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Gabriele Simon (l.) und Kristin Holfert vom Tierschutzverein in Frankenberg kümmern sich Hope. Auf Grund eines starken Milbenbefalls hat die Hündin kaum noch Fell und eine ledrige, trockene Haut. Der Schwanz der Hündin istkupiert, also abgeschnitten worden. Das ist laut Tierschutzgesetz verboten.

Foto: Falk Bernhardt

Tierschützer päppeln geschundene Hündin auf

Das Tier ist abgemagert und hat durch Parasitenbefall fast das gesamte Fell verloren. Der Fall schockt die Frankenberger. Im Internet wurde ein Video mit der Hündin knapp 300.000-mal angeschaut.

Von Franziska Pester
erschienen am 12.09.2017

Frankenberg. Hope. Das heißt Hoffnung. Diesen Namen gaben die Mitglieder des Frankenberger Tierschutzvereins einer völlig entkräfteten Hündin, die sie Ende August in ihre Obhut genommen haben. Denn mehrere Tage lang haben die Tierschützer gehofft, dass die Hündin genug Kraft hat, um weiterzuleben. Bei der Pflege und Betreuung, die das Tier nun braucht, treibt die Frankenberger die Hoffnung an, dass Hope wieder gesund wird.

"Als ich die Hündin zum ersten Mal sah, war ich sehr erschrocken. Einen solchen Fall hatten wir noch nie", sagt Kristin Holfert vom Tierschutzverein, die die Hündin aufgenommen hat. Ein Video mit Aufnahmen der Dobermann-Hündin, das der Verein auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat, sorgte für großes Aufsehen. Bis gestern war der Film knapp 300.000-mal von Nutzern angesehen, über 5000-mal geteilt und rund 1500-mal kommentiert worden.

Gefunden hatte der Verein die Hündin, die etwa drei Jahre alt ist, eigenen Angaben nach in der Region um Döbeln. Nähere Angaben zum Fundort oder zum ursprünglichen Halter der Hündin machte der Verein gegenüber der "Freien Presse" nicht. "Wir haben mehrere Tage lang Hinweise bekommen, dass es dem Vierbeiner schlecht geht. Nachdem dann Fotos kamen, haben wir noch am selben Abend entschieden, hinzufahren und den Hund abzuholen", berichtet Gabriele Simon, ebenfalls Vereinsmitglied. Hope sei sehr stark abgemagert und schwach gewesen. Milbenbefall habe dazu geführt, dass ihr fast das komplette Fell ausgefallen war. Am gesamten Körper habe sie blutende Stellen gehabt. Ihre Augen seien entzündet und eitrig gewesen. An den Pfoten habe sie schwielige Blasen gehabt. "Sie hätte nicht mehr lange durchgehalten", erklärt Simon. "Das war ein Fall von grober Vernachlässigung." Noch am selben Abend fuhren die Vereinsmitglieder mit der Hündin zu einem Tierarzt, der Hope notdürftig versorgt habe. "Am nächsten Tag haben wir sie dann bei einer Tierärztin in Flöha untersuchen und Blut abnehmen lassen. Dort ist sie immer noch in Behandlung", berichtet Kristin Holfert.

Denn obwohl es Hope besser geht, braucht sie nach wie vor intensive medizinische Pflege. Denn sie ist immer noch sehr dünn, die Knochen treten deutlich hervor. Ihre geschädigte Haut ist ledrig und trocken. Regelmäßig baden die Tierschützer sie deshalb mit einem Spezialshampoo, das gegen die Milben wirkt. "Irgendwann wächst das Fell wieder", so Kristin Holfert. Außerdem bekomme sie regelmäßig Augentropfen gegen die Entzündung, und auch die Ohren müssten noch behandelt werden, da sie ebenfalls entzündet seien. Damit sie kräftiger wird, ernähren die Tierschützer Hope mit biologisch artgerechter Rohfütterung, das heißt rohes Fleisch, Gemüse und ähnliches."Der Heilungsprozess wird noch sehr lange dauern", sagt Kristin Holfert.

Gegen den ehemaligen Halter der Hündin hat der Frankenberger Tierschutzverein eigenen Angaben zufolge Anzeige erstattet und das Landratsamt Mittelsachsen informiert. Die Kreisverwaltung bestätigt auf Nachfrage der "Freien Presse", dass der Fall bekannt sei. "Ein Verwaltungsverfahren läuft. Ein entsprechender Bescheid ist in Bearbeitung", teilte der Sprecher der Behörde, André Kaiser, mit.

Infos: www.tierschutzverein-frankenberg.de

 

 

 
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