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"Der Traumzauberbaum" kommt als Gastspiel.

Foto: Uwe Haut/Theater Bild 1 / 4

Wenn die Gondeln in Kriebstein fahren

Die Operette "Eine Nacht in Venedig" bestimmt den Spielplan der Seebühne. Es gibt zudem Vorstellungen für Kinder und zum Auftakt Hits der Beatles.

Von Falk Bernhardt
erschienen am 16.05.2018

Mittweida/Kriebstein. Es war wohl nur eine Frage der Zeit - laut Intendant Ralf-Peter Schulze vom Mittelsächsischen Theater zehn Jahre. Im Jubiläumsjahr der Seebühne Kriebstein wird die Strauß-Operette "Eine Nacht in Venedig" den Sommer am Stausee bestimmen, vom 17. Juni bis zum 22. Juli mit insgesamt 19 Vorstellungen. "Es ist eine Operette, die nach der Seebühne gerufen hat", sagte Schulze gestern zur Vorstellung des Sommerspielplans.

Es soll eine Produktion mit hohen Schau- und Unterhaltungswert werden, mit fast 50 Darstellern auf der Bühne und rund 40 Musikern. Für die Inszenierung ist Sergio Raonic Lukovic verantwortlich, der bisher als Sänger in Erscheinung getreten ist. "Die Operette wurde schon oft totgesagt, aber ich bin sicher, dass sie nicht ausstirbt", erklärte er in der Aula der Volkshochschule Mittweida, die erstmals als Präsentationsort gewählt wurde. Dort erklangen einige Lieder des Werks von Johann Strauß, so auch "Komm in die Gondel" und das "Schwipslied".

Auf der Seebühne wird derzeit noch gebaut, jedoch noch nicht für die großen Wünsche der Theaterleute. Feste Garderoben bleiben vorerst noch ein Traum, so Schulze. Was am Stausee aber derzeit entsteht, ist eine zehn Meter lange Brücke, die die Hauptbühne mit der Nebenbühne auf der rechten Seite verbindet. Sie wird im Bühnenbild von Tilo Staudte mal einen venezianischen Kanal überqueren. Zudem diene sie offiziell als zweiter Fluchtweg, wie Hans-Peter Ickrath bestätigte. "Das Bühnenbild mit Brücke kostet uns etwa 30.000 Euro", erläuterte der Geschäftsführer des Theaters.

Auf "Eine Nacht in Venedig" setzt Ickrath große Hoffnungen. Im Vorjahr hatte das Theater in Kriebstein nur rund 9000 Besucher - für den Geschäftsführer weder eine Überraschung noch eine große Enttäuschung: "Es gab die Probleme mit der Umleitung, zudem hatte wir bei den Stücken mehrere Wiederaufnahmen, die nicht so teuer waren." Mit dem neuen Werk will Ickrath mindestens die 11.000 Gäste aus dem Jahr 2016 erreichen, als das Musical "Hello, Dolly!" gespielt wurde. "Nun sollten es eigentlich mehr werden", sagte der Geschäftsführer.

Für den Saisonauftakt sorgt am Pfingstsonntag das Eröffnungskonzert mit den Hits der Beatles, für das schon jetzt 450 Karten verkauft wurden. Nach "Venedig" ist auf der Seebühne für das Theater aber noch nicht Schluss, es gibt im August Gastspiele wie den "Traumzauberbaum" des Lakomy-Ensembles und "Alice, ein Rockmusical". Letzteres ist eine Produktion eines Kunstvereins aus Greiz und soll am 4. August ab 17 Uhr zu erleben sein. Und dann kommt mitten im August auch noch "Der kleine August" des Mittelsächsischen Theaters zurück, allerdings nur für ein Wochenende.

Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (FWK) hofft auf gutes Wetter und eine erfolgreiche Saison: "Ich werde mir auf jeden Fall die Operette anschauen. Ich bin aber schon gespannt, ob 19 Aufführungen auch alle genügend Zuschauer finden. Die Parksituation vor Ort zu meistern, wird sicher wieder eine Mammutaufgabe für uns."

Für Tilo Staudte ist die Seebühne nicht nur zehn Jahre (mit Sitzplätzen), sondern fast 20 Jahre alt: "Damals haben wir uns mit dem Theater schon vor Ort umgeschaut und beschlossen, hier etwas zu veranstalten." Was ihn und auch alle anderen Theatermacher bis heute jedes Jahr aufs Neue beeindrucke, sei die großartige Kulisse der Talsperre.

 
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