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Anna Luft hat gestern den Musiker Stephan Groth für den Videodreh auf Burg Kriebstein geschminkt. Seine Bandkollegen von Faun schauten amüsiert zu. Die erste Szene für "Feuer" sollte auch an einem Lagerfeuer spielen.

Foto: Falk Bernhardt

Warum Faun auf der Burg "Feuer" macht

Vor und hinter den alten Mauern von Kriebstein wird seit gestern Abend ein Video gedreht. Ein Musiker hat zur Burg eine ganz besondere Beziehung.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 14.11.2017

Kriebstein. Seit Anfang November ist Burg Kriebstein zumindest wochentags schon im "Winterschlaf". Auch gestern deutete am Nachmittag noch nichts auf den Feuerzauber hin, den das alte Gemäuer am späten Abend erleben sollte. Nur ein paar Autos parkten am Burgberg, Nummernschilder aus ganz Deutschland waren da zu finden. Der Grund: Die Gruppe Faun dreht noch bis Mittwochmorgen ein Musikvideo in Kriebstein, und passend zur mittelalterlich geprägten Musik der Band ist auch das Szenario gewählt.

Gestern hieß es für Crew, Musiker und Statisten erst mal ankommen, schließlich ist die Ortsdurchfahrt immer noch gesperrt. Und weil sich der Drehbeginn zeitlich verschob, galt es die Umgebung zu entdecken. Ganz begeistert zeigte sich dabei Niel Mitra, der Mann für die elektronischen Instrumente bei Faun. "Man kommt hier an und sagt erst mal wow", erzählte er. "Wir haben im Vorfeld Bilder der Burg gesehen, aber wenn man dann davor steht, ist alles noch viel besser."

Kollege Stephan Groth freute sich, das zu hören, denn er stammt aus Hainichen und kennt die Burg seit seiner Kindheit. Im Jahr 2002 hat er sein Abitur am damaligen Gellert-Gymnasium gemacht, und schon damals spielte er mittelalterliche Musik, anfangs mehr als Hobby. Bei Faun ist der zweifache Familienvater, der nun in Dresden wohnt, schon im sechsten Jahr dabei und spielt die Drehleier.

Vor 15 Jahren war Groth mit seiner ersten und noch immer bestehenden Gruppe Liederlicher Unfug, die von Schulfreuden gegründet wurde, in Kriebstein. "Wir haben damals einen Nachmittag lang Straßenmusik gemacht und im Burghof gespielt", blickte er gestern zurück. "Der Wirt der Burgschänke hatte uns 50 Euro in den Hut gegeben, das weiß ich noch genau, wir waren alle auch richtig stolz darauf."

Der in München beheimateten Band Faun hat er die Burg aber nicht schmackhaft gemacht, das sei ein Zufall gewesen. "Ich bin nun mal der einzige Ossi bei Faun", erzählte Groth, als er gestern in der Make geschminkt wurde. "Und da bin ich es gewohnt, für Filmaufnahmen immer weit fahren zu müssen. Als ich die Bilder der Burg vorab sah, wusste ich gleich, dass es Kriebstein ist und habe mich sehr gefreut."

Verantwortlich für die Auswahl der Burg ist die Berliner Produktionsfirma Silentfilm mit einem insgesamt 17-köpfigen Team. Hinzu kommen 25 Komparsen, die für das Lied "Feuer" vor allem kämpfen müssen. "Es ist unser erstes Video für Faun", erläutert Regieassistentin Charlot van Heeswijk. "Die Band trat über ihre Plattenfirma an uns heran und hatte schon konkrete Vorstellungen." Gesucht wurde also ein Objekt im Umkreis von 330 Kilometern und nach einigen Absagen schließlich auch gefunden.

Als Patricia Spruck, die Pressesprecherin der Burg, die Anfrage bekam, sagte sie schnell zu: "Für uns ist das doch tolle Werbung, wir bekommen auch einige Aufnahmen zur Verfügung gestellt." Deshalb sei die Miete auch nicht sehr hoch. Patricia Spruck hat sich auch als Fan der Band gezeigt, sie besitzt alle Alben. Im Video wird sie aber nicht mitspielen, dafür aber einige Leute aus dem Verein Freundeskreis der Burg, so auch für Markus Kloß, der in der Nähe von Nossen wohnt. Für ihn und seinen Freund Ulf Ulrikson ist es schon das vierte Musikvideo, das dritte mit Faun. Im Vorjahr waren sie für "Federkleid" extra eingeladen worden, weil sie in ihren Rollen als Wikinger schon über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind.

Im neuen Lied "Feuer" werden sie Rebellen und Ritter verkörpern, sich auch gegenseitig bekämpfen müssen. Dies geschieht laut Charlot van Heeswijk auch unter Einsatz von Fackeln, Funkenregen und Flammenwerfern, also passend zum aktuellen Song "Feuer" und dem kompletten pyrotechnischen Programm. Markus und Ulf schlafen auch auf der Burg, das kennen sie schon als Mitglieder des Freundeskreises.

Die "Faune" selbst haben für drei Tage ein Hotel in Claußnitz bei Mittweida bezogen. Nur Stephan hatte gestern noch überlegt, ob er nicht lieber zu den Schwiegereltern rüber fährt, ins fünf Kilometer von der Burg entfernte Grünlichtenberg. Vor einer Woche war er mit Faun übrigens noch zum Konzert in den USA, am Wochenende folgen nun schon wieder Auftritte in Russland.

 
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