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Die Plätze im Kindergarten "Bienenkorb" in Altmittweida sind laut Leiterin Ramona Bauer so begehrt, dass ein Anbau sinnvoll sein könnte. Doch der Bürgermeister rät zur Vorsicht.

Foto: Falk Bernhardt

So viele Kinder - was tun?

Anbauen, vielleicht gar weiteres Personal einstellen? Der Engpass bei der Betreuung der Kinder in Krippe und Kita in Altmittweida wird in der Gemeinde weiter diskutiert.

Von Ricarda Terjung
erschienen am 14.02.2018

Altmittweida. So kann es nicht weitergehen. Darin waren sich etliche Anwesende bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Altmittweida einig. Das Problem: Bereits jetzt stößt die Kita "Bienenkorb" an ihre Belastungsgrenzen, weil das Verhältnis der Anzahl der Kinder (derzeit rund 90) zu den Größen der Räume und der Anzahl der Betreuerinnen sich teilweise an den Grenzen des gesetzlich Zulässigen bewegt. Und mit dem Start des Schuljahres 2018/2019 wird die Einrichtung der Nachfrage nach Krippenplätzen nicht mehr gerecht werden können, wie Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) bereits im Januar sagte. Schon damals war die Situation der Kita Thema im Gemeinderat. In der Gemeinde kamen in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 21 Babys zur Welt. Zudem hat sie vergangenes Jahr 68 Zuzüge verzeichnet, darunter auch kleine Kinder.

Jetzt hat das Gremium also erneut beraten. Auch Kita-Leiterin Ramona Bauer war anwesend. Sie schilderte, dass die Erzieherinnen "am Anschlag" arbeiteten. Um den gesetzlich vorgegebenen Betreuungsschlüssel weiterhin einhalten zu können (derzeit ein Betreuer für 12 Kita-Kinder bzw. ein Betreuer für 5,5 Krippenkinder), sei weiteres Personal nötig. Mitunter gehe es in den Räumen zudem sehr beengt zu. Teilweise auf Räume der Schule auszuweichen, sei keine gute Lösung, sagte Bauer auf Nachfrage aus dem Plenum. Miether erklärt: Dafür müsste eine Hortgruppe nach dem Unterricht im Klassenzimmer bleiben. Das sei weder von Lehrern noch Erziehern gewollt. Manchen Eltern, etwa aus Mittweida, muss Bauer zudem inzwischen einen Platz für das Kind in ihrer Einrichtung verwehren. Die Kinder aus der Gemeinde Altmittweida hätten Vorrang.

Bauer sprach sich für eine Verbesserung der Bedingungen aus und schlug einen Anbau vor. Bürgermeister Jens-Uwe Miether wies allerdings darauf hin, dass es den Einwohnerzahlen zufolge immer weniger Frauen im gebärfähigen Alter in Altmittweida gebe. "Wir müssen davon ausgehen, dass künftig weniger Kinder geboren werden", folgerte er. Auch wenn Einzelne im Gemeinderat die Idee eines Anbaus befürworteten: Miether warnte vor einem vorschnellen Bauentschluss: "Wir sollten nichts bauen, was wir drei Jahre später nicht mehr brauchen." Kita-Leiterin Bauer hielt dagegen: "Wenn wir an die Kita anbauen, können wir auch Eltern aus nahe gelegenen Städten wie Mittweida oder Chemnitz Plätze in unserem schönen Dorfkindergarten anbieten." Die Nachfrage sei da, vor allem aus Mittweida, und werde sicher auch in späteren Jahren nicht abebben. Einige Gemeinderäte wie Ralph Steiner (CDU) pflichteten Bauer bei: "Das Risiko, das wir eingehen, ist relativ gering", sagte Steiner. Zudem erinnerte Bauer daran, dass die Gemeinde von Nachbarkommunen zur Kasse gebeten werde, wenn sie Kindern im eigenen Wohnort keinen Kitaplatz zur Verfügung stellen könne und so Altmittweidaer Kinder dort betreut werden müssten: Rund 580 Euro im Monat koste das derzeit für einen Krippenplatz, rund 160 für einen Kitaplatz.

Einen Beschluss, wie es mit den Räumlichkeiten weitergehen soll, fassten die Gemeinderäte in der Sitzung nicht. In der Sitzung im März steht das Thema laut Miether erneut auf der Tagesordnung. Wann und für welche Summen ein Bau überhaupt möglich wäre, dazu will er keine Angaben machen, weil ein Anbau derzeit fiktiv sei. Eine Neuerung kündigte er aber an: Eine Erzieherin soll befristet eingestellt werden, solange der Bedarf hoch sei. "Wir haben schon ein paar Leute im Auge." Die Haushalte 2018 und 2019 gäben die Finanzierung einer zusätzlichen Stelle her. Spätestens ab August soll der Posten besetzt sein.

 
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