Student verklagt Mittweidaer Hochschule

Weil er mit der Bewertung einer Prüfung nicht einverstanden ist, zog ein 23-Jähriger vor Gericht. Für ihn steht viel auf dem Spiel.

Mittweida.

Auch wenn er erst gar nicht gelernt hat: Ein Student, der mehrfach durch eine Prüfung gerasselt ist, will einen Bachelor-Abschluss an der Hochschule Mittweida erwerben. Daher reichte er Klage ein. Gestern wurde der Fall vor der zweiten Kammer des Chemnitzer Verwaltungsgerichts verhandelt.

Bei dem Mann handelt es sich um einen jener Studenten, die einen Großteil ihrer Studienleistungen an einer privaten Akademie erbringen. Das ist laut Ulrich Pietzsch, Referent für Bewerber- und Rechtsangelegenheiten der Hochschule, bei mehreren Studiengängen in Mittweida möglich. Um einen staatlich anerkannten Abschluss zu erwerben, schreiben sie sich nach einigen Semestern an der Hochschule ein und werden so zur Bachelorprüfung zugelassen. Es komme gelegentlich vor, das Studenten wegen ihrer Leistungen klagen, sagte Pietzsch. Es sei aber der erste Fall, in dem ein Student von einer privaten Akademie gegen die Hochschule klage.

Der Kläger hat den Großteil seiner Leistungen im Studiengang Businessmanagement an der Europäischen Medien- und Businessakademie in Düsseldorf erbracht. Im Modul Recht fiel er dreimal durch. Mehr Versuche gibt es nicht. Damit steht er nach mehreren Jahren Studiums mit leeren Händen da. Vor Gericht wollte er erwirken, dass die Hochschule seine Leistung als ausreichend anerkennt. 50Punkte hätte er für eine Note 4, also ein knappes "Bestanden", gebraucht. Doch die beiden Prüfer - sie waren laut Jurist Pietzsch von der Hochschule bestellt - gaben dem Prüfling 48 Punkte. Dass er seiner Ansicht nach mehr Punkte verdient, begründete der Kläger etwa damit, dass Aufgabenstellungen fehlerhaft gewesen seien. In einem Fall habe sich das auch auf die Beantwortung einer folgenden Teilaufgabe ausgewirkt.

Die Kammer des Verwaltungsgerichts war vorbereitet: Sie hatte die Klausur und die schriftliche Begründung des Klägers bereits studiert. Demnach hatte es auch eine Vorbesprechung mit dem Studenten gegeben. Er sei verpflichtet, seine Vorwürfe an die Prüfer, etwa fehlerhafte Aufgabenstellungen, inhaltlich zu begründen. Das tue er nicht ausreichend. Die Aufgaben hätten es ermöglicht, die Teilaufgaben unabhängig voneinander zu beantworten. Der Student räumte ein, für den ersten Prüfungsversuch nicht wirklich gelernt zu haben. Er sagte aber auch, die Prüfung sei für eigentlich Fachfremde wie ihn sehr schwer gewesen. Dann hätte er eben mehr Arbeitszeit in die Vorbereitung stecken müssen, entgegnete Hochschuljurist Pietzsch. Es sei aber möglich, zu prüfen, ob seine bisherigen Leistungen zumindest teilweise für ein anderes Studienfach anerkannt werden könnten. Das Urteil wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben.

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