelbe Senfsaaten werden in der Mühle verarbeitet.

Foto: Falk BernhardtBild 1 / 3

Senfmüller zeigt sein scharfes Handwerk

Der Straußenhof und die Schubert-Mühle in Pappendorf planen ab diesem Jahr ein neues gemeinsames Angebot. Gäste können dabei auch dem Geheimnis der Senfherstellung auf die Spur kommen.

Von Ute George
erschienen am 10.01.2018

Pappendorf. Eigentlich ist es ja Thomas Dietrich, der im Striegistal seinen Senf dazu gibt. Denn er betreibt die Pappendorfer Schubert-Mühle und stellt dort auf traditionelle Art das scharfe Gewürz her. Doch dieses Jahr haben auch Gäste erstmals die Möglichkeit, ihren Senf dazu zu geben - natürlich nur im übertragenen Sinne. Der Pappendorfer Straußenhof und die Schubert-Mühle machen nämlich im Sommer gemeinsame Sache: Unter dem Motto "Gib auch du deinen Senf dazu" gibt es am 30. Juni eine Veranstaltung, die mit einer Führung durch die Senfmühle beginnt und mit einem Grillabend auf dem Straußenhof ausklingt.

"Wir wollten einfach mal wieder etwas Neues anbieten", begründet Marcus Reißig vom Straußenhof die Idee. Sich den Nachbarn mit ins Boot zu holen, habe sich angeboten. Auch für Thomas Dietrich liegen die Vorteile auf der Hand: "Leute, die sonst nur zu den Veranstaltungen auf den Straußenhof gehen, kommen so mal in meine Schubert-Mühle. Das steigert ihren Bekanntheitsgrad."

Und zu sehen gibt es in der kleinen Manufaktur so einiges. Seine Führung möchte Dietrich mit einer Einführung in die Geschichte der um das Jahr 1162, kurz nach der Ortsgründung, gebauten Mühle beginnen. Sie zählt wahrscheinlich zu den ältesten Betrieben an der großen Striegis. Im Jahr 2011 erwarben die beiden Leipziger Claudia und Thomas Dietrich das historische Gebäude. "Auch über die rechtlichen Forderungen für einen Lebensmittelbetrieb und die Auflagen des Denkmalschutzes bei der Sanierung werde ich informieren", sagt Dietrich.

Den direkten Produktionsprozess des Senfes kann er bei der Führung allerdings nicht zeigen, denn der dauere etwa 15 Stunden. Aber er kann ihn anhand der Maschinen erklären. Einen Teil des Rohstoffes, nämlich die gelbe Senfsaat, baut die Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf extra für ihn an. "Die schwarze Senfsaat beziehe ich aus Ägypten und Kanada", berichtet Dietrich. Beide Saatarten werden gemischt und zunächst einmal traditionell über sogenannte Glattwalzenstühle zermahlen. Die vorgequetschte Saat muss danach nochmals durch die Maschine, um ein feineres Mehlschrot zu erhalten. Dieses wird in einem Maischebehälter mit Wasser, Zucker und Gewürzen versetzt. "24 Stunden dauert der Maischeprozess", erklärt Dietrich.

Danach wird die fertige Maische zweifach über eine Steinmühle nass vermahlen. Anschließend kann der Senf abgefüllt werden. Thomas Dietrich füllt genau 270 ml in spezielle Steinguttöpfe. "Bevor er verkauft werden kann, muss er noch drei Wochen reifen", berichtet der Senfmüller. Alles, selbst das Etikettieren, ist Handarbeit, die Thomas Dietrich allein erledigt. Knapp 5 Euro kostet deshalb auch der Striegistaler Senf.

Neben ausgewählten Geschäften in der Region wird er vor allem im eigenen Hofladen verkauft. Dort hat Thomas Dietrich auch seine kleine Kaffeerösterei. Er setzt auf sortenreinen Plantagenkaffee. "Seit einem halben Jahr ist ein Teil des Kaffees auch Bio-Zertifiziert", erklärt er. Die Bohnen, die vor Ort frisch geröstet werden, stammen zum Beispiel aus Indonesien, Kolumbien, Äthiopien oder Peru. Der gute Kaffee hat sich mittlerweile herumgesprochen. "Vor allem sonnabends zur Kaffeezeit ist es hier meistens voll", berichtet Dietrich. Und natürlich können die Gäste ihre Lieblingskaffeesorte auch gleich mitnehmen. Künftig möchte Dietrich den Bio-Kaffee auch in einigen Bio-Fachgeschäften der Region anbieten. "Die ersten Kontakte sind bereits geknüpft", sagt er.

Feste Kontakte gibt es hingegen mit anderen Anbietern regionaler Produkte im Striegistal. Denn im Hofladen der Schubert-Mühle findet man zum Beispiel auch Seife aus der Marbacher Seifenmanufaktur, Nudeln aus Straußeneiern, Schnäpse aus der Feinbrandmanufaktur Marbach oder Honig aus Mobendorf. Sich gegenseitig zu unterstützen, ist für Dietrich selbstverständlich. Im Striegistal gibt eben jeder irgendwie seinen Senf dazu.

 
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Senfmüller zeigt sein scharfes Handwerk
Neue Führung im Sommer
 
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