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Puppenspieler Camillo Fischer aus Frankenberg mit der "Weihnachtsgans Auguste". Ob die wieder gespielt wird, ist noch fraglich.

Foto: Falk BernhardtBild 1 / 2

Warum das Lutherjahr verlängert wird

Schon seit Mai bereichert eine Luther-Marionette aus Frankenberg eine Ausstellung in Bad Kreuznach. Dort hat die Schau rund um das Puppenspiel so viel Erfolg, dass der Reformator noch bis Januar bleibt.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 07.12.2017

Frankenberg. Am Reformationstag sollte Martin Luther eigentlich zurück in Sachsen sein, jedenfalls eine Marionette, die den großen Reformator darstellt. Die Figur gehört der Frankenberger Puppenspielerfamilie Fischer, die einen Nachbau der Luther-Marionette dem Museum für Puppentheaterkultur (Puk) im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach zur Verfügung gestellt hatte. Das Museum hat pro Jahr durchschnittlich etwa 20.000 Besucher. Die im Mai eröffnete Sonderausstellung "500 -Luther trifft Karagöz" zog sogar noch mehr Gäste als gewöhnlich an.

"Deshalb wurde die Schau dort verlängert", erklärte der Frankenberger Camillo Fischer. "Das Lutherjahr ist für uns also noch nicht zu Ende, es geht nun bis Januar 2018 weiter." Über den Erfolg der Ausstellung freut er sich natürlich. Immerhin wurden bis jetzt 13.598 Gäste in der Ausstellung gezählt, wie Verwalterin Bettina Eckes mitteilte. Planmäßig haben die Fischers in Bad Kreuznach auch schon im September ein Gastspiel absolviert und den fünften Akt aus dem historischen Stück "Doktor Martin Luther oder Der Reichstag zu Worms" aufgeführt.

Dieses Schauspiel mit Marionetten war hierzulande vermutlich schon zum 400. Reformationsjubiläum zu sehen, also im Jahr 1917. Damals zog noch Camillo Fischers Urgroßvater Max Kressig die Fäden an den Puppen, den Luther hatte er selbst geschaffen. Heute ist in Frankenberg die Holzoper in der Melzerstraße durch ihre mehr als 100 Jahre alte Bühne des Wandermarionettentheaters bekannt. Einmal im Monat wird dort die Tradition mit Aufführungen wachgehalten.

Camillo und seine Eltern Bettina und Johannes Fischer sind weit über Sachsens Grenzen hinaus als Puppenspieler bekannt, auch in Bad Kreuznach, wo Fischers schon im Vorjahr das Stück "Genoveva" gezeigt hatten. "Heute gibt es leider nicht mehr all zu viele Vertreter dieser Puppenspielerzunft, den Camillo kannten wir schon lange", erklärte Museumsleiter Markus Dorner, der mit der Ausstellung zwei Jubiläen verbindet: 500 Jahre Reformation und die ebenso lang zurückliegenden Geburtsstunde des türkischen Schattenspielhelden Karagöz.

Der Frankenberger Luther lag übrigens für Jahrzehnte im Fundus, geriet aber nicht ganz in Vergessenheit. "Das sächsische Wandermarionettentheater ist schließlich eine besondere Art des Puppenspiels", erläuterte Puk-Chef Dorner. "Besonders die oft sehr naive Gestaltung der Figuren ist eine sächsische Eigenart." Für die Schau im Puk waren vier Akte des historischen Marionettenspiels rekonstruiert und Luther-Duplikate angefertigt worden.

Für Fischers beginnt nun die arbeitsreiche Vorweihnachtszeit. In der Holzoper selbst gab es schon Weihnachtsfeiern, zum Beispiel für einen Sportverein aus Flöha und ein Chemnitzer Krankenhaus. Dabei wurde jeweils auch der Schwank "Wenn Männer schwindeln" aufgeführt. Beim Pyramidenanschub vor einer Woche auf dem Frankenberger Markt war Camillo Fischer mit einer Varieté-Marionette dabei. Am zweiten Weihnachtstag wird er, nur einem Tag nach seinem Geburtstag, wieder mit Mario Krell die Mettenschichten im Bergwerk Biensdorf gestalten. Zuvor ist er schon ab dem 13. Dezember bei den Sagen-Mettenschichten in Freiberg im Einsatz, für ihn ist das eine Premiere.

Dafür fällt eine lieb gewordene Tradition dieses Jahr wohl aus, die Aufführung der "Weihnachtsgans Auguste". Für den 23. Dezember in Hainichen und den Vormittag des Heiligabend in Frankenberg fehlt Camillo Fischer bislang immer noch ein Mitspieler. In Bad Kreuznach wird er auch nochmal auftreten, dann zum (zweiten) Abschluss der Sonderschau am 6. Januar. Als Zugabe soll dort dann "Hänsel und Gretel" aufgeführt werden. Danach kommt Martin Luther wohl wirklich wieder zurück nach Frankenberg.

www.bad-kreuznach.de/puk

www.holzoper-frankenberg.de

 
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